Unternehmensrichtlinien
ChatGPT Ads schließen Konkurrenzprodukte aus

ChatGPT Ads schließen Konkurrenzprodukte aus

Niklas Lewanczik | 14.09.26

Nach Angaben eines Adobe Executives verbietet OpenAI bestimmte Produkte in ChatGPT Ads, die mit eigenen Lösungen konkurrieren. Das könnte das Werbegeschäft allerdings einschränken.

Die ChatGPT Ads sollen OpenAI langfristig zu einem großen finanziellen Wachstum verhelfen. Kürzlich berichtete das Unternehmen bereits, man habe weniger als 200 Tage nach dem Start die Marke von einer Milliarde US-Dollar ARR für 2026 erreicht. Im August wurden die ChatGPT Ads dann samt Ads Manager auch in Deutschland und 30 anderen europäischen Märkten zur Verfügung gestellt. Während OpenAI das Werbegeschäft weiter ausbaut, kommt eine erste konkrete Einschränkung hinzu. Bestimmte Produktkategorien möchte OpenAI nicht bewerben.



Amazon Ads ermöglicht Werbung auf ChatGPT

dunkler Hintergrund, Amazon- und OpenAI-Logo, Schriftzug zu Amazon und ChatGPT Ads
© Amazon


Keine Konkurrenzprodukte wie KI-Bildgeneratoren in ChatGPT Ads: Richtlinien sagen dazu nichts

The Information berichtet unter Berufung auf Doug Wyatt, Senior Director for Americas Media bei Adobe, dass OpenAI einigen Werbekund:innen untersagt, bestimmte Produkte in ChatGPT Ads zu bewerben. Dabei handelt es sich um Produkte aus dem Umfeld generativer KI, die mit OpenAIs eigenen Produkten konkurrieren. Standalone-Produkte für die KI-Bild- und Stimmengenerierung seien nicht länger erlaubt, heißt es vonseiten OpenAIs, wie Wyatt angibt.

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Das ist ein nachvollziehbarer Schritt. Zum einen ist es auch für andere Tech-Unternehmen gängige Praxis, auf ihren Plattformen keine unmittelbaren Konkurrenzprodukte bewerben zu lassen. Zum anderen bietet OpenAI diverse KI-Produkte an, die in einem umkämpften Wettbewerb mit den Lösungen anderer Tech-Anbieter:innen stehen. Dazu zählt zum Beispiel das neue KI-Bildgenerierungsmodell ChatGPT Images 2.5, das zum Beispiel mit Adobes Firefly konkurriert.

In den aktuellen Werbebestimmungen und Werberichtlinien steht indes nichts zu diesem Ausschluss. Dort sind auch verbotene Kategorien wie Alkohol, Glücksspiel oder sexualisierte Inhalte aufgeführt. Allerdings erklärt OpenAI zu den eigenen Werbediensten:

Jede Kampagne bedarf der Annahme durch OpenAI nach eigenem Ermessen.

Dass OpenAI möglichst viele Ads annehmen möchte, liegt im wirtschaftlichen Interesse begründet. Bis 2030 möchte das Unternehmen 100 Milliarden US-Dollar mit Werbung umsetzen. Marktforscher:innen bezweifeln allerdings, dass sich dieses Ziel erreichen lässt. eMarketer schätzte die Umsatzmöglichkeit zuletzt deutlich geringer ein. Als besonders wichtige Kund:innen gelten nicht zuletzt Tech-Unternehmen. Zu den Top Ten Advertisern auf ChatGPT gehörten vor wenigen Monaten laut Similarweb Unternehmen wie HubSpot, Canva und Monday.com. Schränkt OpenAI nun deren Werbeoptionen ein, könnten dem Unternehmen wichtige Einnahmen verloren gehen.

Zugleich dürften aber viele weitere Umsatzströme hinzukommen, die sich aus dem erweiterten Werbegeschäft ergeben. In den USA bietet beispielsweise Amazon via Amazon Ads jetzt ebenfalls ChatGPT Ads an. In Europa gesellte sich jüngst Adform als nächstes Technologieunternehmen zu Criteo und StackAdapt, um ChatGPT Ads auch abseits der Agenturbuchung oder des Self-Serve Ads Managers einzubuchen. Für den weiteren Ausbau in der EMEA-Region wurde jüngst Mark Bambury, zuvor Senior Director of Brand Partnerships bei Roblox, zum Head of EMEA Ads ernannt. Er sagte zum Start:

I couldn’t be more excited to join OpenAI at this moment. ChatGPT is creating an entirely new way for businesses and people to discover one another, and the opportunity across EMEA is enormous. I’m looking forward to working with clients to bring that opportunity to life.



OpenAI öffnet Self-Serve Ads Manager in Deutschland

– 1 Milliarde US-Dollar ARR für ChatGPT Ads

Smartphone Mockup mit Ad bei ChatGPT, Wolken im Hintergrund
© OpenAI via Canva


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