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Job-Suche in Zeiten von Corona: Nachfrage und Angebot zum Home Office steigen an
© Christin Hume - Unsplash

Job-Suche in Zeiten von Corona: Nachfrage und Angebot zum Home Office steigen an

Caroline Immer | 05.11.20

Zeitgleich mit den zunehmenden Infektionszahlen steigen auch die Suchanfragen nach Jobs mit Home-Office-Option wieder an – und auch das Angebot jener Stellen steigt. Das fand eine Studie der Job-Seite Indeed heraus.

Der Herbst ist da und die Corona-Fallzahlen steigen wieder deutlich an. Wer aktuell in einem Job angestellt ist, welcher seinen Mitarbeitenden die Heimarbeit ermöglicht, befindet sich also in einer äußerst vorteilhaften Position. Eine Studie des Indeed Hiring Labs fand nun heraus, dass auch Menschen, welche momentan auf Arbeitssuche sind, sich oftmals einen Job mit Home-Office-Option wünschen. Denn die Suchanfragen mit Home-Office-Bezug steigen parallel zu den Infektionszahlen wieder an.

Home-Office-Anfragen nähern sich dem Höchstwert von Beginn der Pandemie

Ende März, als die Auswirkungen des Coronavirus auf die nächsten Monate noch nicht abzuschätzen waren, erreichten jene Anfragen einen Höchstwert von 1,3 Prozent. Nach einer Absenkung der Kurve während der Sommermonate ist diese Zahl nun schon fast wieder erreicht: Aktuell liegt der Wert bei 1,1 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von ganzen 42 Prozent seit Anfang August.

Durch die steigenden Covid-19-Infektionszahlen und auch die kürzlich verhangenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus scheinen die Job-Suchenden ihre Prioritäten anzupassen. Dr. Annina Hering, welche als Ökonomin im Indeed Hiring Lab tätig ist, erklärt:

Es ist bemerkenswert, aber letztlich auch folgerichtig, dass die Suchanfragen nach Jobs im Homeoffice die Entwicklungen der Fallzahlen fast wie ein Seismograf nachzeichnen. Die Arbeit im Homeoffice erscheint attraktiver und wird stärker nachgefragt, wenn die Diskussionen über die Sicherheit und Beschränkungen in der Öffentlichkeit zunehmen. Immer mehr Jobsuchende empfinden offenbar, angesichts steigender Fallzahlen, die Vorzüge der Heimarbeit in puncto Sicherheit und Gesundheit noch deutlicher und passen ihre Jobsuche in dieser Hinsicht an.

Fast sechs Prozent der Stellenanzeigen bieten Option zur Heimarbeit an

Doch nicht nur die Jobsuchenden fokussieren sich mehr und mehr auf die Option der Heimarbeit. Auch die Arbeitgeber haben wohl erkannt, wie attraktiv eine Möglichkeit im Home Office zu arbeiten für alle Beteiligten ist. Denn die Stellenanzeigen mit der Option zu Hause zu bleiben erreichten Ende Oktober den Höchstwert des gesamten Jahres: 5,8 Prozent.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag diese Zahl noch bei 3,6 Prozent, was einem Anstieg von beinah zwei Dritteln gleichkommt. Die Prozentzahl der Stellenanzeigen mit Home-Office-Möglichkeit ist das Jahr 2020 über konstant gestiegen. Dr. Annina Henning erklärt die Entwicklung wie folgt:

Auch Arbeitgebern ist in den letzten Jahren nicht entgangen, dass sie mit großzügigen Angeboten zur Heimarbeit, begehrte Talente anlocken können. Die Corona-Pandemie hat dieses Umdenken stark gefördert und den Trend beschleunigt, so dass jetzt immer mehr Arbeitgeber, neue Stellen mit Homeoffice-Option ausschreiben.

Nicht in allen europäischen Ländern steigt das Interesse am Home Office

Neben den deutschen Job-Suchenden hat Indeed auch die Suchaktivitäten der Bewohner anderer europäischer Länder untersucht. Es stellt sich heraus: Deutschland mischt in puncto Home-Office-Nachfrage ganz oben mit. Mehr Suchanfragen in Bezug auf die Heimarbeit wurden nur aus Irland verzeichnet (1,4 Prozent). Auf dem dritten Platz liegt Großbritannien mit einem Prozent. In Spanien ist die Heimarbeit für nur 0,7 Prozent ein entscheidender Faktor, und in Frankreich sogar nur für 0,3 Prozent.

Dr. Annina Henning sieht den Grund für die Abweichungen auch in den unterschiedlichen Arbeitskulturen der Länder. In Ländern wie Irland sei die Arbeit im Home Office schon fast zu einer Selbstverständlichkeit geworden. In Frankreich und Spanien hingegen sei Präsenzarbeit die Norm – oftmals auch während der Coronapandemie.