Human Resources
Von Übersetzer:innen bis Lehrer:innen: Diese 40 Jobs sind am meisten von AI bedroht

Von Übersetzer:innen bis Lehrer:innen: Diese 40 Jobs sind am meisten von AI bedroht

Marié Detlefsen | 22.01.26

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant und manche Berufe stehen stärker unter Druck als andere. Erfahre, welche 40 Jobs am meisten mit AI-Fähigkeiten überlappen und besonders von Automatisierung betroffen sein könnten.

Ob Texte schreiben, Daten analysieren oder Kund:innen beraten – generative AI-Systeme übernehmen zunehmend Aufgaben, die bislang Menschen vorbehalten waren. Die aktuelle Microsoft-Studie „Measuring the Applicability of Generative AI to Occupations“ zeigt nun, welche 40 Berufe besonders stark mit den Fähigkeiten heutiger KI-Systeme überschneiden. Die Ergebnisse überraschen, denn sie betreffen nicht nur Tech-Jobs, sondern auch Bildung, Medien und klassische Dienstleistungsberufe.

Die 40 Berufe mit der höchsten AI-Überschneidung im Überblick

Wichtig ist zunächst die Einordnung: Die Studie misst keine unmittelbare Ersetzbarkeit, sondern einen sogenannten AI Applicability Score. Dieser Wert beschreibt, wie gut sich typische Tätigkeiten eines Berufs mit den aktuellen Fähigkeiten generativer KI decken. Microsoft selbst betont, dass eine hohe Übereinstimmung nicht automatisch bedeutet, dass diese Jobs verschwinden. Dennoch reagieren Unternehmen bereits, etwa durch Einstellungsstopps, Umstrukturierungen oder den gezielten Einsatz von KI zur Produktivitätssteigerung.

Dass diese Entwicklung kein theoretisches Szenario ist, zeigen Beispiele aus der Praxis: Große Konzerne kündigen offen an, mithilfe von KI Stellen abzubauen oder gar nicht erst neu zu besetzen. Für viele Arbeitnehmer:innen wächst damit die Unsicherheit, insbesondere in wissensbasierten Berufen. Laut der Microsoft-Studie gehören folgende 40 Tätigkeiten zu den am stärksten exponierten Berufen:

  1. Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen
  2. Historiker:innen
  3. Flugbegleiter:innen
  4. Vertriebsmitarbeiter:innen für Dienstleistungen
  5. Autor:innen und Schriftsteller:innen
  6. Kund:innenendienstmitarbeiter:innen
  7. CNC-Werkzeugprogrammierer:innen
  8. Telefonist:innen
  9. Reise- und Ticketagent:innen
  10. Rundfunksprecher:innen und Radio-DJs
  11. Börsen- und Wertpapiersachbearbeiter:innen
  12. Lehrkräfte für Land- und Haushalts-Management
  13. Telemarketer:innen
  14. Concierge-Mitarbeiter:innen
  15. Politikwissenschaftler:innen
  16. Nachrichtenanalyst:innen, Reporter:innen, Journalist:innen
  17. Mathematiker:innen
  18. Technische Redakteur:innen
  19. Korrektor:innen und Lektor:innen
  20. Gastgeber:innen (z. B. in Gastronomie oder Eventbereich)
  21. Editor:innen
  22. Lehrkräfte für Betriebswirtschaft (Hochschule/Universität)
  23. PR-Spezialist:innen
  24. Produktdemonstrator:innen und -promoter:innen
  25. Werbe- und Anzeigenverkäufer:innen
  26. Sachbearbeiter:innen für Neukonten
  27. Statistische Assistent:innen
  28. Kassen- und Mietschaltermitarbeiter:innen
  29. Datenwissenschaftler:innen
  30. Finanzberater:innen
  31. Archivar:innen
  32. Lehrkräfte für Volkswirtschaftslehre (Hochschule/Universität)
  33. Web-Entwickler:innen
  34. Management-Analyst:innen
  35. Geograf:innen
  36. Models
  37. Marktforschungsanalyst:innen
  38. Mitarbeiter:innen für öffentliche Sicherheit/ Notrufzentralen
  39. Telefonvermittlung/ Telefonist:innen
  40. Lehrkräfte für Bibliothekswissenschaft (Hochschule/Universität)


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Auch Lehrer:innen bleiben nicht von AI verschont

Auffällig ist, dass sich unter den 40 am stärksten exponierten Berufen vor allem Tätigkeiten finden, die auf Informationsverarbeitung, Analyse, Kommunikation und Textarbeit basieren. Genau hier haben AI-Modelle in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Zu den Berufen mit der höchsten Überschneidung zählen unter anderem:

  • Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen, deren Kernaufgabe, die sprachliche Übertragung von Inhalten, inzwischen von KI-Systemen in hoher Qualität übernommen werden kann. Ein beispiel ist ChatGPTs neuer Übersetzer.
  • Historiker:innen, die häufig mit Quellenanalyse, Zusammenfassungen und Einordnung von Textmaterial arbeiten.
  • Autor:innen, Redakteur:innen und Lektor:innen, deren Tätigkeiten stark textbasiert sind.
  • Journalist:innen und Nachrichtenanalyst:innen, insbesondere bei Recherche, Rohfassungen und Datenaufbereitung.

Die Studie zeigt, dass AI besonders dort effektiv ist, wo es um das Verarbeiten, Strukturieren und Erklären von Informationen geht, also genau um jene Fähigkeiten, die viele akademische und kreative Berufe auszeichnen. Doch auch pädagogische Berufe tauchen in der Liste auf. Zwar ist nicht zu erwarten, dass KI menschliche Lehrkräfte vollständig ersetzt, doch die Studie identifiziert mehrere Lehrämter mit hoher Überschneidung zu KI-Fähigkeiten. Dazu zählen unter anderem Lehrkräfte für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Bibliothekswissenschaften an Hochschulen. Der Grund: Unterrichtsvorbereitung, Wissensvermittlung, Korrekturen und die Erstellung von Lehrmaterialien lassen sich zunehmend automatisieren oder zumindest stark unterstützen.

Die Ergebnisse der Microsoft-Forscher:innen liefern keine endgültige Antwort auf die Frage, welche Jobs verschwinden werden. Sie zeigen jedoch klar, wo der Anpassungsdruck besonders hoch ist. Für Arbeitnehmer:innen bedeutet das vor allem eines: Weiterbildung, Spezialisierung und der souveräne Umgang mit KI werden zunehmend zur Schlüsselqualifikation.


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