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IT-Branche will weiblicher werden – bloß wie?

IT-Branche will weiblicher werden – bloß wie?

Caroline Immer | 08.03.22

Einer Bitkom-Studie zufolge setzt sich ein Großteil der IT-Unternehmen mit der Erhöhung des Frauenanteils auseinander. Doch an konkreten Zielen mangelt es vielen.

Der Digitalverband Bitkom befragte im Rahmen einer Studie 500 Unternehmen der IT-Branche zu ihren Plänen und Meinungen zur Förderung von Frauen. Der geringe Anteil an weiblichen Angestellten in einem Großteil der Unternehmen macht deutlich: Konkrete Maßnahmen sind bitter notwendig.

Höherer Frauenanteil bei größeren Unternehmen

Die Studie zeigt auf, dass etwas mehr als jedes zehnte Unternehmen keine einzige Frau in der Belegschaft hat. Die Mehrheit, nämlich 76 Prozent, hat einen Frauenanteil bis maximal 25 Prozent. Nur sieben Prozent der Unternehmen beschäftigen 26 bis 50 Prozent Frauen – ein geringerer Teil an Unternehmen als jene, die über gar keine weiblichen Angestellten verfügen. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass der Frauenanteil mit der Größe des Unternehmens ansteigt. Bei den Firmen mit über 500 Beschäftigten liegt die Quote jener, die mehr als ein Viertel Frauen beschäftigen, bei immerhin 22 Prozent. In kleinen und mittelständischen Unternehmen ist insbesondere der Anteil von Frauen in Führungspositionen dafür erschreckend gering.

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Die Vizepräsidentin des Bitkom Sabine Bendiek betont bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse:

Die digitale Wirtschaft muss weiblicher werden. Gemischte Teams sind für den Erfolg von Unternehmen extrem wichtig. Und wir sind auf Frauen angewiesen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und nachhaltiges Wachstum zu sichern. Die Zahlen sind ein Weckruf.

Nur 4 von 10 Unternehmen verfolgen konkrete Ziele

24 Prozent der befragten Unternehmen haben sich Ziele gesetzt, um ihren Frauenanteil zu erhöhen, bei 14 Prozent ist dies bereits konkret in Planung. Bei weiteren 29 Prozent wird die stärkere Förderung von Frauen derzeit diskutiert. Ein immer noch erschreckend hoher Anteil von 29 Prozent hat sich keinerlei solcher Ziele gesetzt und plant dies auch in Zukunft nicht.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Großteil gibt an, nicht über genügend Bewerberinnen zu verfügen. Weitere 30 Prozent sagen, Frauen würden ihnen angebotene Positionen ablehnen. 21 Prozent erklären, aktuell andere Prioritäten zu haben, 15 Prozent sehen in der Erhöhung des Frauenanteils keinen Handlungsbedarf und ganze 14 Prozent geben zu, Frauen als „wegen Familie ungeeignet“ anzusehen.

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Die Vermutung von 66 Prozent der Befragten, traditionelle Rollenbilder hätten zu dem geringen Frauenanteil in Führungspositionen beigetragen, scheint demnach in Teilen bestätigt. Als weiteren Grund für die niedrige Frauenquote nennen viele der Befragten Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg, etwa nach einer Schwangerschaft. Diese treten, wie 78 Prozent der Befragten meinen, mitunter aufgrund der mangelnden Betreuungsinfrastruktur auf.

Förderung durch Weiterbildung

Doch welche konkreten Maßnahmen verfolgen jene Unternehmen, die die Wichtigkeit der stärkeren Förderung von Frauen erkannt haben? Der Großteil gibt an, Weiterbildungsprogramme entweder bereits einzusetzen (40 Prozent) oder dies zu planen (15 Prozent). Auch familienfreundlichere Arbeitsbedingungen sieht ein großer Teil der Unternehmen als wichtig an. Problematisch ist, dass in jedem zweiten Unternehmen eine Person, welche für die Gleichstellung zuständig ist, fehlt.

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Bendiek erklärt, wie wichtig die Umsetzung konkreter Maßnahmen ist:

Die meisten Unternehmen wissen, wie wichtig die Gleichstellung von Männern und Frauen für ihre Zukunft ist. Jetzt müssen sie spezifische Maßnahmen treffen, um Frauenkarrieren wirksam zu fördern. Es braucht Role Models und die gezielte Ansprache von Frauen in der Personalgewinnung, starke Frauen mit Führungsverantwortung, leistungsfähige Netzwerke und ganz konkrete Maßnahmen wie die Verankerung von Frauenförderung in Zielvereinbarungen von Führungskräften.

Dass diverse Teams über viele Stärken verfügen, ist dem Großteil der Befragten bewusst. So finden etwa ganze 93 Prozent, dass gemischte Teams zu einem besseren Betriebsklima beitragen. Du willst wissen, wie du deine Teams bunter und produktiver gestalten kannst? Konkrete Tipps zum Diversity Recruiting findest du hier.

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Kommentare aus der Community

Kyra am 28.03.2022 um 16:07 Uhr

Das scheint eine gute Initiative der IT-Branche zu sein! Meine Tochter möchte vielleicht in dieser Branche arbeiten. Sie muss aber zuerst das Abitur schaffen!

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