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Digitalpolitik
Alphabet mit ernüchternden Zahlen: Gewinn sinkt um 29 Prozent
Google New York, © Google

Alphabet mit ernüchternden Zahlen: Gewinn sinkt um 29 Prozent

Niklas Lewanczik | 30.04.19

Der Mutterkonzern Googles verzeichnete in Q1 zwar 36,34 Milliarden US-Dollar Umsatz, blieb aber hinter den Erwartungen zurück und enttäuschte die Anleger.

Google musste durch die EU eine Strafe von 1,7 Milliarden US-Dollar hinnehmen, die den Gewinn Alphabets im ersten Quartal 2019 gehörig drückte. Damit lag dieser schließlich bei 6,66 Milliarden US-Dollar und bedeutet einen Rückgang. Auch der Umsatz war geringer als erwartet und ließ die Aktie wieder sinken. Aller Probleme zum Trotz geben die Zahlen aber auch preis, dass Google weiter ordentlich verdient.

Gewinnrückgang lässt auch Aktie zurücksinken

Der Quartalsbericht von Alphabet war letztlich nur bedingt schmeichelhaft. Eine EU-Strafe von 1,7 Milliarden US-Dollar hatte zunächst den Gewinn gedrückt, der so statt bei 8,34 bei 6,66 Milliarden US-Dollar lag. Das bleibt zwar eine enorme Summe, bedeutet, wie auch die Tagesschau angibt, aber einen prozentualen Rückgang von 29 Prozent gegenüber Q1 2018. Aktien Alphabets verloren nach Bekanntgabe der Zahlen am US-Börsenmarkt Nasdaq prompt an Wert. Allerdings hatten sie kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen auch deutlich zugelegt, weil Prognosen für Google und Alphabet bessere Zahlen vorhergesagt hatten.

Neben der Strafe waren auch andere gestiegene Kosten des Unternehmens ein Grund zur Beunruhigung der Anleger. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die eigenen Ausgaben von 23,5 auf 29,7 Milliarden US-Dollar. Rechenzentren und Immobilien wurden vermehrt erworben oder aufgebaut, mehr Mitarbeiter werden beschäftigt und es wurde zusehends mehr in Zukunftsforschung investiert. Daher dürften Alphabet und Google langfristig doch von den hohen Ausgaben profitieren – auch wenn die Börse das bisher kaum quittiert.

Umsatzwachstum stabil, aber unter Beobachtung

Beim Umsatz steigerte sich Alphabet auf 36,34 Milliarden US-Dollar und verzeichnete damit einen Zuwachst von 17 Prozent. Das ist eine solide Entwicklung, wie Ruth Porat, Chief Financial Officer von Alphabet und Google, im Bericht selbst angibt:

We delivered robust growth led by mobile search, YouTube, and Cloud with Alphabet revenues of $36.3 billion, up 17% versus last year, or 19% on a constant currency basis. We remain focused on, and excited by, the significant growth opportunities across our businesses.

Nichtsdestotrotz ist das Zurückbleiben hinter den Erwartungen ein alarmierendes Zeichen zumindest für die Anleger. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass andere Unternehmen stärkere Wachstumsraten aufweisen, etwa Facebook mit 26 Prozent Umsatzplus. Und die Möglichkeit, dass Google künftig noch weitere – und durchaus höhere – Strafen zu zahlen hat, die den Gewinn drücken, legt einen Schatten auf die Aussichten für die kommenden Quartale.

Als Börsenwert ist für Alphabet die Summe von 870 Milliarden US-Dollar notiert. Im Vergleich hat aber etwa Microsoft mit seinem Börsenwert gerade die Billionenmarke geknackt und 8,8 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht. Daher muss Alphabet sich im Messen mit den anderen Tech-Schwergewichten, darunter auch Apple oder Amazon, künftig wieder in Bestform zeigen. Das bedeutet auch, dass die Einnahmen bestmöglich aus verschiedenen Quellen kommen, wie bei Microsoft oder Amazon. Doch hier hat sich Alphabet entwickelt: immerhin 5,45 der 36,17 über Google eingenommenen Milliarden US-Dollar wurden mit „anderen Positionen“ als Werbung erzielt.

Letztendlich sind die Zahlen in der konsekutiven Betrachtung der Quartalsentwicklung ernüchternd für Alphabet und Google; doch aus einer etwas entrückten Perspektive ist und bleibt ein Nettogewinn von 6,66 Milliarden US-Dollar ein bemerkenswertes Ergebnis. Obwohl es Googles Marktmacht widerspiegelt, deutet die Unzufriedenheit an der Börse auf einen verstärkten Konkurrenzkampf im Tech-Sektor hin. Das kann für die Nutzer nur gut sein; allerdings nur dann, wenn sich die Supermächte nicht noch mehr Einfluss verschaffen. Doch genau das ist der Eindruck, den die verschiedenen Quartalszahlen derzeit vermitteln. Das Geld und die Zeit von Nutzern und Unternehmen landet bei Google; aber eben auch Amazon, Microsoft, Netflix, Facebook und Co.

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