SEO - Suchmaschinenoptimierung

Erst der Anstieg, dann der Untergang – eine Negative SEO-Fallstudie

Mit der Gefahr, Opfer eines Negative SEO-Angriffs zu werden, leben viele Webseitenbetreiber. Die Fallstudie von Jellyfish zeigt ein mögliches Vorgehen auf.

© Brian Jackson | Fotolia.com

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Eine gängige Methode von Negative SEO war bislang des Setzen von Backlinks auf von Google negativ bewerteten Webseiten, um das Ranking zu verschlechtern. Im Zuge der Penguin- und Panda-Updates geht Google schärfer gegen fragwürdiges Linkbuilding vor und erschwert Spammern damit das Leben. Daher attackieren diese nun die Konkurrenz auf direktem Wege.

Eine Fallstudie von Jellyfish – einer Agentur für digitales Marketing, die im vergangenen Jahr Opfer einer solchen Negative SEO-Attacke wurde – dokumentiert nun ein mögliches Vorgehen im Falle eines Angriffs.

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Wöchentlicher Backlink-Check

Die nachfolgende Grafik zeigt die Visibility von Jellyfish und weiteren SEO-Agenturen in 2014 im Vergleich. Die abfallende Kurve zum Jahresende hin basiert auf Googles Penguin 3.0 Update, durch das qualitativ minderwertige Backlinks abgestraft wurden.

© Econsultancy

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Dank der wöchentlichen Überprüfung des Linkprofils mit Analysetools konnte das Problem schnell erkannt werden.

Eine eingehendere Analyse des Backlink-Profils zeigte die kritischen Zeiträume auf: Sowie im Oktober, als auch im November war ein sprunghafter Anstieg an Backlinks zu verzeichnen.

© eConsultancy.com

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Daten, die das SEO-Analysetool von Cognitive SEO über Aktivitäten bezüglich unnatürlichen Linkaufbaus lieferte, zeigten einen plötzlichen Zuwachs an neuen Links, die als unnatürlich oder suspekt eingestuft wurden. Unnatürliches Linkwachstum wird von Google bekanntermaßen abgestraft, was nun den Verlust der Visibility, der auf der ersten Grafik zu sehen ist, erklärt.

©Econsultancy.com

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Der Herkunft der Links auf den Grund gehen

Eine Analyse der fragwürdigen Links ergab, dass diese in Form von Kommentaren auf tausenden von Webseiten gepostet wurden. Bei dieser Blackhat SEO-Technik, genannt “Comment Spamming”, wird eine Software zum Spammen genutzt, die zahlreiche Kommentare auf Blogs innerhalb kürzester Zeit hinterlässt.

Das Ziel

Als Hauptziel des Angriffs konnte mithilfe des Backlink Tools von Cognitive SEO die SEO Training-Unterseite von Jellyfish ausgemacht werden.

©  Econsultancy.com

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Die durch das Comment Spamming verbreiteten Links entsprachen dem Anchor Text für “SEO Training” von Jellyfish. Google strafte die Webseite daher konsequent ab.

Die Lösung

Nachdem weitere Webcrawler zum Identifizieren sämtlicher zweifelhafter Backlinks hinzugezogen wurden, schrieb man in einem langwierigen Prozess alle betroffenen Blogs an und bat um eine manuelle Löschung der Spamkommentare. Dies kann je nach Webseite mehr oder weniger aufwendig sein und darüber hinaus tendieren viele Linkfarm-Betreiber dazu, Geld für die Beseitigung der Links zu verlangen. Allerdings sind die Zeiten der Linkfarmen weitestgehend vorüber.

Es kostete Jellyfish drei Tage, bis der erste Stapel E-Mails an Blogs versendet war und ein weiterer Stapel musste wiederholt an diejenigen Betreiber gesendet werden, die beim ersten Anlauf nicht reagiert haben. Gab es weiterhin keine Antwort der entsprechenden Webseiten-Betreiber, wurde der beanstandete Link von Jellyfish über das Disavow Tool von Google für ungültig erklärt.

Obwohl das Problem schnell identifiziert und die Backlinks inzwischen vollständig entfernt werden konnten, war dies ein anspruchsvoller und zeitintensiver Prozess, über dessen Erfolg erst ein neues Penguin-Update von Google Aufschluss geben können wird.

Quelle: Econsultancy.com

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

3 Gedanken zu „Erst der Anstieg, dann der Untergang – eine Negative SEO-Fallstudie

  1. Nelson

    Ich sehe das ähnlich wie Michael, künftig sollte der Fokus sowieso auf User Experience und höherwertigeren Referenz-Signalen für eine Webseite bestehen.

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  2. Stefanie Isabel Kobsa

    Hallo Tina, Negative SEO trifft leider mehr Unternehmen, als man glauben möchte. Ich stimme mit dir überein, dass nur ein kontinuierliches Monitoring der eigenen Backlinks eine (unerkannte) Negative SEO Attacke verhindern kann. Wir haben letztes Jahr eine Fallstudie über Tirendo veröffentlicht, die mehr oder weniger das bestätigt, was du ebenfalls schreibst: SEO-Attacke erkennen, dokumentieren, dagegen vorgehen,und Google informieren. Ich würde mich über deine Meinung zu dem Artikel, bzw. dem Fall freuen. Ich denke, in Zukunft kann nur ein noch genaueres Monitoring einzelner Unternehmen, oder ein eigenes Google Update gegen Negative SEO Abhilfe schaffen. In jedem Fall, toller Artikel über ein Thema, das (meiner Meinung nach) viel zu selten behandelt wird.

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  3. Michael Sommer

    Schöner Bericht über Jellyfish. Da bin ich mal gespannt wie die Reise weiter geht. Es ist schade das solche Methoden genutzt werden. Google sollte am besten die Blog Kommentare komplett entwerten wie Foren Signaturen usw.

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