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Rückkehr aus der Elternzeit: Und was jetzt?

Rückkehr aus der Elternzeit: Und was jetzt?

Selina Beck | 06.07.26

Wenn die Elternzeit endet, beginnen viele Fragen im Job: Wie kehre ich zurück? Gibt es wieder eine Einarbeitung? Soll ich etwas vorbereiten? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Die Elternzeit kann von wenigen Monaten bis zu drei Jahren Pause im Job andauern. Rechtlich haben Mütter und Väter Anspruch auf diese Zeit für ihr Neugeborenes (bis zu drei Jahre) – ebenso wie ein Anrecht auf die Rückkehr nach der Elternzeit in die Firma mit gleichwertigem Arbeitsplatz (außer bei befristeten Anstellungen). Das regelt das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), speziell § 15.

Dennoch sind viele Eltern nach vor allem mehrjähriger Pause im Job verunsichert: Wie kehre ich in meinen alten Job zurück? Muss ich etwas ankündigen und/oder vorbereiten? Was hat sich während meiner Elternzeit verändert? Brauche ich nochmal eine Einarbeitung? Wir haben die wichtigsten Antworten für dich vorbereitet.

Bald endet meine Elternzeit. Was soll ich tun?

Wenn die Betreuung für dein Kind gesichert ist, kannst du dich direkt mit deinen Vorgesetzten in Verbindung setzen und deine Firma kontaktieren. Generell besteht zwar keine Pflicht für Arbeitnehmer:innen, sich vor Ende der Elternzeit bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzumelden, aber für einen guten Wiedereinstieg gehört eine informelle Mail über deine Rückkehr dazu.

Du kannst in einer freundlichen Mail deine Kolleg:innen und Chef:innen darüber informieren, wann dein Wiedereinstieg erfolgt. Erwähne doch im Zuge dessen gerne, dass du dich auf den Wiedereinstieg freust und frage nach, ob es schon einen Plan für deinen ersten Arbeitstag und eine Wiedereinarbeitung gibt.

Auch wenn du schon länger im Unternehmen bist, kann ein zweites Onboarding nicht schaden, denn so bist du über neueste interne Firmen-News wieder informiert und kannst deine offenen Fragen direkt ansprechen, sodass du sicher wieder in deinen alten Beruf zurückkehren kannst.

Zudem solltest du noch deine Krankenkasse über deinen beruflichen Wiedereinstieg informieren, so bist du auf der sicheren Seite.

Falls du einen routinierten Alltag wieder einüben willst, empfiehlt es sich, schon eine Woche vor Arbeitsbeginn wieder den Wecker auf die übliche Aufstehzeit bei Arbeitsbeginn zu stellen und üben, mit Kind(ern) pünktlich aus dem Haus zu kommen.

Mein erster Arbeitstag steht an. Soll ich etwas vorbereiten?

Du solltest auf jeden Fall Fragen vorbereiten, die dich beschäftigen. So könntest du etwa fragen: Hat sich firmenintern etwas geändert (beispielsweise eine neue Leitung)? Haben sich relevante Arbeitsabläufe verändert – etwa durch den Einsatz von KI-Tools? Gibt es Veränderungen im Team (neue Mitarbeiter:innen, Elternzeit von Kolleg:innen etc.)? Du kannst hier alles fragen, was dir wichtig ist und du für deine Arbeit als relevant betrachtest.

Kleiner Tipp: Bringe doch gerne einen selbstgebackenen Kuchen oder Pralinen mit, da werden sich die Kolleg:innen freuen, und du kannst in entspannter Atmosphäre wieder in deinen Arbeitsalltag starten.

Stelle dich auch darauf ein, dass deine Kolleg:innen sicher neugierig sein werden, wie es dir mit deiner neuen Rolle sowie deinem Kind geht. Freue dich über das ehrliche Interesse, aber erzähle auch immer nur private Infos, mit denen du dich wohlfühlst. Eine lockere Anekdote über den neuesten Streich deines Kindes kommt beispielsweise gut an beim Wiedereinstieg.

Ich bin etwas nervös über den Wiedereinstieg. Wie gehe ich damit um?

Bei Nervosität denk daran: Auch wenn es sich wie dein erster Arbeitstag anfühlt, du hast bereits in der Firma und/oder in dem Job gearbeitet und bist kein:e Anfänger:in mehr. Es ist normal, (etwas) beunruhigt über den Wiedereinstieg zu sein, aber du kannst dir sicher sein, dass du dich schneller wieder einfinden wirst als erwartet.

Sprich sonst auch gerne mit Kolleg:innen, die dir nahestehen und/oder die selbst in Elternzeit waren. Sicher können sie dich verstehen, dir beistehen und Fragen beantworten, sodass du nicht alleine durch den Wiedereinstieg gehen musst.

Und denk daran: Niemand erwartet von dir, dass du direkt von null auf 100 startest. Jede:r weiß aus eigener Erfahrung, dass es einige Zeit dauert, etwa nach einem Urlaub, die Mails durchzugehen, selbst wieder in den Arbeitsablauf zu kommen und mit neuen Programmen zurechtzukommen.

Muss ich sonst noch etwas wissen?

Generell haben Stillende während der ersten zwölf Monate nach der Geburt das Recht auf bezahlte Stillzeiten (bei Vollbeschäftigung mindestens zweimal täglich 30 Minuten oder einmal täglich 60 Minuten). Diese Zeit wird nicht auf die reguläre Pausenzeit angerechnet.

Außerdem hat jedes Elternteil Anspruch auf bis zu 15 Kinderkrankentage pro Kind. Bei Alleinerziehenden gibt es pro Kind 30 Kinderkrankentage pro Jahr.

Aktuelle Studie zeigt Belastungen von Familien

Generell müssen auch Arbeitgeber:innen den Stress von Eltern berücksichtigen. Vier von fünf Familien in Deutschland fühlen sich im Alltag mental belastet. Das zeigt eine repräsentative Studie der R+V Versicherung. Alltagsstress, Mental Load, wirtschaftliche Unsicherheit und fehlende Betreuungsangebote setzen Familien zunehmend unter Druck. 80 Prozent der Befragten gaben an, im Alltag unter einer spürbaren mentalen Belastung zu leiden.

Die Belastung wirkt sich insbesondere auf Mütter aus. Eine Analyse des Statistischen Bundesamts zur Verteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit bei Eltern mit Kindern unter drei Jahren zeigt, dass Frauen weiterhin den deutlich größeren Anteil an Sorgearbeit übernehmen.

Die Aufteilung der Care-Arbeit ist noch lange nicht gleichberechtigt aufgeteilt, © Bundesstiftung Gleichstellung, Grafik
Die Aufteilung der Care-Arbeit ist noch lange nicht gleichberechtigt aufgeteilt, © Bundesstiftung Gleichstellung


Familie und Job unter einen Hut bekommen

– Hälfte aller Eltern fühlt sich von Arbeitgeber:innen allein gelassen

Mutter mit Kindern
© Alexander Dummer – Unsplash


Unternehmen und Politik sollten Familien unterstützen

Familienfreundlichkeit wird damit auch zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen und auch Personaler:innen sollten dies berücksichtigen. Möglichkeiten für Home Office, Teilzeit sowie flexible Arbeitszeiten können Familien entlasten und Fachkräfte anlocken.

Viele Eltern sehen aber auch die Politik im Handlungszwang: Drei von vier befragten Eltern wünschen sich stärkere Unterstützungen von staatlichen Institutionen – insbesondere vom Bildungs- und Gesundheitssystem. 72 Prozent geben außerdem an, dass passende Hilfsangebote für ihre individuelle Situation fehlen. Praktische Alltagstipps, Achtsamkeitsübungen und Hinweise auf Hilfsangebote findest du unter anderem auf der Plattform der R+V Versicherung oder beim Familienportal des Bundes.

Welche Erfahrungen hast du nach dem Ende der Elternzeit gesammelt oder steht es dir noch bevor? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!


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