Bei Google formiert sich ein Protest gegen Umgang mit sexueller Belästigung

Einige Mitarbeiter Googles planen die zeitweise Niederlegung der Arbeit, um den Umgang mit sexueller Belästigung im Unternehmen zur Diskussion zu stellen.

Ein Protest wird bei Google organisiert, Screenshot YouTube, © Google

Vor wenigen Tagen hatte die New York Times einen Artikel veröffentlicht, der angibt, dass Googles ehemaliger Entwickler Andy Rubin trotz des glaubhaften schweren Vorwurfs der sexuellen Belästigung während seiner Zeit im Unternehmen mit einer immensen Abfindung bedacht worden war. Daraufhin hatte Google in einem Schreiben an seine Mitarbeiter klargestellt, dass die Thematik als „todernst“ eingestuft und jeder Vorfall sehr genau untersucht werde. Das Schreiben hatte jedoch offenbart, dass innerhalb von zwei Jahren 48 Mitarbeiter aufgrund sexueller Belästigung entlassen wurden, darunter 13 hochrangige Angestellte.

Allerdings war verschiedenen Meldungen ebenso zu entnehmen, dass Fälle wie jener von Andy Rubin, in denen Senior Manager der sexuellen Belästigung beschuldigt und entlassen wurden, Google diesen aber weiterhin enorme Abfindungssummen zahlte, häufiger vorgekommen seien. Aus diesem Grund und aus einer allgemeinen Unzufriedenheit in Bezug auf den Umgang des Unternehmens mit dem Vorwurf der von Senior Managern ausgeübten sexuellen Belästigung wird eine Reihe von Google-Mitarbeitern in den kommenden Tagen aus Protest zeitweise die Arbeit niederlegen. Buzzfeed berichtet von über 200 Personen im Unternehmen, die einen umfassenden „women’s walk” organisieren. Der Bericht geht davon aus, dass der Protest am Donnerstag stattfinden wird.

Eine anonyme Mitarbeiterin klärte über ihren Unmut auf – der sicher stellvertretend für viele Frauen (und Männer) im Unternehmen ist:

I feel like there’s a pattern of powerful men getting away with awful behavior towards women at Google‚ or if they don’t get away with it, they get a slap on the wrist, or they get sent away with a golden parachute, like Andy Rubin. And it’s a leadership of mostly men making the decisions about what kind of consequences to give, or not give.

Google selbst hat sich zum geplanten Protestmarsch noch nicht geäußert. Widerstand nicht nur gegen sexuelle Belästigung, sondern besonders gegen die Bagatellisierung oder Vertuschung derselben bleibt immens wichtig. Und Googles Mitarbeiter, insbesondere Mitarbeiterinnen, setzen die Führungskräfte unter Druck. Diese sollten aus etwaigen Fehlern im Umgang mit der Thematik ihre Lehren ziehen und sich im Kontext des Protests eindeutig für die Rechte ihres Personals einsetzen und gegen jedwede Art der Belästigung positionieren. Mit aller Entschiedenheit und allen Konsequenzen.

Bei Google regt sich Widerstand gegen den Umgang mit sexueller Belästigung

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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