Unternehmensrichtlinien
Unter dieser Voraussetzung: Google nutzt Gmail und Fotos jetzt für Ads

Unter dieser Voraussetzung: Google nutzt Gmail und Fotos jetzt für Ads

Niklas Lewanczik | 26.10.26

Wenn User die Personal Intelligence aktivieren, kann Google einige verknüpfte Gmail- und Fotoinhalte für die Werbung nutzen. Darauf weist eine angepasste Nutzungsrichtlinie hin.

Googles Personal Intelligence soll Informationen persönlicher denn je machen, Usern Arbeit abnehmen und Zeit sparen. Gleichzeitig kann sie Google wertvolle Daten liefern, die sogar für das Targeting eingesetzt werden können. In Deutschland können die User jetzt schon mal beobachten, welche Potentiale und Risiken die Option mit sich bringt, die bislang noch nicht überall angekommen ist. Eine Anpassung der Nutzungsrichtlinien gibt Aufschluss über die Verwendung der sehr persönlichen Daten aus den Bereichen Drive, Gmail und Fotos.



Erfahre mehr über die Personal Intelligence, ihre Einsatzoptionen und sieh dir erste Beispiele an.

Geminis Personal Intelligence verknüpft Gmail, Fotos, Search und YouTube

Person in rundem Bild, Google App Icons drumherum, Prompts vor hellem Hintergrund
© Google via Canva


Deine persönlichen Bilder und Mails als Targeting-Grundlage: Personal Intelligence soll Werbung optimieren

Nach der Vorstellung von Geminis Personal Intelligence Anfang 2026 konnten sich die ersten User bereits im März über den offiziellen Roll-out in der Suche freuen. Dann startete der Opt-in für die Personal Intelligence im AI Mode. Der Roll-out bezog sich auch auf die Gemini App und Gemini in Chrome, sogar für Free User. Inzwischen ist die Personal Intelligence dank der neuesten Integration in CarPlay sogar im Auto verfügbar. Allerdings gilt das (noch) nicht für User in Deutschland. Google gibt an, dass die Personal Intelligence sowohl im Europäischen Wirtschaftsraum als auch in Australien, Nigeria, der Schweiz oder im Vereinigten Königreich nicht verfügbar ist.

Wer aber, etwa in den USA, mindestens 18 Jahre alt und mit einem privaten Google-Konto angemeldet ist, kann auf die Option zugreifen. Dafür müssen jedoch die Aktivitäten gespeichert werden. User können dann mit der Personal Intelligence ihre Google-Konten verknüpfen und Gmail, Google Fotos und andere Dienste einbinden, um hochpersonalisierte Antworten in der Suche oder im Gespräch mit Gemini zu erhalten, die persönliche Kontexte aus diesen Google Apps miteinbeziehen.

Genau diese persönlichen Kontexte können fortan zur Werbegrundlage werden. Die US Publisher The Verge und Android Authority verweisen auf eine Ergänzung in Googles Richtlinien, die das verdeutlicht. Dabei gilt es, zu beachten, dass Google nicht alle Inhalte scannt. In den Richtlinien gibt es inzwischen den Passus, der am 16. Oktober integriert wurde:

We don’t show you personalized ads based on your content from Drive, Gmail, or Google Photos, unless you choose to make data from these services available to other Google services that support personalized ads.

Der Nebensatz macht den Unterschied

Der Nebensatz zum Datenteilen mit anderen Google-Diensten ist neu. Das heißt, Google kann für das Werbe-Targeting jene Inhalte aus Drive, Gmail und Fotos verwenden, die User selbst mit Diensten wie der Personal Intelligence teilen. Da diese KI-Option eine Opt-in-Funktion ist, können die User entscheiden, ob sie für persönlichere Antworten die Weitergabe von Daten in Kauf nehmen, die zu Werbezwecken eingesetzt werden könnten. Dabei betont Google in den Richtlinien, dass keine personalisierten Ads basierend auf sensiblen Themen wie Religion, Gesundheit oder sexuelle Orientierung ausgespielt werden. Auch persönliche Informationen wie Namen oder E-Mail-Adressen werden nicht für das Targeting verwendet, es sei denn User geben an, dass sie das möchten.

Während die User, welche die Personal Intelligence schon nutzen können, die Wahl haben und in den Einstellungen bestimmte Verbindungen untersagen oder Personalisierungen ausstellen können, müssen sich Nutzer:innen in Deutschland noch gedulden. Sie können, sollte die Personal Intelligence bald hierzulande ankommen, mit einigem Vorwissen an die Nutzung dieser KI-Option herantreten.



Gemini als Beifahrer:in

– Google bringt Personal Intelligence ins Auto

Abbildung einer Autoanzeige mit Befehlen für die neue Personal Intelligence
© Google


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