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Memento Mori, Meta Diem: Ist Facebooks Kryptowährung gescheitert?

Memento Mori, Meta Diem: Ist Facebooks Kryptowährung gescheitert?

Kathrin Pfeiffer | 27.01.22

Meta launchte 2019 die Kryptowährung Libra beziehungsweise Diem inklusive passender Wallet. Nun legen Insider-Aussagen nahe, dass das Projekt scheitert.

2019 launchte Facebook seine eigene Kryptowährung – damals noch unter dem Namen Libra. Durch Kooperationen mit großen Firmen wie Visa, PayPal, Spotify und vielen mehr stand das Projekt eigentlich unter einem guten Stern. Außerdem wurde Silvergate als Kooperationsunternehmen im Finanzsektor gewonnen. Auch die Mission, Online-Bezahlungen für Menschen zu ermöglichen, die keinen Zugang zu Bankkonten haben, hörte sich so weit nobel an. Darüber hinaus fallen mit der Bezahlung mit Kryptowährungen keine Gebühren und Wartezeiten an, wie es bei gewöhnlichen Banküberweisungen der Fall ist.

Um mögliche Kritik hinsichtlich der Datenübernahme durch Meta im Keim zu ersticken, gab das Unternehmen die Exekutive für das Projekt an eine andere Firma weiter. Diesem Schritt wurde mit der Namensänderung von Libra zu Diem symbolischer Wert verliehen.


UPDATE

Die Diem-Ära ist offiziell vorbei. Das bestätigte Silvergate am Montag – das Unternehmen hat laut der Mitteilung nun das gesamte Projekt inklusive Technologie, IP-Adressen und Vermögenswerte gekauft. Hierfür erwarb das Unternehmen Aktien im Wert von 132 Millionen US-Dollar und zahlte 50 Millionen US-Dollar dazu. Bei dem Diem Network zeigt man sich betrübt, schließlich gab es durchweg positive Reaktionen während der Entwicklung, erklärt CEO Stuart Levey:

In the United States, a senior regulator informed us that Diem was the best-designed stablecoin project the U.S. government had seen. Despite giving us positive substantive feedback on the design of the network, it nevertheless became clear from our dialogue with federal regulators that the project could not move ahead.

Doch bei Silvergate sieht er das Projekt in guten Händen:

We have confidence in Silvergate’s ability to take Diem’s technology forward and transform the future of payments.

Das Update stammt vom 01.02.2022.


Carpe Diem

Nachdem es lange still um die Entwicklungen zu Facebooks – beziehungsweise mittlerweile Metas – Kryptowährung war, folgt nun der vermeintlich letzte Akt.

Bloomberg zufolge übte das U.S Federal Reserve Druck auf Metas Bankpartner:in Silvergate aus. Dadurch wurde der Start des Projekts auf Eis gelegt. Aufgrund dieses kolportierten Widerstands vonseiten der Aufsichtsbehörden prüft die Diem-Assoziation nun die Möglichkeiten zum Verkauf seiner Vermögenswerte.

Nun äußert sich Michael Crittenden, Sprecher der Diem Association, The Verge gegenüber kritisch zu Bloombergs Erzählung. Crittenden zufolge enthalte Bloombergs Bericht faktische Fehler – weiter äußert er sich dazu allerdings nicht.

Memento mori

Carpe diem – nutze den Diem – wurde also abgeschrieben. Nun heißt es: Memento Mori, bedenke dass du stirbst. Konkret sind es diese drei Anzeichen, die nahelegen, dass das Ende von Metas Kryptowährung in Sicht ist:

Zum ersten deutet der Verkauf von Vermögenswerten wie es Bloomberg beschreibt an, dass die Kryptowährung schlechter läuft, als erwartet. Dann ist da noch die Digital Wallet. Eigentlich launchte Meta diese, um sie für Libra beziehungsweise Diem zu gebrauchen. Nun wird allerdings die Kryptowährung Paxos als Stablecoin für das Wallet eingesetzt. Dadurch kommt die Frage auf, warum Meta in seiner eigenen Wallet nicht auch seine eigene Währung nutzt – das führt schon zum dritten Indiz: Die Ideen für Libra und die digiWallet wurden von David Marcus gepitcht. Dieser hatte allerdings Ende vergangenen Jahres die Firma verlassen. Das erscheint in Anbetracht dessen, dass seine Projekte zuletzt in vollem Gange waren, zumindest kontraintuitiv.

Wann und ob ein weiteres Statement zum Stand von Diem kommt, bleibt abzuwarten. Allerdings deutet viel darauf hin, dass das Ende nahe ist. Memento mori, Diem.

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