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Human Resources
Weniger Chefinnen im Mittelstand: Woran liegt es?

Weniger Chefinnen im Mittelstand: Woran liegt es?

Caroline Immer | 07.03.22

Nach einer Steigerung in 2020 ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen in mittelständischen Unternehmen nun wieder gesunken. Wir erklären, wie es dazu kommen konnte.

Der Anteil der Chefinnen in KMU ist immer noch erschreckend gering. Wie eine aktuelle Sonderauswertung von KfW Research zeigt, lag dieser im vergangenen Jahr bei nur 16 Prozent. Dies entspricht einer Zahl von 608.000 Chefinnen in den etwa 3,8 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland. 2020 lag der Anteil noch bei 16,8 Prozent, während der Höchststand 2013 mit 19,4 Prozent erreicht wurde. Ein Aufwärtstrend ist mit Blick auf die vergangenen Jahre demnach nicht zu erkennen.

© KfW Research

Weniger Gründungstätigkeit als Grund

Die Abnahme hängt laut Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, mit dem Rückgang der Existenzgründungen zusammen. So lag die Zahl der Gründerinnen 2020 bei nur 205.000. Außerdem seien Frauen in Führungspositionen häufiger im Dienstleistungssektor tätig, welcher besonders stark unter der Coronakrise litt:

Wer Chefinnen möchte, der braucht Gründerinnen und Frauen in allen Wirtschaftsfeldern oder Branchen. Und so müssen wir auch am diesjährigen Weltfrauentag leider feststellen: Der Chefinnenanteil in mittelständischen Unternehmen nimmt auf niedrigem Niveau sogar noch ab. Neben einer häufig weiterhin ‚traditionellen‘ Arbeitsteilung bei Haushalt und Kinderbetreuung beeinflussen weiterhin auch eine geschlechterstereotype Ausbildungs- und Berufswahl die Gründungsneigung von Frauen negativ und sorgen dafür, dass sie oft im Dienstleistungssektor tätig sind, der von der Coronakrise besonders hart getroffen war. An diesen Aspekten muss angesetzt werden.

Mehr Akademikerinnen in Führungspositionen

Eine bemerkenswerte Entwicklung ist der Zuwachs an Akademikerinnen in Führungspositionen. Ganze 58 Prozent der Chefinnen verfügen über einen tertiären Bildungsabschluss – das sind 18 Prozent mehr als noch vor acht Jahren. Trotz dessen ist es, so die Studie, zumindest kurzfristig unwahrscheinlich, dass die Führungsetage des Mittelstands weiblicher wird. In bestimmten Branchen liegt die Frauenquote besonders niedrig – etwa im Verarbeitenden Gewerbe mit nur vier Prozent.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich in den Unternehmen, die unter die verbindliche Quotenregelung fallen. Hier lag der Anteil der Frauen in Führungspositionen 2021 bei immerhin 35,4 Prozent, was einer Steigerung von zehn Prozentpunkten seit 2015 entspricht. Die Hoffnung auf eine positive Auswirkung dieses Anstiegs auf die Führungsetagen kleinerer Unternehmen blieb, so die KfW-Studie, bislang jedoch unerfüllt.

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