Google ändert Richtlinie bei Abtreibungs-Ads

Zuletzt wurde Google kritisiert, weil Abtreibungsgegner kostenlos und irreführend über Google Ads geworben hatten. Nun wird mit neuen Richtlinien reagiert.

© Christian Wiediger - Unsplash

Als bekannt wurde, dass Google kostenfreie Ads im Wert von gut 150.000 US-Dollar an eine Gruppe gegeben hatte, die vermeintlich Abtreibungsangebote bewarb, schließlich jedoch klar gegen die Abtreibung propagierte, stand das Unternehmen in der Kritik. Die irreführenden Ads der Obria Group, die katholisch geführte Kliniken in den USA vereint, welche sich gegen die Abtreibung stellen, verstießen gegen die Werberichtlinien Googles. Dennoch waren sie trotz einiger Löschungen vor wenigen Jahren immer wieder aufgetaucht, wenn nach Abtreibungen gesucht wurde. Alice Huling vom Counsel for the Campaign for Accountability, das eine Überwachungsfunktion inne hat, hatte hierzu kommentiert:

Google should not allow CPCs [Crisis Pregnancy Centers, Anm. d. Red.] to use its platform to serve misinformation to pregnant women. Google’s business model is predicated on serving ads to customers, and the company is clearly uninterested in taking the steps necessary to crack down on misleading ads placed by CPCs.

Quasi als Reaktion auf den medialen Wirbel wird Google ab Juni neue Richtlinien geltend machen, die sich auf Ads mit Keywords beziehen, „die sich auf die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen“ konzentrieren. Wer derlei Anzeigen schalten möchte, muss zunächst als Werbetreibender verifiziert werden. Dabei wird ebenfalls unterteilt in Advertiser, die Abtreibungen anbieten und in solche, die diese nicht anbieten. In Deutschland darf übrigens ohnehin nicht für Abtreibungen geworben werden. Ein Antrag mit grundlegenden Informationen ist auszufüllen, ehe er einer Prüfung unterzogen wird. Basierend auf diesen Angaben werden die Ads entsprechend mit einem dieser Zusätze versehen:

  • Bietet Abtreibungen an
  • Bietet keine Abtreibungen an

Diese Offenlegungen sollen in allen Suchanzeigenformaten zu sehen sein. Im Juni wird die neue Richtlinie inkrafttreten, doch schon jetzt können Advertiser die Zertifizierung beantragen. Mit diesem Update möchte Google verhindern, dass Organisationen auf irreführende Weise für oder gegen Abtreibungen werben – und damit Menschen in komplizierten Lebenslagen einer manipulativen Werbestrategie aussetzen.

Google aktualisiert Richtlinien für Werbung im Kontext von Abtreibungen

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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