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Konsumtrends 2021: User kaufen häufiger bei KMU – und vertrauen ihnen mehr
© Artem Gavrysh - Unsplash

Konsumtrends 2021: User kaufen häufiger bei KMU – und vertrauen ihnen mehr

Niklas Lewanczik | 07.07.21

Eine Trendstudie von Sendinblue zeigt, dass Menschen verstärkt bei kleinen und mittleren Unternehmen einkaufen, um lokale Unternehmen zu unterstützen. Trotz Nachholbedarf bei der DSGVO vertrauen User KMU besonders stark.

Der Einkauf bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gewinnt zusehends an Popularität. Eine von der SaaS-Marketing-Plattform Sendinblue in Deutschland, den USA, Frankreich und Großbritannien durchgeführte Studie offenbart: 43 Prozent der Befragten in den vier Märkten kaufen seit Beginn der Pandemie vermehrt bei KMU im stationären und Online-Geschäft. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist das große Vertrauen, das Kund:innen KMU entgegenbringen. Dabei sind viele dieser Unternehmen in Sachen Datenschutz und DSGVO-Konformität häufig noch gar nicht auf dem neuesten Stand.

Verbindung zu KMU wird enger: Konsument:innen wollen lokale Wirtschaft unterstützen

Zusammen mit dem Marktforschungsinstitut CITE Research befragte Sendinblue insgesamt 4.199 Konsument:innen zu ihrem Einkaufsverhalten und etwaigen Veränderungen diesbezüglich. Dabei zeigte sich, dass sich 53 Prozent der Befragten seit der Pandemie mit KMU stärker verbunden fühlen. Daher möchten die Konsument:innen diese Unternehmen auch unterstützen: 57 Prozent vor allem deshalb, weil sie lokale Businesses stärken möchten.

Insbesondere junge Menschen sind für diesen Trend mitverantwortlich. 46 Prozent der Generation Z und 51 Prozent der Millennials kaufen in den analysierten Märkten vermehrt bei KMU. Darüber hinaus gaben 35 Prozent der Befragten in den USA und Europa an, in Zukunft noch häufiger bei KMU einkaufen zu wollen.

In Deutschland ist das Vertrauen in KMU groß, nun müssen Unternehmen es zurückzahlen

Auch in Deutschland möchte künftig jede:r dritte Konsument:in (31 Prozent) öfter bei kleineren Händler:innen und Unternehmen einkaufen. Die Verbundenheit und der Support für die lokale Wirtschaft gelten auch hier als Faktoren für die Entwicklung. Einen Vertrauensvorschuss gewähren Konsument:innen hierzulande den KMU auch in Sachen Datenschutz und Umgang mit Kund:innendaten. Denn 60 Prozent der Befragten aus Deutschland stimmen der Aussage voll oder teilweise zu, dass sie bei kleinen und mittleren Unternehmen keine Bedenken hinsichtlich des Online-Datenschutzes haben.

Für die Unternehmen ist das eine große Chance, um jetzt vertrauensvolle Beziehungen zu Usern aufzubauen. Dabei müssen sie das Vertrauen dieser User aber erstmal legitimieren. Denn Maximilian Modl, CEO bei Sendinblue Deutschland, erklärte gegenüber OnlineMarketing.de:

Viele Unternehmen hinken bei der Umsetzung der DSGVO noch hinterher. Oft herrscht Unsicherheit darüber, welche Daten gespeichert und welche gelöscht werden müssen. Ein weiteres häufiges Problem: fehlende verschlüsselte SSL-Zertifikate und Datenschutzerklärungen oder unvollständige Angaben zum Impressum und zur Nutzung von Cookies. Unterschiedliche Datenklassifizierungen sowie eine klare Differenzierung zwischen personenbezogenen Daten und Geschäftsdaten zählen zu den größten Hürden bei der Umsetzung von Datenschutzrichtlinien […].

Damit die KMU den Konsument:innen tatsächlich mit einem starken Datenschutz-Level begegnen können, bieten sich laut Modl externe Verantwortliche zur Einhaltung der DSGVO ebenso an wie zeitgemäße Automatisierungsprozesse. Denn:

Für alle Unternehmen ist es von essentieller Bedeutung, die Datenschutz-Bestimmungen einzuhalten. Bei Verstößen gegen die DSGVO droht neben hohen Bußgeldern auch ein langfristiger Reputationsverlust. Deshalb ist es umso wichtiger, sich mit dem Thema DSGVO tiefgehend auseinanderzusetzen – auch wenn die Implementierung und Anwendung zunächst komplex erscheint und Zeit beansprucht. Die DSGVO sollte nicht als lästiges Hindernis angesehen werden, sondern vielmehr als Möglichkeit, den Schutz personenbezogener Daten eindeutig und stimmig im Unternehmen zu gewährleisten. Kund:innen wissen dann, dass ihre Daten sicher und korrekt von den Unternehmen aufbewahrt und ausschließlich im Rahmen der DSGVO verwendet werden. Denn genau aus diesem Grund wurde die Datenschutz-Grundverordnung ursprünglich ins Leben gerufen: Für mehr Vertrauen und ein sicheres Gefühl, wenn wir als Privatpersonen unsere Daten preisgeben.

Kund:innenansprache: E-Mails, Instagram und humorvoller Content sind gefragt

Die Studie von Sendinblue zeigt ebenfalls, was Kund:innen von KMU – und anderen Unternehmen – erwarten, wenn diese mit ihnen in Kontakt treten möchten. So halten 63 Prozent der Verbraucher:innen in Europa und den USA (58 Prozent in Deutschland) die E-Mail für eine der wichtigsten Kommunikationsformen für ein Business. In Deutschland würden allerdings auch 45 Prozent der Befragten die Kommunikation via Instagram und 44 Prozent die Ansprache über YouTube begrüßen.

Auf inhaltlicher Ebene wünschen sich die Konsument:innen auch humorvolle Nachrichten. Fast die Hälfte (48 Prozent) wünscht sich das einmal wöchentlich von Unternehmen. Es gibt allerdings ein zentrales Thema, das – ob humorvoll oder sehr ernst behandelt – die User für ein Unternehmen einnehmen kann: Nachhaltigkeit. Altersunabhängig fühlen sich 77 Prozent der Konsument:innen vollkommen oder eher mit Unternehmen verbunden, die sich für die Umwelt engagieren. Daher ist es, insbesondere für KMU, künftig kaum eine Option, dieses auch gesamtgesellschaftlich so relevante Thema zu vernachlässigen.

Von diversen Zahlungsmethoden bis zum kostenlosen Versand: Das erwarten Kund:innen im Online Shop

Für den Kontakt mit Konsument:innen sind die richtigen Kanäle und zeitgemäße Inhalte essentiell. Und während bei der gesamten Kommunikation auf die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien geachtet werden muss, sollte auch der Fokus auf eine moderne Kaufabwicklung und reibungslose Checkout-Prozesse gelegt werden. Immerhin wünschen sich 45 Prozent der Kund:innen in Deutschland beim Online-Kauf alternative Zahlungsmethoden. Darüber hinaus ist 60 Prozent der Befragten hierzulande ein kostenloser Versand besonders wichtig, während ähnlich viele (56 Prozent) viel Wert auf eine einfache Handhabung beim Online-Kaufabschluss legen. Maximilian Modl erklärt dazu:

Die Ergebnisse bestätigen unsere Annahme, dass kleine und mittlere Unternehmen immer wichtiger für Konsument:innen werden. Verbraucher:innen möchten verstärkt KMU unterstützen – sei es der lokale Blumenladen im Kiez, der regionale Online Shop oder das traditionelle mittelständische Unternehmen […].

Für KMU birgt die anhaltende Coronapandemie also einige Potentiale. Um diese ausschöpfen zu können, sollten die Unternehmen jedoch stets einen Blick auf die Bedürfnisse und Ansprüche der potentiellen Kund:innen werfen.


Die Angaben in diesem Beitrag entstammen der offiziellen Meldung des Unternehmens Sendinblue.

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