Human Resources
LinkedIns Hiring Assistant 2 verspricht Next Gen Recruiting mit AI

LinkedIns Hiring Assistant 2 verspricht Next Gen Recruiting mit AI

Selina Beck | 30.09.26

LinkedIns Hiring Assistant 2 kommt: Der KI-Assistant für Recruiter soll für bessere Einstellungsergebnisse sorgen. Gerade in Zeiten von Bewerbungsfluten aufgrund von KI-Bewerbungen kann dies eine Hilfe für Recruiter sein.

Für die meisten Unternehmen wird es aufgrund des Fachkräftemangels immer schwieriger, geeignete Kandidat:innen zu finden. 53 Prozent der Personaler:innen gaben bei einer LinkedIn-Umfrage an, dass der Mangel an Fachkräften ihre größte Herausforderung im Job ist. KI-Tools können dabei unterstützend wirken. So sahen damals auch 81 Prozent der befragten Recruiter in KI die Chance, versteckte Talente zu finden. Die Ergebnisse basieren auf einer von LinkedIn beauftragten Befragung durch Censuswide. Im Zeitraum von Anfang bis Mitte Mai 2026 wurden dabei 750 Recruiter in Deutschland befragt.

Bewerbungsflut: Tausende Bewerbungen auf eine Stelle

Unternehmen wie Siemens, SAP und SRH Holding nutzen bereits das KI-Tool LinkedIn Assistant seit Längerem für ihre Recruiting-Prozesse. Nun kündigt LinkedIn den KI-Assistenten Hiring Assistant 2 für Recruiter an, der optimierte Einstellungserfolge erzielen soll. LinkedIn erklärt in der Pressemitteilung, dass das Tool gerade in den aktuellen Zeiten eine Hilfe für Recruiter sein soll, in denen die weltweiten Neueinstellungen um 30 Prozent zurückgegangen sind, während die Anzahl der Bewerbungen pro Bewerber:in im Vergleich zum Niveau vor der Pandemie um 30 Prozent gestiegen ist.

Von einer Bewerbungsflut im Recruiting aufgrund von KI-Bewerbungen berichten auch diverse Recruiter, da die Bewerbungserstellung so einfach wie nie zuvor ist. In Extremfällen kommen tausende Bewerbungen auf eine Stelle.


2.000 Bewerbungen in 24 Stunden:

Recruiting hat ein KI-Problem

Eine Frau sitzt frustriert vor ihrem Laptop
© energepic.com – Pexels


So funktioniert der Hiring Assistant 2 

LinkedIn kündigt neue Funktionen ab November für internationale User an, die den Hiring Assistant auf Englisch nutzen. Wann das neue Tool auf Deutsch verfügbar ist, ist bisher noch nicht bekannt. Mit dem Assistant sollen 83 Prozent weniger Profile geprüft werden müssen. Der von dem KI-Tool durchgeführte Vorauswahlprozess soll zudem im Median in nur sechs Minuten abgeschlossen sein.

Das neue KI-Tool soll laut LinkedIn dank verbesserter Analyse-, Speicher- und Personalisierungsfunktionen die geeignetsten Kandidat:innen identifizieren, relevantere Informationen in den Einstellungsprozess einbringen und den gesamten Talentpool zentral verwalten. Dazu gehören Infos zur Verifizierung der Bewerber:innen, Erkenntnisse aus Bewerbungsmanagementsystemen, Antworten im Vorauswahlverfahren und relevante Berufserfahrungen.

LinkedIn User können mithilfe von vernetzten Apps ihre Skills direkt in ihrem Profil präsentieren und so für Recruiter ein umfassenderes Bild darbieten. Personaler:innen können demzufolge Zeit sparen, da sie nicht mehr zwischen verschiedenen Systemen wechseln müssen.

Laut LinkedIn-Studie nennt fast ein Drittel der Personalverantwortlichen in den USA (30 Prozent) die Geschwindigkeit als größte Herausforderung. Die Suche nach geeigneten Kandidat:innen dauert vielen Recruitern zu lange, wobei fast die Hälfte dabei angibt, zu viel Zeit mit dem Wechsel zwischen verschiedenen Plattformen zu verbringen. Der Hiring Assistant 2 soll dieses Problem lösen.

Die Studie wurde im August 2026 von Censuswide im Auftrag von LinkedIn unter 500 US-amerikanischen Personalvermittler:innen sowie Talentakquise-Expert:innen und 500 US-amerikanischen Führungskräften der C-Suite in Unternehmen mit mehr als 200 Angestellten erhoben.

KI-Screening braucht menschliche Kontrolle

Dennoch bleibt – wie beim ersten Hiring Assistant bereits – die Frage, ob AI-Lösungen den Rekrutierungsprozess wirklich nur positiv bereichern. Es stellt sich die Frage, ob menschliche Empathie und Handlungsfähigkeit nicht gerade in der HR-Branche fehlen werden, wenn nur noch Algorithmen Menschen bewerten. Unentdeckte Talente, geeignete Quereinsteiger:innen sowie Personen mit relevanten Soft Skills könnten durch das KI-Raster fallen.

Wichtig bleibt am Ende des Recruiting-Prozesses damit nach wie vor die Überprüfung von Personaler:innen, welche die KI-Bewertung sorgfältig überprüfen und einschätzen. Denn auch KI-Tools machen Fehler, wie die willkürliche Einschätzung von Bewerbungen – abhängig von verwendeten KI-Tools – zeigt. Bewerber:innen können bis zu 42 Prozentpunkte Hire Rate verlieren, abhängig vom KI-Tool, das ihren Lebenslauf geschrieben hat. Eine Studie der KI-Plattform i10x.ai zeigte vor Kurzem diese Risiken der KI-Bewerbungsbewertungen auf. Lebensläufe, die von Gemini geschrieben wurden, erhielten dabei grundlos durchschnittlich die besten Einstellungsraten.


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