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Endlich Schluss mit Vorurteilen: Mitarbeiter verdienen die Chance auf Home Office
© Allie - Unsplash

Endlich Schluss mit Vorurteilen: Mitarbeiter verdienen die Chance auf Home Office

Michelle Winner | 27.07.20

Immer mehr Arbeitnehmer wollen in Zukunft auch mal von zu Hause aus arbeiten. Doch Vorbehalte überschatten die Vorteile des Konzepts.

Das Thema Home Office lässt uns nicht los. Die Diskussionen rund um die Sinnhaftigkeit des Arbeitsmodells ziehen immer weitere Kreise – und inzwischen versammeln sich immer mehr Arbeitnehmer auf der Seite „Pro-Home-Office“. Während die Umstellung aufs Home Office gerade zu Beginn der Coronapandemie viele Arbeitnehmer vor Herausforderungen stellte, kommen diese inzwischen immer besser mit dem Modell klar. Die Vorteile fangen an zu überwiegen, wie auch eine aktuelle Studie der DAK zeigt. Doch es bleiben auch immer noch Schattenseiten.

Weniger Stress dank Home Office

Im Rahmen der Studie wurden knapp 7.000 Erwerbstätige einmal vor und einmal während der Pandemie zum Thema arbeiten von zu Hause aus befragt. Dabei zeichnet sich weitestgehend ein positives Bild ab. Besonders positive Veränderungen lassen sich beim Stressbefinden erkennen: Während vor Corona knapp 21 Prozent der Befragten regelmäßig unter Stress litten, sind es nun nur noch 15 Prozent. Die Zahl der Personen, die nie oder nur gelegentlich mit Stress zu kämpfen haben, stieg gleichzeitig von 48 auf 57 Prozent. Auslöser dafür sei unter anderem die Arbeit im Home Office.

©DAK

Durch die Arbeit in den eigenen vier Wänden freuen sich viele Arbeitnehmer über einen Zeitzugewinn – das lästige Pendeln entfällt. Außerdem geben zwei Drittel an, dass sie Beruf und Familie dank des Home Office nun besser vereinen können und damit ein potenzieller Stressfaktor an Bedeutung verliert. Von den Befragten, die inzwischen regelmäßig im Home Office arbeiten, sagen 56 Prozent, dass sie produktiver sind als im Büro. Damit sinkt gleichzeitig auch der Leistungsdruck.

Fehlende Trennung von Job und Privatem

Doch natürlich gibt es auch hier, wie bei jedem Arbeitsmodell, Schattenseiten. Genau diese sollte man, laut DAK-Vorstandschef Andreas Storm, nicht außer Acht lassen. Fast die Hälfte der Befragten bemängelt eine fehlende Trennung zwischen Privatleben und Joballtag. Unter den 18- bis 29-Jährigen ist das mit 52 Prozent sogar die Mehrheit. Eine große Rolle hierbei spielt die ständige Erreichbarkeit und die Nutzung der privaten Geräte fürs Home Office. Abgesehen davon ist auch Isolation ein Thema: 75 Prozent vermissen die direkte Interaktion mit den Kollegen, die durch Videokonferenzen und Gruppenchat nicht ersetzt werden kann. Dennoch erklärt Storm:

Von zu Hause aus zu arbeiten, senkt nicht nur die Ansteckungsgefahr vor Virusinfektionen, sondern zahlt sich auch für das seelische Gleichgewicht aus.

Außerdem solle man das Positive nicht vom Negativen überschatten lassen und stattdessen Ergebnisse wie aus dieser Studie nehmen und daran lernen. Denn Fakt ist, dass 76,9 Prozent der Befragten, die erst seit der Coronakrise im Home Office arbeiten, dieses Konzept auch in Zukunft nicht mehr missen möchten.

Versuchen statt verteufeln

Was in vielen Diskussionen rund um das Thema schnell klar wird, ist, dass es immer noch viele Missverständnisse und Vorurteile gegen das Modell gibt. Kritiker bemängeln oft das, was auch in der Studie negativ bewertet wird: der fehlende Kontakt zu Kollegen und Kunden. Das trifft beim dauerhaften Home Office und den aktuellen Coronabeschränkungen natürlich zu – soll aber in Zukunft nicht zwingend so fortgeführt werden. Denn die meisten Arbeitnehmer, die auch nach der Pandemie von zu Hause aus arbeiten wollen, möchten das nicht jeden Tag. Viel eher wollen die meisten die Chance darauf haben, bei Bedarf ins Home Office zu wechseln. Denn dadurch gewinnen sie mehr Flexibilität und stehen trotzdem in Kontakt mit Anderen.

Arbeitnehmer wünschen sich die Chance auf Home Office. ©DAK

Und auch die steigende Produktivität im Home Office wird oft angezweifelt – ganz besonders vonseiten der Chefs. Dabei zeigen Studien wie diese, dass dies durchaus möglich ist. Hierbei darf man nicht verwechseln, dass das Corona-Home-Office eine Ausnahmesituation ist, auf die nur wenige Unternehmen vorbereitet waren. Dass es hier Probleme, Herausforderungen und auch sinkende Produktivität gibt, ist keine Überraschung. Bei ordentlicher Vorbereitung auf das Modell Home Office, tritt dieser Fall jedoch seltener ein. Abgesehen davon sollte man jedoch auch nicht die eigenen schlechten Erfahrungen mit dem Home Office auf andere projizieren. Nur weil das Konzept für einen selbst nicht funktioniert, muss das nicht auf andere zutreffen. Sich gegen die Arbeit von zu Hause auszusprechen und sie anderen verbieten zu wollen, nur weil man selbst kein Fan ist, hat mit sachlicher Argumentation wenig zu tun.

Die Grafik zeigt, dass die Unternehmen selbst dem Home Office oft skeptisch gegenüber stehen. ©DAK

In diesem Sinne bleibt zu sagen, dass Unternehmen das Modell Home Office überdenken sollten und denen, die sich danach sehnen, die Chance zu ermöglichen. Hier gilt probieren geht über studieren. Und sollte nicht alles von Anfang an klappen, können die negativen Punkte genommen und daran gefeilt werden. Denn schlussendlich geht es doch darum: Ein angenehmes Arbeiten für die Mitarbeiter, bei dem gute Leistungen für das Unternehmen erzielt werden. Und zufriedene Mitarbeiter leisten bekanntlich bessere Arbeit.

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Super, das finde ich genau richtig! Für viele Menschen erleichtert dies einiges!

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