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Karriere Tipps
Gen Z und Emojis am Arbeitsplatz

Gen Z und Emojis am Arbeitsplatz

Selina Beck | 17.11.22

Bei Emojis am Arbeitsplatz kann es immer wieder zu Missverständnissen kommen – vor allem zwischen den Generationen.

Mal eben kurz ein Lächel-Emoji oder eine virtuelle Kaffeetasse statt einer längeren Antwort an die Kolleg:innen geschickt – das hat sicherlich schon jede:r Angestellte am Arbeitsplatz gemacht. Emojis verkürzen und erleichtern die Kommunikation, können jedoch teilweise auch zu Missverständnissen führen. Vor allem bei der Generation Z und älteren Generationen kommt es im Chat häufig zu Missverständnissen.

Lächeln wird virtuell anders wahrgenommen

Seit den 2010er-Jahren steigt die Verwendung von Emojis rasant an – vor allem aufgrund von Chat-Plattformen wie Microsoft Teams und Slack. Doch Emojis besitzen je nach User und Kontext unterschiedliche Bedeutungen, können also ähnlich wie Sprache selbst missverstanden werden.

Eine Studie der Ben-Gurion-Universität zeigte bereits vor einigen Jahren, dass Smileys Geschäftsbeziehungen beeinflussen. Die Wissenschaftler:innen kamen zu dem Ergebnis, dass Emojis in geschäftlichen E-Mails von den Empfänger:innen als inkompetent wahrgenommen werden. Studienautorin Ella Glikson erklärte damals, dass ein Smiley nicht die Wärme und Freundlichkeit eines wirklichen Lächelns ausdrücken kann. Ein Smiley kehrt laut der Expertin die eigentliche Wirkung des Lächelns quasi um und dadurch entsteht eine inkompetente Wahrnehmung:

A smiley ist not a smile.

Zudem schreibt Fast Company über ihre Ergebnisse, dass Branche und Geschlecht eine wichtige Rolle dabei spielen, welche Emojis am Arbeitsplatz als akzeptabel gelten. So sagt Glikson, dass beispielsweise ein:e IT-Mitarbeiter:in beim Job besser mit Emojis umgehen kann als ein:e Beschäftigte:r im Finanzwesen. Zudem wollten Frauen die Kommunikation mit männlichen Managern lieber formeller halten.

Das Alter beeinflusst die Emoji-Nutzung

Bei der Verwendung von Emojis spielt auch das Alter eine wichtige Rolle, da dies einen großen Einfluss darauf hat, welche Bedeutung ein User bestimmten Emojis zuschreibt, schildert Anne Framroze, Dozentin an der Annenberg School for Communication an der University of Southern California:

Each generation has their own norms and styles of expression, ones that fit and reflect their values and belief systems. In the workplace or elsewhere, such emoji use can cause misunderstandings.

Eine Studie von Slack und Duolingo zeigt, dass 60 Prozent der deutschen Beschäftigten Emojis bei Nachrichten an ihre Kolleg:innen nutzen. Dies liegt auch daran, dass 61 Prozent der Arbeitnehmer:innen der Meinung sind, dass sich eine Nachricht ohne Emojis nicht vollständig anfühlt.

Diese Emojis sind No-Gos am Arbeitsplatz

In der Studie wurde zudem deutlich, dass es bei der Kommunikation mit Kolleg:innen No-Go Emojis gibt: Dazu zählen laut den meisten Arbeitnehmer:innen das Kussmund-Emoji und das Zungen-Emoji.

Fast 60 Prozent der Befragten sagen, dass sie nicht wussten, dass viele Emojis mehrere Bedeutungen haben. Dabei spielen auch die Generationsunterschiede eine Rolle. Jüngere Berufstätige gaben eher an, dass Empfänger:innen eine Emoji-Nachricht von ihnen bereits falsch verstanden haben. Die meisten Befragten senden eher ein Emoji an Gleichaltrige oder Jüngere. 28 Prozent hingegen ist das Alter bei der Verwendung von Emojis egal.

Zu Missverständnissen bei der Bedeutung führen vor allem der Kuss-Smiley, das Zwinker-Emoji und die Aubergine. Auch das Totenkopf-Emoji polarisiert. Verwechselt werden außerdem öfter das schluchzende Emoji und das „Weinen vor Lachen“-Emoji.

So können Missverständnisse vermieden werden

Viele aus der Gen Z passen sich bei der Verwendung von Emojis an ihre Vorgesetzten und Kolleg:innen an. Dabei spielt auch die Unternehmenskultur eine Rolle. Für zahlreiche Firmen bieten Emojis in geschäftlichen Chat-Programmen auch eine Vereinfachung. So kann etwa ein Häkchen-Emoji statt der Aussage „Das habe ich erledigt“ verwendet werden.

Expert:innen empfehlen bei der Emoji-Nutzung im formellen Kontext Zurückhaltung. Nicht hinter jeden Satz müsse ein Lächel-Smiley gesetzt werden. Emojis sollten lediglich unterstützend zur Aussage verwendet werden, solange ein:e Arbeitnehmer:in die Kolleg:innen noch nicht so gut kennt.


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