Apps

App-Optimierung: Dank Datenanalyse das maximale App-Potential ausschöpfen

Nutzer-Daten helfen dabei, Apps zu optimieren und User glücklich zu machen. Itamar Benedy von glispa erklärt, woher die Daten kommen und wie sie du sie gewinnbringend einsetzt.

© Flickr / Jan, CC BY-SA 2.0

© Flickr / Jan, CC BY-SA 2.0

Herzlichen Glückwunsch! Entwicklung und Tests sind fertig, und die App ist bereit zum Release. Bevor man als App-Entwickler aber in den hart umkämpften „Mobile Market“ eintritt, sollte man wissen, dass täglich mehr als 2.500 Apps bei den drei größten App-Stores eingereicht werden, und dass 70 Prozent der Anwendungen weniger als 5.000 Downloads pro Stück erzeugen.

Zu Beginn der PC-Ära gab es weder Internet, noch sonstige Tools zur Erfassung von Daten für Spielehersteller, anhand derer sie Informationen über ihre Nutzer und die Anwendung ihrer Produkte erfahren konnten und dementsprechend ihre Software hätten verbessern und aktualisieren können. Inzwischen sind wir glücklicherweise in der Lage, eine App immer wieder neu zu überdenken, ständig ihre Leistung zu verbessern und das Nutzererlebnis zu maximieren. Der Knackpunkt dieser Win-Win-Beziehung sind die Nutzer-Daten, sie sind eine hervorragende Quelle, um den realen Wert, den Nutzer durch die App bekommen, zu
analysieren und zu verstehen.

Anzeige:

Warum brauchen wir Daten?

Die Anforderungen der Nutzer zu verstehen und zu wissen, was sie mögen und was nicht, ist der eigentliche Schlüssel zum Erfolg. So sind beispielsweise Kampagnen zur Nutzergewinnung nur dann wirksam, wenn sich Entwickler zunächst die Zeit nehmen um herauszufinden, wer die eigentlichen Nutzer sind, was sie interessiert und zu welchem Zeitpunkt sie am besten ansprechbar sind. Erst dann sollte das richtige Targeting für die Kampagne festlegt werden. Wer seine ASO-Strategie (Prozess, mobile Anwendungen im App-Store zu optimieren und so ein höheres Ranking bei den Suchergebnissen im App-Store zu erzielen) verbessern möchte, sollte Daten zu Rate ziehen, um zu verstehen, welche App- Beschreibung, Schlüsselwörter und Screenshots das Zielpublikum ansprechen würden.

Ohne gute Daten kommt man nicht weit – angefangen bei der Auswahl von Beta-Testern bis hin zur Optimierung eines Screens in der App, der hohe “Drop-off” Quoten aufweist. Die erhobenen Daten können helfen, die bestmögliche User Experience zu entwickeln und so die Marketingstrategie zu gestalten und zu verbessern.

In der Tat sind Daten der Hauptwert, den eine App bietet. Datenoptimierungsprozesse unterscheiden erfolgreiche Apps von nicht erfolgreichen. So analysierte beispielweise Game Analytics mehr als 400 Free-to-Play-Spiele mit mehr als 1.000 Installs und fand heraus, dass die ersten Spieler, die das Spiel aufrufen, die wertvollsten Nutzer sind. Wenn man weiß, wer diese sind, sollte man seine Ressourcen darin investieren, diese zu behalten und sie glücklich zu machen.

Nach welchen Daten sollten wir suchen?

Entwickler würden an der großen Fülle der Daten untergehen bei dem Versuch, alle ihnen zur Verfügung stehenden Daten auf einmal zu analysieren. Deshalb sollten sie am Besten mit Grundlagen, wie Geografie, Zeit, User-ID, Geschlecht und Alter, beginnen. Sobald sie diese Parameter kennen, können sie mögliche Verhaltensweisen definieren und es erhöhen sich die Chancen, Premium-Abonnements in relevanten Segmenten anzubieten. Es ist auch wichtig, sich der Lebenszyklus-Phase seiner Nutzer bewusst zu sein – ob neuer, ruhender, aktiver Nutzer oder das Risiko der Abwanderung besteht etc. – und die Werbeaktivitäten entsprechend auszurichten.

Auch die Tageszeit ist von entscheidender Bedeutung. Haben die Nutzer die App um 9.00 Uhr bei der Arbeit oder um 19.00 Uhr auf dem Weg nach Hause geöffnet? Die Conversion entscheidet dann darüber, ob eine Anzeige besser bei der Arbeit dargestellt wird oder wenn der User zu Hause ist. Jede Aktion des Nutzers gibt Futter für neue Denkanstöße – Klicks, Vorlieben, Reposts – und sogar Deinstallationen sprechen Bände über den Benutzer. Entwickler sollten dabei auf die Datenpunkte achten und diese verbinden – und schon bald werden sie das Big Picture erkennen.

Sport.com, ein großer Publisher für Fitness- und Gesundheitsbezogene Apps, fand heraus, dass weibliche Nutzer 43 Prozent mehr In-App-Einkäufe tätigen als Männer. Unter dieser Berücksichtigung wurde die Nutzergewinnungskampagne so optimiert, dass sie mehr auf Frauen ausgerichtet war und damit wertvollere Nutzer zur App brachte. Dies zog eine beträchtliche Erhöhung des App Engagements nach sich und erreichte schließlich einen Return of Investment (ROI) um 24 Prozent.

Wo bekommen wir die Daten her?

App-Berechtigungen, In-App-Analyse-Dienste, Tracking-Lösungen und Daten-Management- Plattformen sind wertvolle Quellen für Daten. Ein Tracking-Unternehmen trägt wichtige Informationen über die Benutzer zusammen, während die Analytik-Unternehmen In-App- Aktivitäten mit der Beibehaltung der KPI’s verbinden können. Wenn man alle Datenanbieter synchronisiert, kann man so die komplette App-User-Journey analysieren.

Standortdaten geben hingegen umfangreiche Informationen über die App Geografie. Wenn eine Anwendung in Land A beliebt ist, sollte man nach Möglichkeiten suchen, diese besser zu monetarisieren, zu lokalisieren oder sich auf Nutzergewinnungs-Kampagnen in dieser Region zu fokussieren. App-Berechtigungen sind eine gute Ressoure, da es den meisten Anwendern nichts ausmacht, nach welchen Daten sie gefragt werden, aber es abhängig davon ist in welcher Region sie sich befinden. Selbst wenn man erst einmal keine bestimmten Daten für seine App braucht, könnte es später für die Monetarisierung entscheidend sein, die IDFA (Identifier for Advertising) zu kennen, also können App-Entwickler auch gleich nach der Erlaubnis fragen.

Ein weiterer Tipp: Keine Scheu vor der Kommunikation mit den Nutzern nach der Installation! Überraschenderweise sind diese oft bereit, relevante Informationen zu teilen. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, fügt am besten ein Social Login-Button ein oder erstellt eine eigene Community innerhalb der App. Soziale Netzwerke können eine Goldmine von Daten aufzeigen, die nicht zu ignorieren sind.

Wann sollte man Daten benutzen?

Datenanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil der Marketingstrategie, der nicht erst in letzter Minute definiert werden sollte.

„Die Entscheidung, welche Datenpunkte man zusammenträgt, analysiert und abbildet, ist ein kritischer Prozess, dessen sich App-Entwickler bewusst sein sollten. Der beste Weg ist sich im Vorhinein mit den Advertising- und Analytics-Partnern zu besprechen, um sicher zu gehen, dass alle möglichen Datenpunkte auch gesammelt werden können“, so die Aussage von Freddy Friedmann, CPO von glispa.

Egal ob Advertiser oder Publisher – Daten sind eine wertvolle Stütze. Umfangreiche Analysen erlauben die Verwendung aller Datenpunkte in der App und verhelfen zu einem erfolgreichen Kampagnenlaunch. Dazu kommen präzises Targeting, mehr relevante Nutzer, effektive CPM (Vergleichszahl für den Erfolg verschiedener Kampagnen), Erhöhung des Lifetime Value und mehr wertvolle Nutzer-IDs. Auf lange Sicht werden diese Daten zum Produkterfolg sowie zu einer höheren Unternehmensbewertung beitragen.

Was sind die nächsten Schritte?

Viele App-Entwickler haben bereits die wahre Macht der Daten als wichtigen Motor in all ihren Aktivitäten erkannt: angefangen bei der nächsten großen App-Konzeption über Studien mit Beta-Nutzern bis hin zum Vorantreiben der Installs mit der richtige Zielgruppe sowie dem Engagement und Retargeting von ruhenden Nutzern.

Bevor es auf Datentauchkurs geht, müssen Entwickler das sich schnell ändernde mobile Ökosystem im Auge behalten und sicherstellen, dass sie auf dem neuesten Stand der Technik sind. Dabei sollten sie abseits von traditionellen Mustern denken und eigene Möglichkeiten finden, die Daten zu erhalten, die sie brauchen. Eine App sollte nicht verstecken, welche Informationen man vom User möchte. Stattdessen hilft es, außerhalb der User-Data-Box zu denken (dabei aber immer unter Berücksichtigung der Privatsphäre) und sein Endziel zu definieren, wenn man Erfolg haben möchte.

Über Itamar Benedy

glispa.com

Itamar Benedy ist General Manager bei glispa in Tel Aviv und für den Ausbau des Geschäfts von glispa in Israel verantwortlich. Der leistungsstarke Innovator auf dem Gebiet des mobilen Marketings ermöglicht seinen Kunden globale Zielgruppen zu erreichen und neue Märkte zu erschließen. Das internationale Team von glispa besteht aus 180 Mitarbeitern aus 40 Nationen, die 24 Sprachen sprechen und von Büros in Berlin, Beijing, San Francisco, Bangalore, Tel Aviv und Sao Paulo operieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *