500 Millionen Euro und mehr? Idealo verklagt Google wegen Missbrauchs der Marktmacht

Das Vergleichsportal Idealo hat Google wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung verklagt und fordert eine halbe Milliarde Euro.

© Idealo

Das deutsche Online-Vergleichsportal Idealo hat Google vergangene Woche auf 500 Millionen Euro verklagt. Grund der Klage ist die Annahme, dass Google seinen eigenen Preisvergleichsservice aufgrund seiner marktbeherrschenden Stellung als Suchmaschine umfassend durchsetzt und bevorzugt.

Idealo bezieht sich auf EU-Entscheidung und sieht weiterhin Marktmissbrauch

Idealo behält sich nach eigener Aussage in der Pressemitteilung zur Klage vor, die geforderte Summe, die Zinsen inkludiert, nach einer Auskunftserteilung durch Google sogar noch zu erhöhen. Idealo argumentiert, dass Google dem eigenen Dienst in Sachen Preisvergleich einen „unrechtmäßigen und wettbewerbswidrigen Vorteil“ verschafft, da dieser durch die prominente Positionierung im Kontext der Suchergebnisse andere Dienste in den Hintergrund stelle. Weiterhin sei der Dienst Googles von „geringer Qualität“ und losgelöst von der Marktmacht des Unternehmens kaum konkurrenzfähig. Bereits 2017 wurde Google zur damaligen Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro verdonnert, weil die EU-Kommission zu dem Ergebnis gekommen war, dass das Unternehmen seine Marktmacht im Kontext von Suchergebnis- und Preisvergleichsanzeigen ausgenutzt hatte.

Idealo sieht jedoch weiterhin einen Marktmissbrauch, da Google keine Gleichberechtigung von Vergleichsdiensten schaffe.

Nach wie vor platziert Google seinen Dienst ganz oben in den Suchergebnissen und verschafft sich einen unrechtmäßigen Vorteil. Für idealo ist die Klage deshalb ein logischer Schritt und eine notwendige Ergänzung zu dem Verfahren der EU-Kommission in idealos Bemühen für einen fairen Wettbewerb und Preistransparenz für den Verbraucher.

Dr. Philipp Peitsch, der Geschäftsführer von Idealo, spricht sich in seinem Statement gegen Monopole aus.

Ein fairer Wettbewerb im Internet ist nur möglich, wenn Monopolisten wie Google andere Marktteilnehmer nicht zugunsten eigener Angebote benachteiligen dürfen. Wir wollen mit dem Verfahren ein Zeichen setzen, dass sich gegen das rechtsmissbräuchliche Verhalten von Google zur Wehr gesetzt werden kann. Das Verhalten von Google gefährdet die Angebotsvielfalt und Innovation im Internet und missbraucht das Vertrauen der Verbraucher. Die Schadenersatzklage ist für uns ein notwendiger und folgerichtiger Zwischenschritt in unserem Engagement für einen fairen Wettbewerb und Diversität im Markt sowie Preistransparenz für die Verbraucher

Ob die Schadenersatzklage Idealos Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Die Argumente sind nachvollziehbar, doch Google wird eine Benachteiligung anderer Dienste dementieren und die Situation anders bewerten. Sollte Idealo jedoch Recht bekommen, könnten zahlreiche andere Wettbewerber zumindest im Bereich Preisvergleich zu ähnlichen Schadenersatzklagen animiert werden.

Idealo verklagt Google auf eine halbe Milliarde Euro

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Ein Gedanke zu „500 Millionen Euro und mehr? Idealo verklagt Google wegen Missbrauchs der Marktmacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.