Conversion Optimierung

Kampagnenziele übertreffen: 5 Tipps für ansprechende Landing Pages

Eine gute Landing Page macht Besucher zu Kunden. Wir geben einen Überblick über gelungene Landing Pages und zeigen, was man bei der Erstellung beachten sollte.

© Flickr / Beat Tschanz, CC BY 2.0

© Flickr / Beat Tschanz, CC BY 2.0

Was ist eine Landing Page?

Eine Landing Page ist eine Unterseite, die speziell auf eine Marketing Kampagne ausgerichtet ist. Der Besucher landet dort, wenn er beispielsweise ein Suchergebnis bei Google oder einen Werbebanner angeklickt hat. Diese Landing Pages sind inhaltlich auf das Ziel der Kampagne ausgerichtet und sollen die Besucher zum Beispiel zum Kaufen, zum downloaden oder kontaktieren animieren.

Bei der Erstellung solcher speziell ausgerichteter Unterseiten gibt es vieles zu beachten. Zunächst einmal sollten einige wichtige Elemente auf jeden Fall Bestandteil der Landing Page sein. Diese Elemente sind beispielhaft in der folgenden Grafik abgebildet. Diese Abbildung ist jedoch kein allgemein gültiges Muster für Landing Pages, sondern zeigt nur eine mögliche Art die verschiedenen Bausteine zusammenzustellen.

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Abbildung 1: wichtige Elemente auf Landing Pages

Zu den wichtigen Elementen gehört zunächst einmal das Logo des Unternehmens beziehungsweise der Webseite. Dieses sollte oben links zu finden sein und einen Link auf die Startseite enthalten.

Weitere wichtige Elemente für Landing Pages sind die Headline, also die Hauptüberschrift sowie eine Subline, also eine Unterüberschrift, die eine etwas genauere Beschreibung des Angebots oder des Produktes enthält.

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Außerdem sollte eine Landing Page einen sogenannten “Hero Shot” enthalten. Damit ist beispielsweise das Produktbild oder die Visualisierung des Angebots gemeint.

Das Angebot oder Produkt sollte dann noch in einer kurzen Einleitung beschrieben werden, die den Besucher erkennen lässt, welchen Nutzen das Angebot ihm bringt.

Außerdem sollten die Unique Selling Points (USPs) des Unternehmens auf der Landing Page deutlich hervorgehoben werden. In unserem Beispiel sind die wichtigsten USPs in Form einer übersichtlichen Aufzählung klar und unmissverständlich dargestellt.

Ein weiteres und besonders wichtiges Element ist der Call-to-Action Button. Dieser soll den Nutzer zu einer Handlung auffordern und beispielsweise zum Kaufen animieren. Mehr Informationen zur optimalen Verwendung von Call-to-Actions folgen später im Artikel.

Testimonials – also Kundenstimmen – und andere Trustelemente, wie Prüfsiegel oder Auszeichnungen schaffen zusätzlich Vertrauen bei den Webseitenbesuchern. Deshalb platziert man solche Merkmale auf der Landing Page. Das waren einige wichtige Grundbausteine einer Landing Page. Die Verwendung dieser Elemente ist bereits sehr wichtig für deren Erfolg. Wie diese genau angeordnet und verwendet werden sollten, muss immer im Einzelfall getestet werden. Dabei helfen Dir Testing Tools wie Optimizely, der Visual Website Optimizer oder  Sitespect. Im Folgenden haben wir noch fünf Tipps, die dabei helfen sollen noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

Tipp 1: Zeigen was verkauft wird

Eine Landing Page sollte niemals überladen sein. Enthält die Seite zu viele Elemente wie Texte, Bilder oder Videos, geht die Übersichtlichkeit verloren. Das Angebot oder das Produkt sollen klar im Vordergrund stehen und die Aufmerksamkeit darf nicht von den wichtigen Elementen abgelenkt werden. Ein Beispiel für eine Landing Page, die das Produkt in den Fokus stellt, ist diese Seite von Apple für den MacBook Pro.

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Abbildung 2: Apple MacBook Pro Landing Page

Auf den ersten Blick sehen die Nutzer genau, um welches Produkt es geht und werden durch das abgeschnittene Bild sofort zum Scrollen angeregt. Weiter unten finden die User dann noch weitere Informationen. Oben rechts können sie über den „Jetzt kaufen“-Button auch direkt zur Preisübersicht gelangen, falls sie keine weiteren Informationen benötigen.

Tipp 2: Anzeigen und Landing Page verbinden

Ein weiterer Tipp ist es, eine Verbindung zwischen den Teasern zu der Seite, wie Online-Bannern oder Google AdWords Anzeigen, und der Botschaft auf der Landing Page herzustellen. Wenn zum Beispiel ein besonders günstiges Angebot oder eine spezielle Dienstleistung auf den Werbeflächen erwähnt wird, dann sollte dies auch genauso in Wort und Bild auf der Seite dargestellt sein. Das steigert den Wiedererkennungswert und zeigt dem Nutzer, dass er auf der richtigen Unterseite gelandet ist.

Die Google AdWords Anzeige der Comdirect Bank zum Suchbegriff “comdirect Girokonto” sieht beispielsweise folgendermaßen aus.

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Abbildung 3: Google AdWords Anzeige von comdirect.de

Klickt man diese Anzeige an, findet man sich auf der unten abgebildeten Landing Page wieder. Dort greift comdirect.de alle Elemente der Anzeige auf. So findet sich zum Beispiel die Anzeigen-Überschrift “Kostenloses Girokonto” auch in der Überschrift der Landing Page wieder. Ebenso werden die 50 Euro Prämie und die kostenlose VISA Karte wieder aufgegriffen.

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Abbildung 4: Girokonto Landing Page von comdirect.de

So erkennt der Suchende sofort, dass er hier auf die passende Seite zu seiner Suchanfrage gelenkt wurde und wird sich dann vermutlich auch weiter umsehen, näher informieren oder das Girokonto direkt dort eröffnen.

Tipp 3: Versprechen halten

Wichtig ist aber nicht nur, dass die Anzeigen inhaltlich mit der Landing Page übereinstimmen. Die Versprechen, die man auf der Landing Page macht, müssen natürlich auch eingehalten werden.

Tictail – ein Anbieter für eine Shop Software – teasert auf der Landing Page an, dass man mit dieser Software kostenlos einen Online Shop erstellen kann.

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Abbildung 5: kostenlosen Online Shop eröffnen mit Tictail

Wer ähnliche Versprechungen auf seiner Landing Page macht, sollte dann auch darauf achten, dass diese später, wie bei Tictail, auch eingehalten werden. Denn nur so behält man das Vertrauen der Nutzer und wird als seriöser Anbieter wahrgenommen.

Tipp 4: Sprechende Call-to-Actions verwenden

Aber eine gute Landing Page ist nicht nur dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzer dem Anbieter vertrauen. Die Besucher sollen auch sofort verstehen, was sie auf der Seite tun können. Dabei helfen ihnen klare und sprechende Call-to-Actions.

Damit sind klare Handlungsaufforderungen gemeint, die meist als Button Beschriftung dienen. Die Call-to-Action soll dabei klar aussagen, was zu tun ist und was der Nutzer damit erreicht.

Ein Beispiel für die gute Umsetzung der Call-to-Action Buttons ist die Webseite von Lander. Hier finden wir mittig platziert zwei Buttons. Der linke prominentere (weil in schwarz kontrastreicher dargestellt) fordert die Nutzer auf das Tool kostenfrei auszuprobieren, während der rechte Button dazu auffordert sich noch mehr Informationen über die Funktionen des Tools zu beschaffen.

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Abbildung 6: Landing Page für das Tool von landerapp.com

Durch die Beschriftung wird sofort klar, was den Nutzer nach Betätigen des Buttons erwartet. Durch die Aufforderungen werden die Nutzer zusätzlich zum Klicken angeregt.

Deshalb sollte man die Vorteile von Call-to-Action Buttons auch auf der eigenen Landing Page nutzen.

Tipp 5: Klare Messages formulieren

Weniger ist mehr – dieser Ausspruch gilt für Landing Pages definitiv. Denn der Nutzer soll schließlich nicht von den wichtigen Dingen abgelenkt werden. Die richtigen Informationen müssen also präzise auf den Punkt gebracht werden. So macht es auch squareup.com.

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Abbildung 7: Klare Ansagen auf der Landing Page von squareup.com

In wenigen Worten erklärt das Unternehmen sofort das Produkt, um das es geht. Die Message ist klar: “Wir bieten Verkäufern die Möglichkeit Kreditkartenzahlung zu akzeptieren – und zwar ganz einfach.”

Klare Messages auf der Landing Page helfen dabei den Nutzern schnell zu zeigen, um was es auf der Seite geht.

Dass der Einsatz der wichtigen Landing Page Elemente sich lohnt, beweisen zahlreiche Best-Practice Beispiele.

Landing Page “100 Punkte Plan”

Ein solches Beispiel ist die Landing Page von OnPage.org für den “100 Punkte Plan” für bessere Webseiten. OnPage.org bietet innovative Tools für umfassendes Qualitätsmanagement und nachhaltige Suchmaschinenoptimierung von Webseiten an. Der “100 Punkte Plan” ist ein E-Book, in dem OnPage.org eine Schritt für Schritt Anleitung zur Verbesserung von Webseiten gibt. Die zugehörige Landing Page dient dazu zu zeigen, um was es in dem E-Book geht und welche Vorteile der Download bietet.

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Abbildung 8: OnPage.org Landing Page für den “100 Punkte Plan”

Diese Webseite wurde speziell für Besucher erstellt, die sich für den “100 Punkte Plan” interessieren. Dabei wurden die bereits beschriebenen Elemente übersichtlich angeordnet. Das Angebot steht im Mittelpunkt und wird mit klaren Messages erklärt. Die unmissverständliche Call-to-Action “E-Book anfordern” zeigt sofort, dass der Benutzer nach Eingabe seiner Daten das E-Book zugeschickt bekommt. Die Auszeichnungen oben links auf der Landing Page sowie die Logos der bekannten Zeitungen und Fachportale schaffen zusätzlich Vertrauen.

Interessenten erfahren auf dieser Landing Page also schnell, was der “100 Punkte Plan” ist, welche Vorteile er ihnen bietet und werden außerdem direkt zum Anfordern der Informationen angeregt.

Landing Page Dropbox für Unternehmen

Ein weiteres Beispiel ist die Landing Page von Dropbox für Unternehmen. Dropbox bietet ein Tool an, mit dem Dateien online gespeichert, freigegeben und synchronisiert werden können. Die Benutzer können ihre Dateien untereinander teilen und von jedem beliebigen Gerät aus auf die Informationen zugreifen.

Auf der Landing Page stellt Dropbox das Produkt genau vor und spricht dabei die Zielgruppe gezielt an.

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Abbildung 9: Dropbox Landing Page

In der Head- und Subline wird sofort klar gemacht, was genau Dropbox hier anbietet. Auf der linken Seite sind die wichtigsten Informationen knapp zusammengefasst. Der Besucher kann damit schnell erkennen, welchen Nutzen das Angebot für ihn bietet. Der “Hero Shot” in der Mitte visualisiert das Angebot. Der Call-to-Action Button ist prominent angeordnet und fordert die Besucher unmissverständlich dazu auf die Funktionen kostenlos zu testen. Außerdem ist im oberen Abschnitt der Seite noch die E-Mail Adresse und eine Telefonnummer angegeben. Das schafft Vertrauen bei den Interessenten, weil sie sich bei Fragen sofort an eine reale Person wenden können. Dadurch fühlen sie sich gut aufgehoben.

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Abbildung 10: Die Leistungen im Überblick

Im unteren Bereich der Landing Page werden dann die Leistungen und Funktionen von Dropbox ausführlicher beschrieben. Hier können sich die Interessenten noch weitere Informationen beschaffen.

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Abbildung 11: Testimonials und Referenzen bei Dropbox

Am Ende der Landing Page findet der Besucher Kundenstimmen, Referenzen und noch einmal die Vorteile sowie einen Call-to-Action Button. Die Testimonials und Logos der Kundenunternehmen schaffen zusätzlich Vertrauen bei potentiellen Neukunden.

Zusammenfassend können Interessenten auf der Seite einen schnellen Überblick über das Angebot bekommen oder sich umfassend informieren. Durch verschiedene Elemente wird ein vertrauenswürdiger Eindruck unterstützt und durch die klare und gut sichtbare Handlungsaufforderung werden Interessierte zum Testen der Funktionen animiert.

Top Landing Pages ganz einfach

Bei der Erstellung von Landing Pages gilt es also zum einen alle wichtigen Elemente zu verwenden.

Das sind zusammengefasst:

  • Logo
  • Headline und Subline
  • “Hero Shot”
  • Einleitung
  • USPs
  • Call-to-Action
  • Testimonials
  • Trust-Signale

Wer außerdem noch die 5 Tipps kennt und auf die eigene Landing Page überträgt, ist auf einem guten Weg.

  • Zeigen was verkauft wird
  • Die Versprechen halten
  • Sprechende Call-to-Actions verwenden
  • Klare Messages formulieren
  • Anzeigen und Landing Pages verbinden

Besonders wichtig ist es natürlich auch die Landing Page auf die Zielgruppe auszurichten. Webseiten Betreiber müssen sich also in die Nutzer hineinversetzen und sich überlegen, was diese auf der Landing Page erwarten könnten. Dementsprechend gilt es die Inhalte dann anzupassen und die Auswirkungen zu testen. Damit wecken Webseitenbetreiber das Interesse der Besucher und können sie hoffentlich schnell als neue Kunden begrüßen.

Über Vera Scheuering

de.onpage.org/

Vera Scheuering arbeitet im Team von OnPage.org – innovative Tools für bessere Webseiten – in den Bereichen Online-Marketing und Online-Redaktion. Neben ihrem E-Commerce Studium beschäftigt sie sich dort mit aktuellen Themen rund um das Online-Marketing und schreibt regelmäßig für E-Commerce-Fachportale. OnPage.org bietet eine Software für das Qualitätsmanagement und die Optimierung von Webseiten an.

4 Gedanken zu „Kampagnenziele übertreffen: 5 Tipps für ansprechende Landing Pages

  1. Christoph Decker

    Toller Blog-Beitrag, der auf einfachste Weise die Grundzüge der Landingpage-Seiten-Erstellung erläutert. Davon könnte so mancher Onlineshop und so mache Website profitieren.

    Antworten
  2. Heim-Worker

    Hallo, vielen Dank für deine Tipps zum Thema Landing Pages.

    Ich hab gleich mal versucht ein paar Dinge davon umzusetzen, wie z.B. einen klaren Call-to-Action zu schaffen und auch mein Angebot deutlich zu machen.

    Macht weiter so.

    Beste Grüße

    Marcus

    Antworten
  3. Rolf Preuß

    Sehr guter Beitrag, der den Einstieg in das Thema erleichtert und wichtige Punkte beim Namen nennt. Ich habe vor Kurzem eine Analyse von Anzeigen in einer B2B-Fachzeitschrift durchgeführt und auf unserem Blog veröffentlicht. Ich wollte erkennen, wie Landingapges von den Werbetreibenden eingesetzt werden. Das Ergebnis war ernüchternd: meistens wurde einfach auf die eigene Homepage verlinkt. Nicht ein Unternehmen setzte eine Landingpage ein, die den Namen auch verdient. So wurden potentielle Interessenten erst angelockt und dann im Dickicht der Firmenwebsite sich selbst überlassen.

    Anscheinend ist der Zweck und der Nutzen einer Landingpage noch nicht angekommen bei den B2B-Marketern.

    Antworten

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