Google erhebt in EU Lizenzgebühren auf Play Store und Co. für Hersteller von Mobilgeräten

Um einem EU-Urteil gerecht zu werden, setzt Google für Hersteller, die Android Apps einbauen, Lizenzen an. Android, Search und Chrome bleiben kostenfrei.

© Stephen Frank - Unsplash

Die EU-Kommission hatte Google eine Strafe von 4,3 Milliarden Euro aufgebrummt, weil das Unternehmen seine Marktmacht im Kontext von Android missbraucht hatte. Gegen dieses Urteil geht Google nun rechtlich vor. Dennoch hat man jüngst Änderungen der Bestimmungen für die Hersteller von Mobilgeräten veröffentlicht, die mit dem Urteil konform gehen sollen.

Darin heißt es, wie Hiroshi Lockheimer, Senior Vice President der Platforms & Ecosystems bei Google, erklärt, dass die Vereinbarkeitsabkommen mit den Herstellern überarbeitet worden sind. Demnach können Hersteller, die einerseits Android Apps nutzen wollen, nun andererseits ebenso nicht-kompatible Tablets und Smartphones im Europäischen Wirtschaftsraum bereitstellen.

Während Android kostenfrei und Open Source bleibt, müssen die Hersteller das Google Mobile Application-Paket unabhängig von Chrome oder der Search App kostenpflichtig lizenzieren.

Since the pre-installation of Google Search and Chrome together with our other apps helped us fund the development and free distribution of Android, we will introduce a new paid licensing agreement for smartphones and tablets shipped into the EEA.

Weiterhin werden separat Lizenzen für Chrome und die Search App angeboten. Die Vorinstallation von Search und Chrome ist keine exklusive. Google bietet weitere kommerzielle Vereinbarungen hierzu an. Außerdem können konkurrierende Apps neben diesen vorinstalliert werden.

Die neuen Vorgaben gelten ab dem 29. Oktober 2018 für alle im Europäischen Wirtschaftsraum neu herausgebrachten Tablets und Smartphones. Die Höhe der Lizenzgebühren für den Play Store und das App-Paket ist nicht bekannt. Wie The Verge angibt, können Chrome und die Search App nicht ohne die Lizenz für den Play Store usw. integriert werden. Google macht es für Hersteller zwar möglich bei verschiedenen Geräten andere Browser oder Suchmaschinen einzusetzen. Doch ob eine große Diversität bei Android-Geräten auftreten wird, ist nach Jahren der Googledienst-zentrierten Dominanz zumindest fraglich.

Google erhebt in Europa Lizenzgebühren auf Play Store und Co. für Hersteller

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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