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Unternehmensrichtlinien
10 neue App-Store-Richtlinien bei Microsoft: Subtile Kritik an Apple und Google
© Matthew Manuel - Unsplash

10 neue App-Store-Richtlinien bei Microsoft: Subtile Kritik an Apple und Google

Niklas Lewanczik | 09.10.20

Microsoft hat zehn neue App-Store-Prinzipien für Windows veröffentlicht, die Entwicklern unter anderem versprechen, konkurrierende App Stores oder spezifische Monetarisierungsmodelle nicht zu blockieren.

Der Tech-Riese Microsoft führt die zehn neuen Richtlinien basierend auf den Ideen der Coalition for App Fairness ein, um Auswahl, Fairness und Innovation für Entwickler zu ermöglichen. Das Unternehmen gibt an, dass App Stores für Entwickler zu wichtigen Zugängen zu digitalen Plattformen geworden sind. Da Microsoft die App-Store-Richtlinien bei anderen Plattformen – allen voran Apples App Store – kritisiert hatte, möchte das Unternehmen nun selbst mit gutem Beispiel vorangehen.

However, we recognize that we should practice what we preach,

heißt es im offiziellen Blogpost von Rima Alaily, Vice President und Deputy General Counsel bei Microsoft.

Das sind die zehn neuen Prinzipien für Microsofts App Store

  1. Entwickler können frei wählen, ob sie ihre Apps für Windows über den Microsoft App Store vertreiben möchten. Das Unternehmen wird konkurrierende App Stores bei Windows nicht blockieren.
  2. Microsoft wird eine App von Windows nicht basierend auf dem Geschäftsmodell eines Entwicklers oder der Bereitstellung von Inhalten und Diensten blockieren, auch im Kontext der Frage, ob Inhalte auf einem Gerät installiert sind oder aus der Cloud gestreamt werden.
  3. Microsoft wird eine App von Windows nicht basierend auf der Wahl eines Entwicklers, welches Zahlungssystem für die Verarbeitung von in seiner App getätigten Käufen verwendet werden soll blockieren.
  4. Microsoft wird Entwicklern zeitnahen Zugriff auf Informationen zu den Interoperabilitätsschnittstellen gewähren, die bei Windows verwendet werden, wie in den Interoperabilitätsgrundsätzen dargelegt.
  5. Jeder Entwickler hat Zugriff auf den Microsoft App Store, sofern er objektive Standards und Anforderungen erfüllt, einschließlich der für Sicherheit, Datenschutz, Qualität, Inhalt und digitale Sicherheit.
  6. Der Micorosft App Store soll angemessene Gebühren berechnen, die die Konkurrenz anderer App Stores unter Windows widerspiegeln. Entwickler werden nicht gezwungen, einen Teil der App zu verkaufen, den er nicht verkaufen möchte.
  7. Der Microsoft App Store hindert Entwickler nicht daran, für legitime Geschäftszwecke über ihre Apps direkt mit ihren Benutzern zu kommunizieren.
  8. Microsofts App Store behandelt die eigenen Apps nach denselben Standards wie konkurrierende Apps.
  9. Microsoft verwendet keine nicht-öffentlichen Informationen oder Daten aus seinem App Store über die App eines Entwicklers, um mit dieser zu konkurrieren.
  10. Der Microsoft App Store wird transparent seine Regeln und Richtlinien sowie über Werbe- und Marketing-Möglichkeiten darstellen, diese konsequent und objektiv anwenden, Änderungen mitteilen und einen fairen Prozess zur Beilegung von Streitigkeiten zur Verfügung stellen.

Basierend auf Feedback, der eigenen Überprüfung von Zeit zu Zeit sowie Entwicklungen in der Technologie, im Digital-Business oder von regulatorischer Seite wird Microsoft diese Richtlinien weiter anpassen.

So sollen die Prinzipien funktionieren – Stichelei gegen Apple und Google

Im Blogpost versichert Rima Alaily, dass Microsofts App Store für Windows für Entwickler und Konsumenten viele Vorteile bietet. Insbesondere, weil Windows 10 eine offene Plattform ist.

Windows 10 is an open platform. Unlike some other popular digital platforms, developers are free to choose how they distribute their apps.

Mit dieser Aussage zielt Microsoft mutmaßlich auf Google und Apple ab, die in ihren App Stores beispielsweise keine eigenen Zahlungssysteme von Apps erlauben. Daher wurde der Gaming Hit Fortnite von Entwickler Epic Games aus den App Stores verbannt. Apple, das für seine strengen Richtlinien im App Store schon des Öfteren kritisiert wurde, wurde im jüngst veröffentlichten 449 Seiten langen Bericht des US-amerikanischen Subcommittee on Antitrust, Commercial and Administrative Law of the Committee on the Judiciary als Monopol bezeichnet. So heißt es im Bericht etwa:

Developers have explained that Apple actively undermines the open web’s progress on iOS ‘to push developers toward building native apps on iOS rather than using web technologies.‘ As a result, Apple’s position as the sole app store on iOS devices is unassailable. Apple fully controls how software can be installed on iOS devices and CEO Tim Cook has explained that the company has no plan to permit an alternative app store […] Apple’s monopoly power over software distribution on iOS devices appears to allow it to generate supra-normal profits from the App Store and its Services business.

Im eigenen Blogpost thematisiert Microsoft nun auch, dass im Xbox Store des Unternehmens die neuen Richtlinien keine Anwendung finden. Dort werden von Microsoft für In-Game-Käufe 30 Prozent Provision gefordert. Hierzu gibt Rima Alaily an, dass das Gaming-Ökosystem sich von dem rund um PCs und Smartphones deutlich unterscheide.

Console makers such as Microsoft invest significantly in developing dedicated console hardware but sell them below cost or at very low margins to create a market that game developers and publishers can benefit from. 

So habe Microsoft noch Arbeit vor sich, um die passenden Prinzipien für einen Store im Kontext von Konsolen zu ermitteln. Bezogen auf den eigenen Windows Apps Store erwartet Microsoft nun Feedback von Entwicklern und der digitalen Community. Die Richtlinien der Coalition for App Fairness könnten auch für andere App Stores als Orientierung für eine Veränderung gelten. Doch dass sich die dominanten App Stores von Apple und Google künftig an ähnliche Prinzipien halten wie Microsoft, ist derzeit kaum abzusehen.


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