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Home Office trotzt der Bürorückkehr und gehört für ein Viertel aller Arbeitnehmer:innen bereits zum Alltag

Home Office trotzt der Bürorückkehr und gehört für ein Viertel aller Arbeitnehmer:innen bereits zum Alltag

Marié Detlefsen | 06.03.26

Home Office verschwindet nicht – auch wenn manche Unternehmen ihre Beschäftigten wieder häufiger im Büro sehen wollen. Eine aktuelle Studie des ifo Instituts zeigt: Rund ein Viertel aller Arbeitnehmer:innen in Deutschland arbeitet weiterhin zumindest teilweise von zu Hause.

Während viele Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen wieder stärker ins Büro holen möchten, zeigt sich in Deutschland ein anderes Bild: Das Arbeiten von zu Hause bleibt erstaunlich stabil. Eine aktuelle Auswertung des ifo Instituts legt nahe, dass sich Home Office längst als feste Größe im Arbeitsalltag etabliert hat – trotz einzelner Unternehmen, die ihre Regeln zuletzt verschärft haben.

24,3 Prozent aller Beschäftigten arbeiten teilweise von zu Hause aus

Nach den neuesten Ergebnissen der ifo-Konjunkturumfrage arbeiteten im Februar 24,3 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland zumindest teilweise im Home Office. Damit bleibt der Anteil nahezu unverändert auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: Den bisherigen Höchststand erreichte die Home-Office-Nutzung im März 2021 mit 32,3 Prozent, während im August 2024 mit 23,4 Prozent der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen registriert wurde. Die aktuelle Zahl liegt also ziemlich genau zwischen diesen beiden Extremen. Für ifo-Forscher Jean-Victor Alipour ist das ein klarer Hinweis auf Stabilität:

Seit 2022 arbeiten etwa ein Viertel aller Beschäftigten zumindest teilweise im Home Office. Trotz deutlicher Unterschiede zwischen den Branchen bleibt die Home-Office-Nutzung auch innerhalb der einzelnen Sektoren weitgehend konstant.

IT-Branche mit höchster Home-Office-Quote

Besonders stark verbreitet ist das Arbeiten von zu Hause weiterhin im Dienstleistungssektor. Hier liegt der Anteil der Beschäftigten im Home Office laut Studie bei 34,9 Prozent und damit deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Innerhalb der Branche zeigen sich allerdings große Unterschiede. In einigen wissensintensiven Bereichen gehört Home Office mittlerweile praktisch zum Standard: Bei IT-Dienstleister:innen arbeitet mit 76,4 Prozent eine überwältigende Mehrheit zumindest teilweise im Home Office. Auch Unternehmensberatungen setzen stark auf flexible Arbeitsmodelle – hier liegt der Anteil bei 67,6 Prozent.

So viele Arbeitnehmer:innen nutzen Home Office in den einzelnen Branchen (mit einem Klick aus Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ifo Institut
So viele Arbeitnehmer:innen nutzen Home Office in den einzelnen Branchen (mit einem Klick aus Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ifo Institut

Ganz anders sieht es hingegen in Branchen aus, in denen physische Arbeit oder direkte Kund:innenkontakte eine größere Rolle spielen. Im verarbeitenden Gewerbe arbeiten beispielsweise 15,4 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause. Selbst dort gibt es jedoch Unterschiede: In der Automobilindustrie liegt der Home-Office-Anteil bei 24,2 Prozent, während Hersteller:innen von Datenverarbeitungsgeräten auf 21,9 Prozent kommen.

Noch geringer fällt die Quote im Handel aus. Hier sind insgesamt 12,6 Prozent der Beschäftigten im Home Office tätig. Im Großhandel liegt der Anteil mit 17,3 Prozent zwar etwas höher, doch im Einzelhandel sinkt er auf lediglich 5,9 Prozent. Am unteren Ende der Skala steht die Baubranche. In diesem Bereich arbeiten nur 4,5 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause.

Home Office hat sich in der Gesamtwirtschaft etabliert

Diese Unterschiede zeigen deutlich, dass Home Office stark von der jeweiligen Tätigkeit abhängt. Während digitale und wissensbasierte Jobs problemlos remote erledigt werden können, bleibt dies in vielen praktischen Berufen schlicht unmöglich. Trotzdem hat sich in der Gesamtwirtschaft ein stabiler Mittelwert herausgebildet – eben jenes Viertel der Beschäftigten, das regelmäßig zumindest einen Teil der Arbeit von zu Hause erledigt. Dass einzelne Unternehmen ihre Home-Office-Regeln zuletzt verschärft haben, sorgt zwar immer wieder für Schlagzeilen, doch laut Alipour lassen sich daraus keine grundlegenden Veränderungen ableiten:

Einzelne Firmen, die das Home Office stark einschränken, begründen noch keinen Trend. Das Home Office ist und bleibt etabliert.


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© Helena Lopes – Pexels

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