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Unternehmen schöpfen das volle Potential von Social Media noch längst nicht aus

Geldverdienen mit Social Media: Auf diese Idee kommen die meisten Unternehmen zurzeit noch nicht. Drei andere Felder werden stattdessen fokussiert.

© peshkova - Fotolia.com

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Social Media ist für die meisten Unternehmen heutzutage ein Thema. Aber leider wissen auch die meisten nicht, wie man seine Präsenz auf den sozialen Netzwerken effizient nutzt. Oftmals wird Social Media als klassisches Push-Marketing-Werkzeug missverstanden. Dass dieser Kanal ein großes Potenzial für Pull-Marketing und User-Generated Content birgt, ist noch nicht vielen Unternehmen bekannt. Es fehlt an einer funktionsübergreifenden Strategie, das hat eine Studie von der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit Lithium herausgefunden.

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77 Prozent der Unternehmen messen den Erfolg der Social-Media-Aktivitäten, aber nur zehn Prozent können konkrete finanzielle Vorteile nachweisen

KPIs wie Conversion Rates, Net Promoter Score und Call Deflection werden in der Social-Media-Arbeit vieler Unternehmen heute noch nicht angeführt. Der nachhaltige Unternehmensgewinn spielt keine große Rolle. Nur zehn Prozent der an der Studie teilnehmenden Unternehmen – es waren allesamt große Firmen mit langjährigen und tiefgehenden Erfahrungen in den Geschäftsprozessen von Marketing, Vertrieb, Kundenservice und Produkt-/Serviceentwicklung – können den geschäftlichen Nutzen ihrer Social-Media-Aktivitäten nachweisen. Als wichtigste Kennzahlen werden Reichweite, Interaktion und Traffic genannt. Bruno Teuber, SVP und General Manager, von Lithium in EMEA:

Die meisten Unternehmen stehen noch ganz am Anfang. Diese vorsichtige Herangehensweise ist einerseits verständlich. Jedoch birgt sich bei einem so signifikanten Paradigmenwechsel, der zudem mit einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel einhergeht, die Gefahr, früher oder später komplett den Anschluss zu verpassen. Ein sofortiges Öffnen und Umdenken sowie ein klares Commitment der Geschäftsleitung sind zwingend gefordert.

Laut Professor René Algesheimer von der Universität Zürich würden die Unternehmen vor einer großen Herausforderung stehen.

Einerseits müssen Unternehmen  angesichts der rasanten technologischen Entwicklung auf der operativen Ebene reagieren, ausprobieren und testen. Andererseits entsteht so eine Vielzahl nicht aufeinander abgestimmter Aktivitäten, die eine echte Strategie für den Wandel durch Social, spezifische Zielvorgaben und kontinuierliche Erfolgskontrollen erfordern. Klar ist, dass eine solche Strategie auf jeden Fall das ganze Unternehmen betreffen muss, nicht nur einzelne Abteilungen. Gelingt dies rechtzeitig, entsteht ein enormer Wettbewerbsvorteil.

Die wichtigsten Zahlen der Studie zusammengefasst:

  • 80 Prozent der Unternehmen verfolgen mit ihren Social-Media-Aktivitäten das Ziel, Gewinne zu erhöhen und das Geschäftsergebnis zu verbessern
  • 77 Prozent der Unternehmen messen den Erfolg der Social-Media-Aktivitäten, aber nur zehn Prozent können konkrete finanzielle Vorteile nachweisen
  • Auf einer Skala von sechs Punkten geben die Unternehmen Social Media durchschnittlich eine Wichtigkeit von 4,3 Punkten
  • 70 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie Social Media intensiv nutzen, das trifft aber in Wirklichkeit nur auf 48 Prozent zu
  • 92 Prozent der Unternehmen nutzen Facebook, aber nur 17 Prozent haben eigene Foren oder Communities
  • Die meisten Unternehmen erwarten eine überdurchschnittliche Zunahme ihres Social-Media-Budgets. Dieses wird innerhalt der nächsten fünf Jahre auf 11 bis 15 Prozent ansteigen
  • Social-Media-Budgets machen derzeit durchschnittlich null bis fünf Prozent des gesamten Marketing-Budgets aus

Würdet ihr behaupten, dass ihr bereits das ganze Potential von Social Media für euch ausnutzt? Was wollt ihr hauptsächlich mit euren sozialen Kanälen erreichen?

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

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