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ChatGPT lässt User Kleidung und Accessoires virtuell anprobieren

ChatGPT lässt User Kleidung und Accessoires virtuell anprobieren

Larissa Ceccio | 02.10.26

Kleidung am eigenen digitalen Abbild testen und interessante Produkte für später speichern: Mit dem neuen Virtual Try-on Feature können User jetzt in ChatGPT per Selfie oder Ganzkörperfoto ausprobieren, wie Kleidung und Accessoires an ihnen aussehen könnten, und so schon vor dem Kauf einen Eindruck vom Look bekommen.

KI empfiehlt Usern längst nicht mehr nur Produkte, sondern zeigt inzwischen auch, wie Kleidung an ihnen aussehen könnte: Mit dem neuen Virtual Try-on Feature in ChatGPT lassen sich Kleidung und Accessoires am eigenen digitalen Abbild testen, während Favorites interessante Produkte für später speichert. OpenAI erklärt beide Funktionen in den aktuellen Shopping-Hinweisen. Der Roll-out erfolgt weltweit für ChatGPT auf Mobilgeräten und im Web.

Selfie hochladen, Outfit testen: So funktioniert ChatGPTs Virtual Try-on

Für den Virtual Try-on wählen User bei geeigneten Kleidungsstücken oder Accessoires den neuen Try-on Button und nehmen ein Selfie auf oder laden ein Foto hoch. ChatGPT erstellt daraus eine Vorschau, die zeigt, wie der Artikel an ihnen aussehen könnte. Alternativ können User auch ein Produktbild oder einen Screenshot hochladen und ChatGPT bitten, das Kleidungsstück oder Accessoire virtuell anzuprobieren. Ebenso lassen sich Looks beschreiben oder Fotos von Celebrity Outfits als Vorlage nutzen, um ähnliche Produkte zu finden.

Drei ChatGPT-Ansichten zeigen einen schwarzen Faltenrock, das Hochladen eines Selfies und das generierte Virtual Try-on an einer Person.
Virtual Try-on in ChatGPT, © OpenAI

Das Referenzfoto bleibt für spätere Try-ons gespeichert und lässt sich in den Einstellungen zur Personalisierung austauschen oder löschen. Für die generierten Bilder setzt OpenAI auf ChatGPT Images 2.5. Das im September vorgestellte Modell soll Referenzfotos näher am Original halten, charakteristische Gesichtszüge und andere Details besser bewahren sowie Licht und Oberflächen wie Haut oder Stoff natürlicher darstellen. In unserem Test von ChatGPT Images 2.5 zeigte sich bereits, wie stark sich ein Ausgangsbild verändern kann, ohne dass das ursprüngliche Motiv den Wiedererkennungswert verliert.

Diese Referenztreue ist für den Virtual Try-on wichtig. Eine echte Anprobe ersetzt die AI-Version trotzdem nicht. OpenAI weist darauf hin, dass ChatGPT Produkte und Personen im generierten Bild abweichend darstellen kann und weder Passform noch Größe verlässlich vorhersagt. Vor dem Kauf sollten User deshalb weiterhin Maßangaben, Produktdetails und Rückgabebedingungen der Händler:innen prüfen.



ChatGPT Images 2.5:
Ändere Details, nicht gleich das ganze Bild

Collage mit verschiedenen von ChatGPT Images 2.5 erstellten Motiven und OpenAI-Symbolen auf weißem Hintergrund.
© OpenAI via Canva


Favorites bringt die Merkliste zu ChatGPT

Mit Favorites können User interessante Produkte per Bookmark speichern und später in der ChatGPT Library wieder aufrufen. Eigene Ordner helfen dabei, gespeicherte Produkte zu sortieren, etwa nach Anlass oder Kategorie. So vereint ChatGPT Produktsuche, Vergleich, virtuelle Anprobe und Merkliste in einer Oberfläche.

ChatGPT zeigt das Speichern eines Rocks in Favorites und Ordnern sowie gespeicherte Produkte in der Library.
Produkte lassen sich in Favorites und eigenen Ordnern in der ChatGPT Library speichern, © OpenAI

Welche Produkte in den Shopping-Ergebnissen erscheinen, richtet sich laut OpenAI nach der Suchanfrage und dem vorhandenen Kontext. Die Auswahl erfolgt unabhängig; Produktergebnisse sind keine Werbung und werden laut OpenAI nicht durch Kooperationen beeinflusst. Ob das so bleibt, lässt sich aber bezweifeln. denn Ads sind inzwischen ein fester Teil von OpenAIs Geschäftsmodell. Auf einen ersten Pilot mit Direktbuchungen folgte im Frühjahr der Ads Manager, über den Unternehmen Kampagnen selbst erstellen und verwalten können. Seit August sind ChatGPT Ads auch in Deutschland verfügbar. Dazu kommt, dass laut dem Unternehmen 20 Prozent der ChatGPT-Konversationen mit einer kommerziellen Absicht in Zusammenhang stehen. Getestete oder gespeicherte shoppable Produkte haben damit das Potenzial, zu einer besonders attraktiven Werbefläche zu werden.

Google, Pinterest, OpenAI: Der Wettbewerb um AI Shopping

Mit dem Virtual Try-on Feature holt OpenAI bei Funktionen auf, die Google und Pinterest schon seit Jahren ausbauen. Google ließ User Kleidung zunächst an verschiedenen Models ansehen. Seit 2025 können sie eigene Ganzkörperfotos hochladen und sehen, wie Kleidung und Schuhe an ihnen aussehen könnten. Bei Pinterest wiederum können User mit Pinterest Lens Gegenstände oder Fotos scannen und sich ähnliche Produkte und Ideen anzeigen lassen. 2020 ergänzte die Plattform einen Shop Tab für Lens, der erkannte Produkte mit kaufbaren Pins verknüpft. Mit Visual Search Ads platziert Pinterest inzwischen auch Werbung innerhalb dieser visuellen Produktsuche.

OpenAIs möglicher Vorteil liegt darin, dass User mehrere Schritte der Produktsuche in einem laufenden Chat erledigen können. Mit der Shopping-Recherche kann ChatGPT passende Produkte anhand individueller Wünsche suchen, vergleichen und den bisherigen Gesprächskontext berücksichtigen; Shopify-Produktdaten fließen zusätzlich über den Shopify-Katalog ein. Virtual Try-on und Favorites ergänzen diese Suche um virtuelle Anprobe und Speicherung. User können damit von der ersten Idee bis zur engeren Auswahl in derselben Unterhaltung bleiben.

Allerdings konnten nicht alle bisherigen Shopping-Versuche von OpenAI überzeugen. Den 2025 gestarteten Instant Checkout schränkte das Unternehmen Anfang 2026 wieder ein, nachdem User zwar Produkte über ChatGPT suchten, Käufe aber nur selten direkt im AI Chat abschlossen. Wie gut Virtual Try-on und Favorites angenommen werden, dürfte deshalb auch davon abhängen, wie hilfreich die neuen Funktionen im Alltag tatsächlich sind – also wie überzeugend die virtuellen Anproben wirken und ob User ChatGPT auch für Produktauswahl und Kaufentscheidung nutzen.



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