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Human Resources
Schluss mit 08/15: Mit diesen Benefits punktest du bei Mitarbeitenden

Schluss mit 08/15: Mit diesen Benefits punktest du bei Mitarbeitenden

Marié Detlefsen | 26.06.24

Benefits sind mehr als nur nette Extras. Erfahre, wie gezielte Leistungen die Motivation steigern oder die Bindung von Mitarbeiter:innen stärken können und warum sie so wichtig sind, um im Wettbewerb um Talente die Nase vorn zu behalten. Wir haben einige Beispiele parat.

Inmitten eines anhaltenden Fachkräftemangels stehen HR-Abteilungen in deutschen Unternehmen vor der Herausforderung, Mitarbeiter:innen langfristig zu binden. Benefits spielen hierbei eine sehr wichtige Rolle, jedoch zeigen die Ergebnisse des Circula Benefits-Reports 2023/24, dass viele Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Belegschaft nicht ausreichend verstehen.

Obwohl eine deutliche Mehrheit (86 Prozent) der Arbeitnehmer:innen in Deutschland von ihren Unternehmen Benefits erhält, nutzen nur 48 Prozent diese regelmäßig. Elf Prozent geben an, dass sie die angebotenen Benefits aufgrund eines umständlichen Zugangs oder mangelnder Passgenauigkeit nicht nutzen. Neun Prozent sind sich nicht einmal bewusst, welche Benefits ihnen zur Verfügung stehen oder ob sie überhaupt einen Anspruch darauf haben. Ein großes Problem besteht laut Beschäftigten auch darin, dass viele Unternehmen die gleichen Benefits anbieten. Dies ist insbesondere ein großes Problem für Arbeitgeber:innen, die mithilfe von Benefits eigentlich potenzielle neue Mitarbeiter:innen anwerben wollen. Ein frei zugänglicher Obstkorb oder der eigene Parkplatz am Standort reichen dabei längst nicht mehr aus.

Doch welche Benefits werden sich überhaupt gewünscht und wie kann man Bewerber:innen mit speziellen Angeboten für sich gewinnen? Im Folgenden stellen wir dir eine Auswahl von außergewöhnlichen und effektiven Benefits vor.

Arbeitnehmer:innen im Home Office erhalten kaum passende Leistungen

Laut der Studie sind Mobilitätszuschüsse (40 Prozent), flexible Arbeitsformen (36 Prozent) und Altersvorsorge-Benefits die attraktivsten Leistungen für Arbeitnehmer:innen. Es ist jedoch bemerkenswert, dass Mobilitätszuschüsse nur von 28 Prozent der Befragten angeboten werden, während flexible Arbeitsformen von 34 Prozent und Altersvorsorge-Benefits von 31 Prozent genutzt werden können. Geldliche Leistungen, wie zum Beispiel Einkaufsgutscheine, erhalten nur neun Prozent der Arbeitnehmer:innen. Ein weiteres Problem besteht in der Passgenauigkeit der angebotenen Benefits, welche auch stark vom Arbeitsort abhängen. So erhalten 23 Prozent der Arbeitnehmer:innen, die hauptsächlich im Home Office tätig sind, keine passenden Leistungen.

Diese drei Benefits wünschen sich Arbeitnehmer:innen am meisten.
Diese drei Benefits wünschen sich Arbeitnehmer:innen am meisten, © Circula

Fünf Benefits mit denen du Bewerber:innen überzeugen kannst

Doch womit kann man Bewerber:innen, abgesehen von den allgemein bekannten Benefits, noch überzeugen? Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt.

1. Essenszuschüsse als Zusatz zum Gehalt

Die Benefit-Plattform Hrmony oder aber auch Circula selbst, setzen unter anderem auf den beliebten Essenszuschuss. Hiermit können Beschäftigte ihre Essensausgaben beim Supermarkt, Bäcker oder im Restaurant einfach abfotografieren, zum Beispiel in der Hrmony App hochladen und mit dem nächsten Gehalt die steuerfreie Erstattung automatisch erhalten. Auf diese Weise fördern Unternehmen die Wertschätzung ihrer Angestellten und die Beschäftigten selbst sparen jeden Monat Geld bei alltäglichen Einkäufen.

Der Essenzuschuss ist ein beliebtes Benefit unter Mitarbeitenden.
Der Essenzuschuss ist ein beliebtes Benefit unter Mitarbeitenden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Hrmony

2. Kita-Zuschuss als Anreiz

Das Unternehmen Bendesk berät seine Kund:innen zum Thema Kita-Zuschuss. Mit dem Zuschuss zur Kita oder Tagesmutter lässt sich die Mitarbeiter:innenzufriedenheit und -bindung ganz einfach steigern. Berufstätige Eltern werden vom Staat gefördert, sodass dieser Benefit vollkommen gebührenfrei über Bendesk verwaltet werden kann.

Noch hilfreicher ist es für arbeitstätige Eltern, wenn Unternehmen sogar eigene Betreuungsangebote im Haus liefern – das kann zum entscheidenden Benefit werden. Der FC St. Pauli hat das in Hamburg sogar im eigenen Stadion abgebildet.

3. Sachbezugskarten bieten Mitarbeiter:innen echten Mehrwert

Eine sehr beliebte Möglichkeit stellen auch Sachbezugskarten dar, die zum Beispiel von Edenred oder givve verwaltet werden. Eine Sachbezugskarte oder Prepaid-Karte ist eine Form der Mitarbeiter:innenvergütung, bei der Arbeitgeber:innen ihren Angestellten Geldleistungen über dedizierte Karten zur Verfügung stellen, die bei einer Vielzahl von Einzelhändler:innen und Dienstleister:innen verwendet werden können. Diese Karten ermöglichen es den Mitarbeitenden, bestimmte Waren oder Dienstleistungen zu erwerben, ohne dass sie das Geld zuerst auslegen müssen, wie für den Kauf von Lebensmitteln, Kleidung, Elektronik oder für Restaurantbesuche. Der große Vorteil für Arbeitnehmer:innen besteht darin, dass steuerfrei Geld zum Lohn hinzukommen kann, was gerade in Zeiten der Teuerung sehr willkommen sein kann.

4. Support bei Kosten im Home Office

Die Plattform Belonio distanziert sich etwas von den Benefits die am Unternehmensstandort angeboten werden können, und wirft einen Blick auf die Angestellten im Home Office. So hat fast jede:r heutzutage einen eigenen Internetanschluss zu Hause, doch kommt am Ende des Jahres meist ein guter Kostenbetrag zusammen. Auch hier können Unternehmen unterstützen und bis zu 50 Euro pro Monat einfach an ihre Mitarbeiter:innen weitergeben und das steuerfrei. Außerdem können Arbeitgeber:innen die Kosten des Diensthandys übernehmen und zum Beispiel den privaten Mobilfunkvertrag bezuschussen oder den Festnetzanschluss komplett übernehmen. Auch die Unterstützung bei Fahrtkosten ist über den Mobilitätszuschuss möglich, wie Belonio und Co. zeigen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales liefert seit April einen Mobilitätszuschuss für Auszubildende; doch dieser bezieht sich nur auf „einen Zuschuss in Höhe der Fahrkosten für zwei Familienheimfahrten pro Monat im ersten Ausbildungsjahr.“ So sind Unternehmen gut beraten, auch Auszubildenden mit Benefits direkt ein gutes Arbeitsverhältnis zu bieten.

5. Zuschüsse zum Sport sind besonders beliebt

Des Weiteren können Unternehmen Zuschüsse für Sport- und Gesundheitsprogramme erhalten. Ein mögliches Konzept stellt die Plattform Probonio vor. Auf der einen Seite lässt sich die Gesundheit der Mitarbeiter:innen beispielsweise durch ergonomische Bürostühle, Massagen, Yoga-Kurse oder autogenes Training steigern. Auf der anderen Seite können Arbeitgeber:innen auch Kooperationen mit Fitnessstudios oder Online-Kursen eingehen, um ihren Beschäftigten eine große Bandbreite an sportlichen Möglichkeiten zu bieten.

Unternehmen können ebenfalls verschiedene Fitnessprogramme anbieten.
Unternehmen können ebenfalls verschiedene Fitnessprogramme anbieten (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Probonio

Individuelle Benefit-Auswahl für Arbeitnehmer:innen als zeitgemäße Option

Wer den eigenen Mitarbeiter:innen die Auswahl der Benefits nicht direkt vorschreiben möchte, da alle Personen ohnehin individuell sind und individuelle Bedürfnisse haben, kann sich auf dafür entscheiden, den Personen im Unternehmen auch individuelle Auswahlmöglichkeiten zu liefern. Das ermöglicht beispielsweise :pxtra. Über die Plattform des Unternehmens können Budgets und Benefit-Optionen für Teams oder Companies festgelegt werden. So können zum Beispiel Mitarbeiter:innen mit ihrem ihnen zugeschriebenen Budget – etwa 50 Euro – auf verschiedene Benefit-Angebote zurückgreifen, ohne sich umfassend informieren zu müssen.

© :pxtra

Digitale Umfragen unter den Mitarbeiter:innen, wie jene von :pxtra, dienen dazu, langfristig die nützlichsten Optionen zu identifizieren und diese auch für HR-Zwecke wie die Personalbeschaffung zu integrieren.

Benefits als wichtiges Mittel zur Mitarbeiter:innenbindung

Benefits spielen eine entscheidende Rolle für Unternehmen, um Mitarbeiter:innen langfristig zu binden und ihre Motivation zu steigern. Durch gezielte Leistungen können Unternehmen zeigen, dass sie die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter:innen verstehen und wertschätzen. Dies trägt dazu bei, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen und das Engagement der Angestellten zu fördern. Darüber hinaus können Benefits das Image eines Unternehmens als attraktive:r Arbeitgeber:in stärken und dabei helfen, qualifizierte Fachkräfte anzuziehen und zu halten. Unternehmen sollten sich daher gut überlegen, welche Vorzüge sie ihren Angestellten bieten, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.


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© Annie Spratt – Unsplash


Dieser Beitrag erschien erstmals am 15. April 2024.

Kommentare aus der Community

Tim Benjamin Peters am 02.05.2024 um 14:59 Uhr

Vielen Dank für den guten Artikel! Aus meiner Sicht ist ein sinnvoller Anreiz auch, dem Arbeitnehmer gegenüber Flexibilität bei den Arbeitszeiten zu signalisieren. In den letzten Jahren hat sich der Trend etwas verstärkt, dass man sich hiermit einen Vorteil verschaffen kann. Manche Kollegen fangen erst kurz vor Mittag an und bleiben dafür länger, andere starten schon um 6 Uhr. Und im Home Office sind die Arbeitszeiten ja sowieso relativ egal.

Antworten
Bernd Klimes am 17.04.2024 um 08:54 Uhr

Das ist kein Kommentar sondern eine ernst gemeinte Frage über die Sie gern schreiben können oder über die wir als Unternehmen gern auch gegen Honorar beraten werden wollen. Wir bieten sehr viele Benefits an, mehr als das was oben beschrieben ist und wir werden das auch weiter erweitern. Was mich interessieren würde ist, wie kann man den Mitarbeitern bewusst machen, dass man als Arbeitgeber auch gern wertschätzt werden möchte für das was alles angeboten wird. Oder auch anders gesagt, dass die jungen Arbeitnehmer das nicht alles für vollkommen selbstverständlich annehmen und bei ihrer Leistungsfähigkeit (z.B. Projekte termingerecht und in vom Kunden gewünschter Qualität ohne das die älteren Kollegen die Differenzen ausgleichen müssen) und ihrer Lernbereitschaft (auch mal ein Fachbuch mit nach Hause nehmen und seine eigenen Wissenslücken außerhalb der Arbeitszeit auffüllen) keine Zugeständnisse machen. Besteht denn das Leben nur aus nehmen und nicht auch aus Zurückgeben? Wenn Sie uns da weiterhelfen könnten wäre das gut

Antworten
Niklas Lewanczik am 17.04.2024 um 15:46 Uhr

Hallo Herr Klimes,

danke für Ihre Anmerkung; das ist ein valider Punkt und für uns auch ein interessanter Ansatz, einmal aus Perspektive der Unternehmen zu beleuchten, wie man die Wertschätzung gegenüber Arbeitnehmer:innen fördert. Ich denke, dass auch in Bezug darauf die Personalauswahl schon eine erste Weiche stellen kann. Das Motto, Wertschätzung in beide Richtungen zu leben, unterstützen wir natürlich auch. Vielleicht ist für manche Unternehmen auch künftig eine Option, Benefit-Optionen (als Zusatz quasi) für spezifische Leistungen in Aussicht zu stellen.

Ich denke, dass viele Arbeitnehmer:innen derzeit auf Unternehmen eingehen, die ihnen rundum ein gutes Paket anbieten können, da Teuerung usw. ihnen vermitteln, möglichst viel von einem Arbeitsverhältnis im Gegenzug erhalten zu können. Gleichzeitig sollte der Anspruch auch mit einer Reflexion der eigenen Arbeit einhergehen. Sicherlich sind in diesem Kontext noch Unterschiede zwischen riesigen Konzernen und KMU zu machen.

Sie können mir gern schreiben, wenn Sie konkrete Fragen oder Vorschläge haben oder wenn Sie denken, dass ich Ihnen direkt weiterhelfen kann (niklas.lewanczik@onlinemarketing.de).

Morgen findet zudem unser Digital Bash – HR statt (online und kostenfrei), der einige Insights zum HR-Markt 2024 von Expert:innen aufzeigen wird: https://digital-bash.de/event/hr-april-2024

Liebe Grüße

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