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New Work
Arbeitswelt der Zukunft: In diesen Ländern wird New Work gelebt
© Aslı Yılmaz - Unsplash

Arbeitswelt der Zukunft: In diesen Ländern wird New Work gelebt

Michelle Winner | 15.09.21

Expats aus aller Welt wurden über ihre aktuelle Jobsituation im Ausland befragt. Dabei wird deutlich: Remote Work und New-Work-Konzepte spielen auch hier eine entscheidende Rolle in Sachen Zufriedenheit.

Die internationale Arbeitswelt hat sich durch die Folgen der Coronapandemie verändert. Das bekommen auch Expats, Personen, die für einen vorübergehenden Zeitraum im Ausland arbeiten, zu spüren. Aufgrund dessen hat die weltweit größte Expat-Community InterNations erneut die Expat Insider Studie durchgeführt. Die Ergebnisse für die neue Arbeitswelt wurden im Report „Die Zukunft der Arbeit im Ausland“ veröffentlicht. Dabei wird vor allem eines deutlich: New Work bleibt eines der relevantesten Themen für Arbeitnehmer:innen.

Das sind die typischen Expats

Für den Report wurden die Antworten von über 8.300 berufstätigen Expats, die in 175 Ländern leben und 166 Nationalitäten repräsentieren, ausgewertet. 47 Prozent von ihnen geben an, dass sie aus beruflichen Gründen ins Ausland gezogen sind. 17 Prozent fanden selbst einen Job, 15 Prozent wurden angeworben und 13 Prozent wurden von ihrem Unternehmen entsendet. Im Durchschnitt sind die befragten Expats 43,1 Jahre alt und haben ein hohes Bildungsniveau. Den Bachelor haben 33 Prozent, den Master 47 Prozent und acht Prozent haben einen Doktortitel. Von den Expats aus Deutschland dürfen sich sogar 16 Prozent „Doktor“ nennen und im Schnitt sind diese 46,8 Jahre alt. Die Expats sind im globalen Vergleich vor allem in diesen Positionen tätig:

  • Berufseinsteiger (7 Prozent)
  • Senior- oder Fachkraft (30 Prozent)
  • unteres oder mittleres Management (17 Prozent)
  • Top Management (13 Prozent)
  • selbstständig oder freiberuflich tätig (11 Prozent)
  • Lehrkräfte (9 Prozent)
  • Unternehmensführung (7 Prozent)

Am häufigsten arbeiten Expats in den Bereichen Bildung (12 Prozent), IT (11 Prozent) und Finanzen (acht Prozent). Im Marketing sind fünf Prozent tätig. Dabei verdienen einige von ihnen auch nicht schlecht. 33 Prozent der Expats haben ein Bruttojahreseinkommen, das zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar liegt. Unter den Expats aus Deutschland verdienen sogar 39 Prozent mindestens 100.000 US-Dollar.

Mehr Zufriedenheit durch kurze Arbeitszeiten

82 Prozent der Expats arbeiten Vollzeit, wobei die wöchentliche Arbeitszeit im Schnitt 39,9 Stunden beträgt. 2015 waren es noch 42 Stunden. Die Verkürzung der Arbeitszeiten scheint direkten Einfluss auf die Jobzufriedenheit der Expats zu haben: Fanden 2015 lediglich 64 Prozent ihre Arbeitszeit in Ordnung, so sind es heute ganze 70 Prozent. 68 Prozent sind darüber hinaus mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden im Vergleich zu 63 Prozent 2015. Expats aus Deutschland arbeiten hingegen etwas mehr (41,4 Stunden) und sind etwas weniger zufrieden mit ihrer Arbeitszeit (65 Prozent).

Abgesehen davon halten 67 Prozent der Expats ihren Arbeitsplatz für sicher. Die Jobsicherheit ist durch die Coronapandemie einer der wichtigsten Faktoren in Sachen Zufriedenheit von Mitarbeiter:innen geworden. Gleichzeitig muss angemerkt werden, dass 51 Prozent der Expats unzufrieden mit ihren Karrierechancen sind. Auch das könnte eine Folge der Krise sein.

Remote Work und flexible Arbeitszeiten: Das schätzen Expats an ihrem Job

Auch für Expats ist die Möglichkeit auf Remote Work ein wichtiger Teil ihres Arbeitslebens geworden – unter anderem durch die Coronapandemie. 78 Prozent können mobil oder von zu Hause aus arbeiten und 28 Prozent gefällt diese Tatsache „sehr“. Lediglich 16 Prozent können aufgrund ihrer Tätigkeitsart nicht remote arbeiten. Ebenfalls 16 Prozent geben an, dass sie die Möglichkeit haben, sie aber in der Regel nicht in Anspruch nehmen. Nur sechs Prozent der Arbeitgeber:innen verweigert den Mitarbeiter:innen Remote Work und drei Prozent der Expats mögen das Modell „überhaupt nicht“.

39 Prozent der Expats arbeiten übrigens komplett ortsunabhängig und 18 Prozent sind mindestens 15 Tage im Monat remote unterwegs. So ist es keine Überraschung, dass 32 Prozent die Remote Work als „Highlight“ ihres aktuellen Jobs bezeichnen. Mit 32 Prozent wird außerdem die gute Work-Life-Balance als Highlight genannt sowie flexible Arbeitszeiten (28 Prozent). Expats möchten auf diese Wohlfühlfaktoren auch in Zukunft nicht verzichten, wünschen sich aber gleichzeitig auch eine gute Bezahlung und Zusatzleistungen (54 Prozent), und kreative, abwechslungsreiche Aufgaben (29 Prozent).

Mit Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht, © InterNations

Und auch die Expats aus Deutschland schätzen New-Work-Konzepte in ihrem aktuellen Job sehr. 36 Prozent nennen als aktuelles Highlight die kreativen Aufgaben, 33 Prozent die Möglichkeit auf Remote Work und 29 Prozent die flexiblen Arbeitszeiten. Erst auf Platz vier folgt mit knapp 29 Prozent das hohe Gehalt. Es zeigt sich, dass New Work in den Köpfen von Arbeitnehmer:innen angekommen ist und diese sie auch zu schätzen wissen – teilweise sogar mehr als ein hohes Gehalt. Die folgende Übersicht zeigt noch einmal im Detail, wie die Expats aus Deutschland ihre Situation einschätzen:

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In diesen Ländern wird New Work am meisten gelebt

58 Prozent der Expats erklären, dass ihnen New-Work-Konzepte am Arbeitsplatz wichtig sind. Doch in welchen Ländern setzen die Arbeitgeber:innen diese auch wirklich um? Verglichen wurden 55 Länder hinblickend auf die Relevanz von New Work in den dortigen Unternehmenskulturen. Die Top 3 sind die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und Finnland. Bei Spitzenreiter USA geben 74 Prozent der Expats an, dass New Work eine entscheidende Rolle in der Unternehmenskultur spielt. Die Worst 3 hingegen, wo New Work stark vernachlässigt wird, sind Südkorea, Ägypten und Japan. Deutschland landet lediglich im unteren Mittelfeld, was zeigt, dass es auch hierzulande noch viel Potential nach oben gibt.

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Der Report macht vor allem eines deutlich: Remote Work und andere New-Work-Konzepte werden für Arbeitnehmer:innen immer relevanter, egal ob diese in ihrem Heimatland arbeiten oder als Expats im Ausland tätig sind. Auch die Arbeitgeber:innen haben das immer mehr erkannt und versuchen ihren Angestellten entgegenzukommen. Dennoch gibt es noch viel Luft nach oben, was gerade auch das Ranking hinsichtlich der Relevanz von New Work in den einzelnen Ländern zeigt. Wer zufriedene Mitarbeiter:innen möchte und diese auch langfristig binden will, wird in Zukunft nicht umher kommen, die Entwicklungen der modernen Arbeitswelt anzuerkennen und umzusetzen.

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