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Trotz Skandalen und Milliardenstrafe: Facebook verzeichnet Nutzerwachstum um acht Prozent

Der Quartalsbericht ist veröffentlicht: Trotz drei Milliarden US-Dollar Strafe und Veränderungen im Geschäftsmodell zeigt Zuckerberg sich optimistisch.

© Facebook Developers

Auch wenn Facebook in den letzten Wochen fast ausschließlich schlechte Presse gemacht hat, lässt die Veröffentlichung des Quartalsberichts erkennen, dass es um das Soziale Netzwerk keineswegs schlecht bestellt ist. Trotz Datenskandalen vertrauen die Nutzer weiterhin auf die Plattform. Facebook konnte Gewinn und Umsatz um mehr Prozent steigern als erwartet, was sich auch an der Börse positiv bemerkbar machte. Nach Veröffentlichung des Berichts schienen Anleger beruhigt und die Aktie stieg um mehr als 10 Prozent.

Facebook legt drei Milliarden US-Dollar für Strafe zurück

We had a good quarter and our business and community continue to grow. We are focused on building out our privacy-focused vision for the future of social networking, and working collaboratively to address important issues around the internet,

verkündete Mark Zuckerberg, Facebookgründer und CEO, in einem Facebookpost. In dem Quartalsbericht gab Facebook an, drei Milliarden US-Dollar für einen Vergleich mit der US-Handelsaufsicht FTC zurückgelegt zu haben. Drei Milliarden sind nach eigenen Angaben die unterste Grenze der Strafe, mit der gerechnet wird; der Betrag könnte sich auch auf bis zu fünf Milliarden US-Dollar belaufen. Die Rückstellung beeinträchtigte so erstmal den Nettogewinn des Unternehmens, wird der Betrag jedoch außer Acht gelassen, liegt das Resultat über dem von Analysten geschätzten Gewinn.

Das Nettoeinkommen fällt aufgrund der Rücklage relativ gering aus. © Facebook

Die Nutzerzahl steigt weiter – besonders Asien ist auf dem Vormarsch

Die Einnahmen steigen weiter, denn auch wenn die Entwicklung letztes Jahr sinkende Nutzerzahlen vermuten ließ, stieg die Anzahl der Nutzer in Q1 2019 um acht Prozent. Nach Schätzungen von Facebook nutzen 2,1 Milliarden Menschen einen der Services der Facebook Familie (sprich, Instagram, WhatsApp, Messenger oder Facebook) im Durchschnitt täglich. Die DAUs von Facebook allein liegen bei 1,56 Milliarden. Zusätzlich könnte ein besonderer Fokus von Facebook auf das Geschäft in Asien zu erwarten sein, denn dort befinden sich mittlerweile mehr als ein Drittel der Nutzer. Der Umsatzbeitrag Asiens liegt hingegen nur bei ca. einem Fünftel, was viel Luft nach oben lässt.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer steigt beständig an. © Facebook

Mobile Advertisement und Stories sind die Gewinner des Quartals

Mobile ist nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart: die Einnahmen aus mobilem Advertisement stiegen um ca. 30 Prozent auf 13,9 Milliarden US-Dollar und repräsentierten demnach etwa 93 Prozent der Gesamteinnahmen aus dem Bereich Advertisement. Stories, das Format, das von Snapchat abgekupfert wurde und jetzt auf allen drei Diensten der Facebook-Familie verfügbar ist, wird besser angenommen als erwartet: eine halbe Milliarde User nutzen nach Angaben von Facebook Stories täglich, was Zuckerbergs Ambitionen Richtung einer „privacy-focused platform“ unterstützen dürfte.

Zuckerbergs „privacy-focused platform“ als Geschäftsmodell

Zuckerberg ging in seinem Post, der auf den Bericht folgte, erneut auf seine Zukunftsvision des Internets ein. Er wolle mehr Services bereitstellen, die eher die Atmosphäre eines Wohnzimmers bieten, als die eines Marktplatzes, wie er es beschreibt. Es sei der Wunsch von vielen Nutzern, Dienste bereitgestellt zu bekommen, die privater sind und darauf wolle Facebook sich im Laufe der nächsten Jahre fokussieren:

We all need to communicate privately, and this service could be even more important in our lives. So I think we should focus our efforts on building this privacy-focused platform. […] Over the next few years, we’re going to rebuild more of our services around these ideas.

Wie sich diese Entwicklung auf das Geschäftsmodell auswirken wird, kann auch der Facebook-Chef Zuckerberg nicht sagen. Er zeigt sich jedoch optimistisch, dass diese Veränderungen sich nicht negativ auf die Zahlen auswirken, sondern vielmehr für eine erhöhte Nutzerzufriedenheit sorgen werden. Und mit Blick auf die Entwicklung der letzten Quartale kann vermutet werden, dass er mit seinem Optimismus nicht falsch liegt. Denn trotz aller Skandale, über die wir fast wöchentlich berichteten, wächst das Unternehmen weiter und gewinnt neue Nutzer für sich. Es scheint, als könne dem Sozialen Netzwerk nichts etwas anhaben und dass Facebook – sobald die Strafe bezahlt ist – weitermachen kann wie bisher, um im nächsten Quartal die Erwartungen erneut zu übertreffen.

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