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Human Resources
Auswirkungen mobiler Arbeit: Produktiv, aber erschöpft

Auswirkungen mobiler Arbeit: Produktiv, aber erschöpft

Marié Detlefsen | 08.07.24

Mobiles Arbeiten aus dem Home Office steigert die Produktivität, erschwert aber das Abschalten und erhöht die emotionale Erschöpfung. Das verdeutlicht eine neue Studie der BARMER. Wir zeigen dir, welche positiven und negativen Effekte hybride Arbeitsmodelle auf deine Gesundheit haben.

Mobiles Arbeiten, insbesondere aus dem Home Office, gewinnt zunehmend an Bedeutung und beeinflusst das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden auf vielfältige Weise. Die Langzeitstudie „social health@work“ der BARMER und der Universität St. Gallen hat sich eingehend mit diesen Veränderungen auseinandergesetzt und herausgefunden, welchen Einfluss mobiles Arbeiten auf die Gesundheit nimmt. Wir stellen dir die Ergebnisse vor.

Mehr Produktivität, aber größere Erschöpfung

Die Studie befragte seit Juli 2020 mehr als 8.000 Beschäftigte aus mehr als 22 Branchen halbjährlich in ganz Deutschland. Dabei stellte sich heraus, dass mobiles Arbeiten die Produktivität der Beschäftigten steigert. Seit Mitte 2022 ist der Anteil derjenigen, die sich als produktiv empfinden, von 57 auf 60 Prozent gestiegen. Auch das eigene Engagement am Arbeitsplatz ist von 31 auf 34 Prozent gestiegen.

60 Prozent fühlen sich durch mobiles Arbeiten produktiver.
60 Prozent fühlen sich durch mobiles Arbeiten produktiver, © BARMER

Doch diese erhöhte Produktivität bringt auch Herausforderungen mit sich: Die Fähigkeit, nach Feierabend abzuschalten, hat abgenommen. Die Zahl derjenigen, die es schwer finden, die Arbeit in ihrer Freizeit zu vergessen, stieg von 47 Prozent auf 53 Prozent. Dies deutet auf eine zunehmende Vermischung von Arbeits- und Privatleben hin, die zu emotionaler Erschöpfung führen kann. Insgesamt gaben vergleichsweise mehr Angestellte an, sich emotional erschöpft zu fühlen (von 23 auf 24 Prozent). Stephan Hündorf, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Halle (Saale) unterstreicht die Bedeutung eines aktiven Grenzmanagements im Home Office, um Konflikte zwischen Beruf und Privatleben zu vermeiden:

Hybrides Arbeiten hat Vor- und Nachteile. Es steigert die Flexibilität, lässt aber auch Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen und kann zu Stress und Erschöpfung führen. Deshalb muss mit den neuen Formen des Arbeitens sachgerecht umgegangen werden, damit Beschäftigte langfristig gesund und leistungsfähig bleiben.

Mobiles Arbeiten bleibt, wenn auch reduziert

Trotz der Rückkehr vieler Unternehmen zu mehr Präsenzarbeit bleibt mobiles Arbeiten ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags. Während der Pandemie verbrachten Beschäftigte bis zu 36 Prozent ihrer Arbeitszeit im Home Office, aktuell sind es noch 28 Prozent. Die Zufriedenheit mit der Flexibilität der Arbeitsbedingungen bleibt hoch, wobei mehr als die Hälfte der Befragten (62 Prozent) dies positiv bewertet. Prof. Dr. Stephan Böhm von der Universität St. Gallen hebt hervor, dass Führungskräfte dafür sorgen müssen, dass Teams trotz räumlicher Distanz effektiv zusammenarbeiten und ein Gefühl der Verbundenheit bewahren:

Auch wenn Unternehmen wieder verstärkt zur Präsenzarbeit übergehen, bleiben die positiven Effekte des hybriden Arbeitens erhalten. Führungskräfte haben sich den veränderten Bedingungen ebenfalls angepasst und ihre virtuellen Führungsfähigkeiten weiterentwickelt.

Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede in der Digitalisierung zwischen verschiedenen Branchen. Seit dem Ende der Coronapandemie hat die Digitalisierung in fast allen Bereichen leicht abgenommen. Branchen wie das Gastgewerbe, die Hotellerie und der Tourismus verzeichnen einen niedrigen Digitalisierungsgrad, während Sektoren wie Verwaltung, öffentliche Dienstleistungen und vor allem Marketing, Werbung und PR stärker digitalisiert sind.

KI wirkt positiv auf die Gesundheit

Die Studie wirft außerdem einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Neue Technologien, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz, werden zunehmend im Arbeitsalltag genutzt und können ebenfalls Chancen und Herausforderungen für die persönliche Gesundheit bieten. So stieg der Anteil derer, die KI bereits jetzt häufig nutzen, von 2,3 auf 3,4 Prozent und derer, die dies gar nicht nutzen, sank von 62,4 auf 50,5 Prozent. Dadurch wird deutlich, welchen Einfluss Technologien bereits in den vergangenen Jahren auf die Arbeitsweite von Arbeitnehmer:innen haben.

Immer mehr Menschen nutzen KI bei der Arbeit.
Immer mehr Menschen nutzen KI bei der Arbeit, © BARMER

Bereits zum aktuellen Zeitpunkt lässt sich laut Studie bereits erkennen, welchen Einfluss die Nutzung von KI auf die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen hat. So fördert sie die Produktivität und den eigenen Erfolg. Außerdem wurden positive Entwicklungen im Bereich des Engagements, der Arbeitsleistung und der psychischen Gesundheit der Befragten festgestellt.

Unternehmen müssen Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten schaffen

Mobiles Arbeiten hat das Potenzial, die Produktivität zu steigern, birgt jedoch auch das Risiko erhöhter Erschöpfung und der Stressförderung. Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Arbeitsformen ist daher entscheidend, um langfristig die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu gewährleisten. Führungskräfte und Unternehmen sind gefordert, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Vorteile des mobilen Arbeitens nutzen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen minimieren. Deshalb sollten Unternehmen darauf achten, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die gesundes und erfolgreiches Arbeiten fördern.


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© Sanket Mishra – Pexels, via Canva

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