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ChatGPT Ads ab nächsten Montag in Deutschland: Wie du dort wirbst

ChatGPT Ads ab nächsten Montag in Deutschland: Wie du dort wirbst

Niklas Lewanczik | 19.08.26

Nach dem jüngsten Hinweis auf Werbeeinblendungen in ChatGPT Free und Go kommt jetzt der offizielle Ad Roll-out für diverse europäische Märkte. Dort werden User Ads sehen, während Marken mehr Spielraum für Sichtbarkeit im KI-Zeitalter erhalten.

Werbung auf ChatGPT soll zum großen Wachstumsfaktor avancieren. Das gilt für OpenAI, ein einflussreiches KI-Unternehmen, das dringend neue Monetarisierungsoptionen benötigt, um die immensen Investitionen in die KI-Infrastruktur aufzufangen. Und um vor dem geplanten IPO und im Wettbewerb mit Anthropic, Google, Meta und Co. eine bessere Finanzgrundlage zu schaffen. Das gilt aber auch für Advertiser, die mit der Möglichkeit, im populären KI-Dienst zu werben, ganz neue Sichtbarkeitspotentiale für Marken und Botschaften erhalten.

Schon vor wenigen Tagen deutete eine Anpassung der europäischen Datenschutzrichtlinie OpenAIs für ChatGPT an, dass Ende des Monats Ads in Deutschland auftreten werden. Nach ersten Tests zu Anfang des Jahres weitete OpenAI die Ad-Integration zuletzt bereits auf die Märkte Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Japan, Südkorea, Mexiko und Brasilien aus. Jetzt folgt Europa.



ChatGPT-Werbung startet in Deutschland

– für EU-User gelten andere Regeln

Smartphone Mockup mit Ad bei ChatGPT, Wolken im Hintergrund
© OpenAI via Canva


Start am 24. August: Mach dich auf ChatGPT-Werbung gefasst

Am kommenden Montag, am 24. August 2026, ist es so weit. Sechs Monate nach dem offiziellen Start von ChatGPT Ads können User von ChatGPT Free und Go werden in Deutschland und weiteren 30 Märkten ChatGPT Ads sehen. Das gab OpenAI offiziell bekannt. Zu den weiteren Märkten zählen unter anderem die DACH-Regionen Österreich und die Schweiz sowie Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Irland, Belgien, Polen, Tschechien und Portugal.

Die User müssen sich ab diesem Datum auf Anzeigen im Chat einstellen. Dabei sollen diese klar von den Antworten getrennt und eindeutig als Werbung markiert sein. Auch sollen die Antworten im KI-Konversationsverlauf nicht beeinflussen.

So sieht eine ChatGPT-Werbung im Chat in Deutschland aus, © OpenAI

Diese Werbeprinzipien hatte OpenAI bereits zum Start des Pilotprogramms kommuniziert. Allerdings brachen in den USA zumindest einige Ads mit OpenAIs Versprechen für inhaltliche Relevanz und ausbleibende Störfaktoren. Während sich manche User im kostenfreien oder kostengünstigen Umfeld auf die Werbung gefasst machen müssen, sehen alle zahlenden Abonnent:innen mit Ausnahme der ChatGPT Go Subscriber keine Ads. Damit ergibt sich für Werbetreibende ein Feld der Sichtbarkeitspotentiale, für OpenAI ein lukratives Umfeld zur Monetarisierung der eigenen Inventarräume.

Kaufabsicht oft vorhanden: So erhalten Advertiser Zugang

Laut OpenAI stehen 20 Prozent der Konversationen auf ChatGPT mit einer kommerziellen Absicht in Zusammenhang. Dazu kommen diverse Kontexte der Kommunikation, die Kaufentscheidungen und geschäftliche Entscheidungen zum Thema haben oder fördern könnten. Das dialogorientierte Werbeumfeld verknüpft individuelle Interessen und die Discovery mit relevanten Angeboten. Dave Dugan, VP of Ads bei OpenAI, meint:

People come to ChatGPT with goals. In the attention economy, brands had to be interesting; in the intelligence economy, they have to be useful. ChatGPT Ads is designed to help businesses contribute in a meaningful way when someone is deciding to take action, while maintaining user trust and upholding our principles of answer independence, privacy, and user choice and control.

Der europäische Werbemarkt kann diese Potentiale ab dem 24. August in Kooperation mit den Agenturpartner:innen Publicis, WPP, Omnicom, MediaPlus, Havas und dentsu nutzen. Zudem möchte OpenAI demnächst eine Self-Service-Plattform für kleine Unternehmen und Unternehmer:innen einführen.

Nach Daten von OpenAI nutzen weltweite bereits zehntausende Advertiser ChatGPT als Werbeumfeld. Kein Wunder, der Dienst hat mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive User und über eine Milliarde App-Nutzer:innen. Damit ist die Relevanz für die Sichtbarkeit im Digitalraum und im Zeitalter der KI-Suche klar ersichtlich. Außerdem hat OpenAI das eigene Werbesystem seit dem Start vor rund sechs Monaten deutlich ausgebaut. Im Frühjahr folgte ein Ads Manager auf die ersten Direktbuchungsoptionen. Nach eigenen Angaben sind bei den Werbetreibenden die durchschnittlichen Kosten pro Kauf in den vergangenen sechs Wochen um rund 60 Prozent gesunken. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Kosten pro 1.000 Impressionen um rund 20 Prozent zurückgegangen. Zu Anfang des Jahres mussten Marken dem Vernehmen nach im impression-basierten Verrechnungsmodell noch rund 60 US-Dollar für 1.00 Impressionen zahlen.

Im Mobile Marketing wiederum können Advertiser dank einer Kooperation zwischen OpenAI und AppsFlyer inzwischen auf Mobile App Measurement für ChatGPT Ads setzen. Das gesamte Werbeökosystem OpenAIs soll noch deutlich weiter ausgebaut werden. Bis 2030 möchte OpenAI 100 Milliarden US-Dollar mit Werbung umsetzen. Marktforscher:innen bezweifeln allerdings, dass sich dieses Ziel erreichen lässt. eMarketer schätzte die Umsatzmöglichkeit zuletzt deutlich geringer ein. OpenAI konkurriert im digitalen Werbemarkt vor allem mit Amazon, Meta und Google, wobei gerade Google schon diverse Werbelösungen für KI-Suchergebnisse und KI-Konversationen etwa im AI Mode bietet.



ChatGPT für Jugendliche startet

Teenager Social Media
© Karolina Grabowska via Canva


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Kommentare aus der Community

Eliosen | Rabattdigga am 19.08.2026 um 07:46 Uhr

Glauben Sie, dass ChatGPT-Anzeigen neue Chancen für kleine Unternehmen eröffnen oder vor allem großen Marken zugutekommen werden?

Antworten
Niklas Lewanczik am 19.08.2026 um 08:41 Uhr

Hallo,

es ist schwierig, das pauschal zu beantworten. Werbeoptionen in populären Umgebungen haben für kleinere Unternehmen immer den Vorteil, unabhängig von der Unternehmensgröße und spezifischer Faktoren wie Vertrauen oder Erfahrung Sichtbarkeit zu erlangen (was organisch im Vergleich zu großen renommierten Unternehmen schwieriger sein kann). Ich denke, es eröffnen sich gerade für First Mover durchaus Chancen. Wie zumeist werden die Budgets eine Rolle spielen, sodass gro´ße Unternehmen, die ja oft auch für erste Tests herangezogen werden, viel Präsenz zeigen dürften. Gerade bei Nischenthemen aber, die bei ChatGPT besprochen werden könnten, haben Brands mit Ads eine gute Chance, bezahlte Sichtbarkeit für ihre Zwecke zu nutzen.

Kleiner Einblick in erste Ergebnisse: https://onlinemarketing.de/technologie/top-10-advertiser-chatgpt-wo-ads-auftauchen

Liebe Grüße

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