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Digitalpolitik
Facebook stärkt Umsatz und User-Zahl – und spürt die Krise doch
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Facebook stärkt Umsatz und User-Zahl – und spürt die Krise doch

Niklas Lewanczik | 30.04.20

100 Millionen neue User konnte Facebook in Q1 gewinnen, dazu wuchs der Umsatz auf 17,7 Milliarden US-Dollar an. Doch nicht alle Entwicklungen waren positiv.

Auf den ersten Blick sind die meisten der Zahlen, die Facebook im aktuellen Quartalsbericht präsentieren konnte, überaus vielversprechend. Man konnte 100 Millionen neue User gewinnen und die Zahl der täglich aktiven Nutzer auf 1,73 Milliarden steigern. Der Umsatz wuchs um starke 18 Prozent und liegt bei beinahe 18 Milliarden US-Dollar, während der Quartalsgewinn sich YoY fast verdoppelte und nun bei 4,9 Milliarden US-Dollar liegt. Trotzdem trifft die Krise Facebook, nicht zuletzt, weil das Werbegeschäft leidet.

Der zweite Blick auf die Zahlen

Schaut man genauer hin, ist beispielsweise das Umsatzwachstum zwar stark, aber es war in Q4 2019 schon deutlich stärker, lag bei 25 Prozent. Nun stieg die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um über zehn Prozent an, was an der Umsatzsteigerung lag, die über den Erwartungen der Analysten lag (sie waren von 17,4 Milliarden US-Dollar ausgegangen). Bei dem Wert pro Aktie hatten sie jedoch mehr erwartet. Und auch Mark Zuckerberg erklärt in seinem obligatorischen Facebook Post zu den Ergebnissen, dass die Business Performance leidet:

[W] ith advertisers spending less and our business performance below previous expectations, we do plan to moderate some areas of our expense growth, especially in business functions. We accept that our profit margins will decrease this year as we continue investing.

Es ist demnach vor allem das Werbegeschäft, dass Facebook – wie auch Google – derzeit zu schaffen macht. Beide Tech-Giganten gaben an, dass die Coronakrise die Investitionen der Advertiser hemmt. So haben Google und nun auch Facebook einige Wermutstropfen zu beklagen; doch sind sie weiterhin absolut mächtige Unternehmen.

Facebooks Nutzerzahlen erstaunen immer wieder

In Bezug auf die Nutzung von Facebook, und auch den Facebook-Töchtern WhatsApp oder Instagram, hat die Coronakrise womöglich sogar den Zuwachs der User beschleunigt. Zuckerberg erklärt:

[I] n some areas, I think we are seeing an acceleration in pre-existing long-term trends — like the dramatic increase in online private social communication — that is likely to continue.

100 Millionen neue User in drei Monaten sind ein Extrem, in der Regel kommen bei Facebook etwa 50 Millionen in solch einem Zeitraum hinzu. Nun nutzen monatlich drei Milliarden Menschen einen Service des Facebook-Universums, täglich sind es 2,3 Milliarden. Facebook selbst hat 2,6 Milliarden User und ist damit im Vorjahresvergleich noch einmal um zehn Prozent gewachsen.

Die Ausmaße, die die derzeitige Krise aber langfristig haben wird, sind noch nicht abzusehen, und das weiß auch Facebook. Trotzdem oder gerade deshalb soll auch in dieser Zeit weiter investiert werden. Mindestens 10.000 neue Mitarbeiter könnten eingestellt werden, so Zuckerberg. Andererseits sollen Kosten für Marketing und Reisen reduziert werden, letzteres womöglich zwangsläufig. Mark Zukerberg sorgt sich unterdessen, dass die Pandemie noch lange nicht ausgestanden ist:

I worry that re-opening certain places too quickly before infection rates have been reduced to very minimal levels will almost guarantee future outbreaks and worse longer term health and economic outcomes.

Auch deshalb unterstützt Facebook den Kampf gegen Corona, bisher wurden dafür schon über 300 Millionen US-Dollar investiert. Eine wichtige Hilfe möchte Facebook aber ebenso bieten, indem die Plattform Menschen hilft, in dieser Zeit verbunden zu bleiben.

Für das kommende Quartal möchte Facebook keine Prognose zum Umsatz stellen; die aktuellen Einbrüche der Werbeeinnahmen und der Preise machen dem Unternehmen allerdings Sorgen, dass die Zahlen dann nicht mehr so gut aussehen werden. Doch selbst dann bliebe Facebook das Nonplusultra der Social-Media-Welt, ein Status, den der Konzern mittelfristig kaum verlieren wird. Mark Zuckerbergs Post in voller Länge findest du hier:

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