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Wegen falscher Flüchtlings-Behauptung: Facebook sperrt Wahlkampagne von Trump
© Dalton Caraway - Unsplash

Wegen falscher Flüchtlings-Behauptung: Facebook sperrt Wahlkampagne von Trump

Nadine von Piechowski | 01.10.20

Facebook entfernte Trumps Wahl-Ads, da diese ohne jeden Beweis behaupteten, Joe Biden würde mehr geflüchtete Menschen in die USA lassen und damit die Verbreitung von Covid-19 fördern.

Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen kurbeln die Demokraten und die Republikaner die Wahlwerbung nochmal kräftig an. Letztere greift mit Donald Trump an der Spitze auch mal zu härteren Bandagen – dieses Mal in Form von Fake News über den Kontrahenten Joe Biden. In den Wahl-Ads, die die republikanische Partei über Facebook schalten wollte, behaupteten die Konservativen, dass Präsidentschaftskandidat Biden plane, mehr Geflüchtete in die Vereinigten Staaten zu lassen. Damit würde der Demokrat indirekt die Ausbreitung des Coronavirus befeuern. Ganze 38 Versionen der Anzeige sollten über Facebook laufen. Die Social-Media-Plattform sperrte die Wahl-Ads. Allerdings erst nachdem diese an mehrere Hunderttausend User versandt wurden.

700 Prozent mehr Flüchtlinge in den USA: Trump lügt in Wahlwerbung

Die gesperrten Wahl-Ads zeigen ein Video von Joe Biden, der an der Grenze der USA mit einem Geflüchteten spricht. Zu diesem Video wird in der Anzeige behauptet – und das ohne jegliche Art von Beweis –, dass Biden plane, 700 Prozent mehr Geflüchtete aus Syrien, Somalia und Jemen in den Vereinigten Staaten aufzunehmen. Dies würde wiederum die Verbreitung von Covid-19 fördern. Facebook entfernte die Ads nicht sofort, sondern erst nachdem eine große Anzahl an Usern diese Desinformationen bereits gesehen hatten. Gegenüber dem Nachrichtensender NBC News sagte Facebook-Sprecher Andy Stone:

We rejected these ads because we don’t allow claims that people’s physical safety, health, or survival is threatened by people on the basis of their national origin or immigration status

Facebook steht bereits seit der letzten US-Präsidentschaftswahl 2016 in der Kritik, den Wahlausgang durch falsche Ads und Verbreitung falscher Informationen maßgeblich beeinflusst zu haben. Der Social-Media-Konzern ergriff daher vor der jetzigen Präsidentschaftswahl mannigfaltige Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. Dass eine derartige Wahl-Ad trotzdem mehreren Hunderttausend Usern ausgespielt wird, bevor sie gelöscht wird, wirft kein gutes Licht auf die Facebook-Strukturen.