Human Resources
Von Allianz bis Merck: Das sind Deutschlands attraktivste Ausbildungsbetriebe

Von Allianz bis Merck: Das sind Deutschlands attraktivste Ausbildungsbetriebe

Marié Detlefsen | 20.08.26

Zum Ausbildungsstart beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt – doch bei welchem Unternehmen lohnt sich der Einstieg besonders? Eine aktuelle Studie zeigt, welche Ausbildungsbetriebe in Deutschland bei Bewerber:innen und der Öffentlichkeit den besten Ruf genießen.

Im August und September wird es in vielen Unternehmen wieder ernst: Neue Auszubildende starten in ihren ersten Arbeitstag, lernen Kolleg:innen kennen und machen sich mit ihrem künftigen Beruf vertraut. Für viele junge Erwachsene stellt sich dabei schon Monate vorher die Frage: Bei welchem Unternehmen lohnt sich eine Bewerbung?

Eine aktuelle Untersuchung von ServiceValue in Kooperation mit WELT liefert hierfür eine Orientierung. Zum sechsten Mal wurde untersucht, welche Unternehmen in Deutschland als besonders attraktive Ausbildungsbetriebe wahrgenommen werden. Das Ergebnis: Vor allem große und bekannte Arbeitgeber:innen schneiden gut ab, doch je nach Branche gibt es deutliche Unterschiede.

Diese Ausbildungsbetriebe haben 2026 das beste Image

Insgesamt wurden 3.812 Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung, Handel und Industrie unter die Lupe genommen. Grundlage waren mehr als 574.000 Bewertungen aus einer bundesweiten Online-Befragung. Die Unternehmen selbst waren an der Erhebung nicht beteiligt. Über alle drei Branchen hinweg landen drei Namen an der Spitze: Allianz, Merck und BARMER werden von den Befragten besonders positiv bewertet, wenn es um ihre Rolle als Ausbildungsbetrieb geht. Dahinter folgen unter anderem Debeka, Siemens und HUK-COBURG.

Die 14 Ausbildungsunternehmen mit dem besten Image:

  1. Allianz
  2. BARMER
  3. Debeka
  4. HUK-COBURG
  5. ADAC Versicherungen
  6. Barmherzige Brüder Krankenhäuser
  7. Evangelisches Krankenhaus Hagen-Haspe
  8. Klinikum Chemnitz – Hauptstandort, Chemnitz
  9. Universitätsklinikum Jena
  10. ALB FILS KLINIKEN
  11. Elbe Kliniken Stade-Buxtehude
  12. Wüstenrot & Württembergische
  13. Universitätsklinikum Greifswald
  14. Alte Leipziger-Hallesche

Das Ranking misst dabei nicht, welcher Betrieb objektiv die „beste“ Ausbildung anbietet. Entscheidend ist vielmehr, wie attraktiv und positiv ein Unternehmen als Ausbildungsbetrieb wahrgenommen wird. Persönliche Erfahrungen, Erwartungen und das Wissen, das Bewerber:innen über die Arbeitgeber:innen haben, können dieses Bild beeinflussen.


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Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und stützt verzweifelt ihren Kopf auf ihre Hände
© Mizuno K – Pexels


Versicherungen ganz weit oben als beliebte Ausbildungsbetriebe

Auch für die einzelnen Branchen gibt es jeweils ein Ranking. Bei den Dienstleistungsunternehmen dominieren Versicherungskonzerne das Spitzenfeld. An erster Stelle steht Allianz, gefolgt von BARMER, Debeka und HUK-COBURG. Ebenfalls zu den besonders gut bewerteten Ausbildungsbetrieben gehören die ADAC Versicherungen und die Wüstenrot & Württembergische.

Tabelle: Diese Dienstleistungsunternehmen bieten das beste Image (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ServiceValue
Diese Dienstleistungsunternehmen genießen das beste Image als Ausbildungsbetriebe (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ServiceValue

Auffällig ist allerdings auch, dass zahlreiche Kliniken sich in der Spitzengruppe wiederfinden. Dazu gehören etwa die Barmherzigen Brüder Krankenhäuser, das Evangelische Krankenhaus Hagen-Haspe, das Klinikum Chemnitz, das Universitätsklinikum Jena, die ALB FILS KLINIKEN, die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude und das Universitätsklinikum Greifswald.

Einzelhandel und Industrie locken mit hoher Attraktivität

Wer eine Ausbildung im Einzelhandel oder im Handelsumfeld sucht, findet ebenfalls einige bekannte Namen im Ranking: dm-drogerie markt steht an der Spitze, direkt dahinter folgt Kaufland. Auch die Globus-Gruppe, REWE, die Otto Group und TRETTER schaffen es in die Spitzengruppe. Hinzu kommen die Drogeriemärkte Müller, Lidl, Alnatura, Douglas und Feinkost Käfer.

Tabelle: dm-drogerie markt, Kaufland und die Globus-Gruppe stehen im Einzelhandel ganz oben im Ranking (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ServiceValue
dm-drogerie markt, Kaufland und die Globus-Gruppe stehen im Einzelhandel ganz oben im Ranking (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ServiceValue

In der Industrie liegt Merck auf dem ersten Platz. Siemens folgt auf Rang zwei. Ebenfalls stark bewertet werden die Unternehmensgruppe Theo Müller und Südzucker. Danach finden sich unter anderem Geberit, Henkel, WACKER Chemie, Dr. Oetker, BASF, Wilo, ABB und die K+S Aktiengesellschaft.

Tabelle: In der Industrie bietet die Firma Merck das beste Image (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ServiceValue
In der Industrie genießt Merck das beste Image als Ausbildungsbetrieb (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ServiceValue

Damit wird auch deutlich, dass eine Ausbildung längst nicht nur mit klassischen Handwerks- oder Produktionsberufen verbunden werden muss. Große Industrieunternehmen bieten Nachwuchskräften eine Vielzahl unterschiedlicher Einstiegsmöglichkeiten, von technischen Berufen bis hin zu kaufmännischen Tätigkeiten.

Ausbildungsbetriebe kämpfen mit Nachwuchs

Während in vielen Betrieben gerade die neuen Auszubildenden anfangen, sind Unternehmen bereits mitten in der nächsten Phase der Nachwuchssuche. Schließlich werden in Deutschland jedes Jahr rund eine halbe Million Ausbildungsstellen besetzt. Gleichzeitig ist der Ausbildungsmarkt nicht für alle Berufe gleichermaßen entspannt. Nach Einschätzung des ServiceValue-Geschäftsführers Dr. Claus Dethloff gibt es bei manchen Ausbildungsberufen eine zu geringe Nachfrage:

Für eine Reihe von Berufen gibt es zu wenig geeignete Bewerberinnen und Bewerber mit Blick auf die vorhandenen Azubistellen. Unternehmen, die unkomplizierte Bewerbungsmöglichkeiten und attraktive Ausbildungskonditionen bieten und ihre Angebote auch sichtbar machen, lösen für sich am ehesten das qualifikatorische Passungsproblem.

Für Unternehmen wird es deshalb wichtiger, potenzielle Nachwuchskräfte überhaupt zu erreichen. Ein guter Ruf kann dabei ein echter Pluspunkt sein. Ein weiterer Vorteil ist ein strukturierter Recruiting-Prozess: Wer eine komplizierte Bewerbung vor sich hat, verliert womöglich schnell die Lust. Wer dagegen leicht verständliche Informationen, attraktive Ausbildungsbedingungen und einen unkomplizierten Bewerbungsprozess vorfindet, hat weniger Hürden zu überwinden.


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© fauxels – Pexels


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