Human Resources
Bald keine Minijobs mehr? So reagieren die User in den sozialen Medien

Bald keine Minijobs mehr? So reagieren die User in den sozialen Medien

Selina Beck | 02.07.26

Mehr als 6,8 Millionen Menschen arbeiten als Minijobber:in. Jede:r Zwölfte ist damit von den möglichen Abschaffungen der Vergünstigungen betroffen. Was das für die Betroffenen und Unternehmen bedeutet und wie die Reaktionen in den sozialen Medien ausfallen.

Die Rentenkommission hat einen kontroversen Vorschlag für die Minijobs gemacht: Alle Vergünstigungen bei Steuern und Sozialabgaben sollen wegfallen – außer für Schüler:innen. Die Bundesregierung will diese geplanten Reformen genauso umsetzen, was jedoch bereits jetzt für viel Widerspruch bei den knapp sieben Millionen Betroffenen und den Arbeitgeber:innen sorgt.

Bisher zahlen Arbeitnehmer:innen keine Sozialabgaben und Arbeitgeber:innen eine Pauschale von etwas über 30 Prozent. Folglich zahlen die Unternehmen hier eher mehr Abgaben, wohingegen geringfügig Beschäftigte keine bezahlen. Das soll sich nach den Plänen nun ändern: Der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobber:innen soll entfallen und die Beschäftigten sollen zukünftig wie andere Arbeitnehmer:innen die Renten-, Pflege- und Krankenversicherung bezahlen. Besonders Frauen, die mit 55,9 Prozent den meisten Minijobs nachgehen, wären betroffen.

Bei den Vorschlägen bleibt bisher offen, ob bestehende Minijobverträge automatisch umgestellt werden oder ob es Übergangsfristen geben würde. Auch wann die Umsetzungen erfolgen werden, ist noch offen, auch wenn von einigen Politiker:innen der Herbst als Zielzeitraum angegeben wird.

Folgen für geringfügig Beschäftige

Die Vorteile bei Minijobs sind für viele Beschäftigte, dass der Bruttolohn zugleich der Nettolohn ist und damit mehr Gewinn als bei anderen Teilzeitmodellen möglich ist. Zudem lassen sich Minijobs mit einem Umfang von etwa 43 Stunden im Monat beim Mindestlohn von 13,90 Euro und der Höchstgrenze von 603 Euro gut mit Familie, Pflegearbeit, Studium oder der Rente vereinbaren.

Diese Vorteile würden für viele mit der neuen Regelung entfallen. So könnten von den möglichen 603 Euro netto nur noch 475 Euro übrig bleiben. Die Frage ist jedoch dann für viele Beschäftigte, ob sich das neue Minijobmodell für sie dann noch lohnt oder ob sie sich auch ein Teilzeitmodell zeitlich trotz Care-Arbeit, Ehrenamt, möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen etc. vorstellen können oder ob sie die Erwerbsarbeit dann ganz aufgeben müssen beziehungsweise wollen. Zudem bleibt offen, ob viele Arbeitgeber:innen dann statt Minijobs auch Teilzeitjobs anbieten werden oder bei dem Minijobmodell bleiben wollen.

Auch für viele Arbeitnehmer:innen, die einer Vollzeitstelle nachgehen und sich beispielsweise abends bei einem Minijob noch etwas dazuverdienen, wäre die geplante Änderung nachteilig. Weiterhin wird es auch viele Studierende treffen, die in ihrem Studium auf jeden Euro angewiesen sind und aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten meist einen Minijob ausüben. Warum sie von der Regelung ebenso wie Schüler:innen nicht ausgenommen sind, bleibt offen.

So reagieren die User in den sozialen Medien auf die geplanten Änderungen

Die meisten Nutzer:innen in den sozialen Medien ärgern sich über die geplanten Änderungen. Viele betonen die zeitliche Flexibilität, die ein Minijob bietet, und die Notwendigkeit einer solchen Jobmodellform für Eltern, Studierende und Rentner:innen.

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Es gibt aber auch User, welche die Vorteile der Abschaffung der Minijobs sehen und auf bessere Teilzeitarbeitstellen hoffen.

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Auch für Unternehmen gibt es Nachteile

Doch auch viele Firmen profitieren von dem Jobmodell: Sie können flexibel Mitarbeitende einstellen, um etwa Saisonarbeit zu absolvieren, und auch die Einstellung über die Minijobzentrale ist unkompliziert und schnell erledigt. Vor allem in der Gastronomie und im Handel sind Minijobs weit verbreitet. So hat der Dehoga (Deutsche Hotel- und Gaststättenverband) Baden-Württemberg die Reformen bereits als „Katastrophe für das Gastgewerbe“ bezeichnet.

Arbeitsmarktexpert:innen sehen Vorteile in den Reformen

Die Bundesagentur für Arbeit sieht Minijobs als Problem an, da sie dazu führen, dass Angestellte keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. So sei etwa die Zahl der von Frauen geleisteten Arbeitsstunden eine der niedrigsten in der EU, so die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Andere Arbeitsmarktexpert:innen weisen auf das hohe Niedriglohnrisiko sowie die damit verbundene Armutsgefährdungsquote hin, da beim Minijob die Rentenversicherungseinzahlung auf Antrag abgelehnt werden kann.

Was ist deine Meinung zu der geplanten Änderung bei den Minijobs? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!


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