Burnout-Prävention durch flexible Arbeitszeiten

Wenn man neben der Arbeit nicht genug Zeit für Privates hat, können schnell Druck und Stress entstehen. Eine flexible Einteilung der Arbeitszeit kann davor jedoch schützen.

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Arbeitnehmer sehnen sich nach Arbeitsmodellen, die für eine ausgewogene Work-Life-Balance sorgen. Freizeitaktivitäten, Reisen, Familie und Co. sollen nicht zu kurz kommen. Erst vor kurzem berichteten auch wir darüber, dass der 8-Stunden-Tag ineffizient ist, weil ein Großteil der Zeit, auf gut deutsch, verdaddelt wird. Gerade flexible Arbeitszeiten können deshalb ein Lösungsansatz sein, heißt, sich die Arbeitszeit selbst einzuteilen. Und solange das Arbeitspensum auch geschafft wird, sollte doch eigentlich nichts dagegen sprechen. Doch neben der gewonnen Freizeit, sollen flexible Arbeitszeiten auch vor Burnout schützen.

Das Privatleben darf nicht zu kurz kommen

Wie eine Studie von Deloitte zeigt, haben 32 Prozent der Arbeitnehmer regelmäßig die Arbeit über private Belange und Probleme gestellt. Der Druck zu performen ist für viele hoch. Doch ist man nur auf die Arbeit fokussiert, kommt Privates früher oder später zu kurz. Dies kann zu Konflikten führen, die enorm auf die Psyche schlagen, besonders in Kombination mit Druck und Stress im Arbeitsalltag. Burnout wird so begünstigt. Deshalb sollten Arbeitgeber Flexibilität zeigen und ihren Angestellten klar machen, dass es in Ordnung ist, bei Krankheit den Gang zum Arzt zu machen oder die Kinder aus der Schule abholen zu müssen. Ein großes Engagement der Mitarbeiter für Projekte ist wünschenswert, jedoch sollte es nicht ausufern. Und bemerken Arbeitgeber genau dieses Verhalten, sollten sie nicht zögern es anzusprechen – und den Angestellten zur Not auch einfach mal früher nach Hause schicken.

Die Arbeitsmotivation steigt

Ein weiterer Faktor, der ein Burnout begünstigen kann, ist die falsche Arbeitseinstellung. Wer jeden Morgen aufsteht und sich denkt: „Mist, schon wieder ein elender Tag bei der Arbeit“, wird schnell mit mentalen Problemen konfrontiert sein. Durch flexible Arbeitszeiten hingegen, kann man die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter und ihre Loyalität steigern. So zumindest eine Studie von Flexjobs. Die Hälfte der Befragten sei sogar bereit dazu ihren jetzigen Arbeitsplatz für einen mit flexibleren Arbeitszeiten zu verlassen. Grund dafür ist, dass die Mitarbeiter sich weniger eingeschränkt durch die Arbeit fühlen. Der „Zwang“ zu arbeiten und dafür Familie und Freizeit zu vernachlässigen, schlägt vielen schwer auf den Magen. Flexibilität sorgt für eine ausgewogene Work-Life-Balance und kann dazu führen, dass Mitarbeiter wieder mit einem Lächeln morgens ins Büro kommen. Gerade, weil sie sich nicht mehr eingeschränkt fühlen.

Der Workflow bleibt wirklich flüssig

Unterbricht man die Arbeit, zum Beispiel um kurz die News oder Social Media-Kanäle zu checken, dauert es 25 Minuten bis man danach wieder einen gängigen Arbeitsrhythmus gefunden hat. Dadurch gehen Zeit und Produktivität verlieren, was wiederum dazu führen kann, dass die Angestellten kurz vor Feierabend feststellen: „Oh Mist, da ist ja noch viel zu tun heute“. Stress und Überstunden sind vorprogrammiert. Natürlich sind Ablenkungen selbstverschuldet. Doch sind wir mal ehrlich, wer schafft es schon acht Stunden am Stück konzentriert durchzuarbeiten? Es ist also nur natürlich, dass wir ab einer gewissen Zeit abschalten und uns ablenken lassen.

Eben dies kann jedoch durch flexible Arbeitszeiten vermindert werden. Teilt sich jemand seine Arbeitszeit selbst ein und hat nebenbei ausreichend Zeit für Privates, geht derjenige konzentrierter an die Sache. So werden Aufgaben in einem Ruck erledigt und Ablenkungen sind weniger attraktiv, weil man ja später noch Zeit für diese hat. Es werden also Stress und Überstunden reduziert, was sich positiv auf die Psyche der Mitarbeiter auswirkt, während die Produktivität gesteigert wird, was auch die Arbeitgeber freuen dürfte.

Nicht überall umsetzbar

Trotz all der Vorteile von flexiblen Arbeitszeiten muss jedoch gesagt sein, dass diese sich nicht überall umsetzen lassen. Während Bürojobs es dabei leichter haben, sieht es bei Alten- und Krankenpflege, öffentlichen Institutionen, Handwerkern und Co. anders aus. Hier müssen andere Möglichkeiten geschaffen werden, um die Arbeitnehmer vor Stress, Überarbeitung und Burnout zu schützen. Doch gerade Unternehmen, in denen flexible Arbeitszeiten theoretisch möglich sind, sollten diese in Erwägung ziehen und zumindest testen. Wenn die Arbeit nicht auf der Strecke bleibt, die Produktivität vielleicht noch steigt und darüber hinaus die Mitarbeiter zufrieden sind, ist es doch eine Win-Win-Situation. Oder?

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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