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Money Dysmorphia: Drei Viertel der Gen Z fühlen sich finanziell abgehängt

Money Dysmorphia: Drei Viertel der Gen Z fühlen sich finanziell abgehängt

Selina Beck | 15.07.26

Money Dysmorphia beschreibt die Distanz zwischen Realität und gefühlter Wahrnehmung der Finanzen: also das Gefühl, finanziell abgehängt zu sein, ohne dass dies den Zahlen entspricht. Gen Z kennt dieses Gefühl nur zu gut. Wir haben Tipps für dich gesammelt, wie du mit dem Gefühl besser umgehen kannst.

Geldsorgen und Money Dysmorphia sind für die Gen Z keine Fremdwörter – das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage von Taxfix. Doch auch im Gesamtdurchschnitt liegt der Wert des Phänomens Money Dysmorphia bei 48 Prozent. Gelddysmorphie beschreibt das Gefühl der Betroffenen, trotz etwas Erspartem und Job immer im Hinterkopf zu haben, knapp bei Kasse zu sein.

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Warum junge Menschen unter Gelddysmorphie leiden

Eine Frau hält eine leere Brieftasche
© Andrea Piacquadio – Pexels


Aber natürlich stecken auch hinter diesem Phänomen begründete Sorgen: steigende Mieten, hohe Energiekosten, umstrittene Reformen und die Kaufkraftbelastungen sorgen auch bei vielen jungen Menschen für Unsicherheiten bezüglich ihrer finanziellen Sicherheit. Vor allem Studierende befürchten weiterhin das geplante Wegfallen der Steuer- und Abgabefreiheit bei Minijobs.

Gelddysmorphie beeinflusst Freundschaften

Diese Unsicherheit hat weitreichende Konsequenzen: Drei Viertel der unter 25-Jährigen erklären, dass Geldsorgen regelmäßig auf ihre Stimmung drücken. 35 Prozent haben Angst, ihren Kontostand zu sehen. Zudem hat fast die Hälfte der Befragten bereits mindestens eine Verabredung abgesagt, weil das Geld knapp war oder es sich so anfühlte. Auch auf Freundschaften wirkt sich Gelddysmorphie aus, denn für mehr als jede:n Dritte:n hat der finanzielle Vergleich mit Freund:innen bereits eine Freundschaft belastet.

Die sozialen Medien verstärken Money Dysmorphia zusätzlich, denn hier vergleichen viele aus der jungen Generation ihre finanzielle Situation mit Influencern, sodass sie ihre wirtschaftliche Lage schlechter einschätzen, als sie eigentlich ist. Urlaubsfotos auf Instagram oder berufliche Finanzerfolge, die beispielsweise bei Reddit oder Threads geteilt werden, sorgen bei Betroffenen für Druck und innere Anspannung. 72 Prozent der 18- bis 24-Jährigen schauen mindestens einmal in der Woche Finanz-Content auf TikTok, Instagram oder YouTube. Bei allen Altersgruppen liegt der Wert bei 42 Prozent.

Dabei fühlen sich fast 60 Prozent der unter 25-Jährigen von diesem Content verunsichert oder gestresst. Aber dennoch scrollen vier von zehn Befragten der Gen Z trotzdem weiter, auch wenn es ihnen dadurch schlechter geht. Im Durchschnitt sind es bei allen Altersklassen 26 Prozent. Das Phänomen wird bereits als „Financial Doomscrolling“ bezeichnet.

Für die Studie im Auftrag von Taxfix hat das Marktforschungsunternehmen Qualtrics repräsentativ über 2.000 Personen in Deutschland, die in der Vergangenheit eine Steuererklärung abgegeben haben, im Januar 2026 online befragt.

Fünf Tipps gegen Money Dysmorphia

Steuerexpertin Juliane Kutzke warnt vor der gesellschaftlichen Ignoranz dieses Themas:

Über Inflation und Rentenlücke reden wir längst. Über das Gefühl, finanziell nicht hinterherzukommen, fast nie. Für viele junge Menschen ist Social Media der einzige Finanzberater, den sie kennen. Wer sich Stunden durch Finanz-Content scrollt, sieht aber keine Realität. Was bleibt, ist ein Dopamin-Kick und das Versprechen einer Lösung. Beides hält kurz an und die Angst bleibt.

Sie rät den Betroffenen zunächst, regelmäßig den Kontostand zu checken, damit sich ein Gefühl der Gewöhnung einstellt. Wer einmal pro Woche in die Konto-App schaut, gewöhnt sich daran und verliert die Angst davor.

Zudem soll das Bewusstsein beim Konsumieren von sozialen Medien geschärft werden. Denn wer sich auf TikTok Finanz-Content ansieht, sieht keine Gleichaltrigen zum angemessenen Vergleich, sondern die lautesten Ausreißer nach oben. Laut dem Gehaltsvergleichsportal Kununu liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt von Absolvent:innen bei 32.000 Euro. Generell helfen Gehaltsvergleichsportale wie der Entgeltatlas der Agentur für Arbeit für realistische Vergleichszahlen.

Die Steuerexpertin verweist zudem darauf, dass es beim ersten Job normal ist, noch nicht zu wissen, wie mit dem Geld umgegangen werden soll. Sie rät zur Faustregel „50 Prozent für Fixkosten, 30 Prozent fürs Leben und 20 Prozent fürs Sparen“.

Money Dysmorphia erkennen Betroffene zunächst im Körper. Vor allem durch Schlafprobleme wird die Problematik sichtbar. So können Unruhe, Grübeln und Doomscrolling in der Nacht Warnhinweise sein.

Ein letzter Tipp: Es ist in Ordnung, Freund:innen gegenüber zu sagen, dass der Brunch oder das Konzert aktuell zu teuer für dich sind. Das gehört auch zur finanziellen Selbstbestimmung.


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© Pixabay – Pexels


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