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Könnte generative KI auch zu Twitter kommen?
© Brett Jordan (Unsplash), Duncan.Hull (eigenes Werk) - Wikipedia.de, CC BY-SA 3.0 (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)

Könnte generative KI auch zu Twitter kommen?

Larissa Ceccio | 12.04.23

Don’t trust Musk: Obwohl der Twitter CEO immer wieder vor den Gefahren der rasanten KI-Entwicklungen warnt, investiert er gleichzeitig Millionen in ein KI-Projekt für seine Plattform.

Die Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme könne ein „schwerwiegendes Risiko“ für die Menschheit darstellen und sollte daher auf Eis gelegt werden, bis grundlegende Sicherheitsprotokolle entwickelt wurden. Das fordern zahlreiche Tech-Expert:innen, darunter Twitter CEO Elon Musk, in einem offenen Brief.

Da wirkt es auf den ersten Blick verwunderlich, dass der kontroverse Tech-Milliardär selbst offenbar eigene KI-Optionen für Twitter evaluiert und jüngst im Rahmen einer größeren Initiative Tausende von Grafikprozessoren aufkaufte, wie unter anderem der Social-Media-Experte Matt Navarra auf Twitter schreibt. Aus dem Tweet geht auch hervor, dass er für seine Ziele bereits zwei ehemalige Forscher:innen des Google-KI-Unternehmens DeepMind rekrutierte.

Mit diesen Grafikprozessoren möchte er eigene KI-Tools entwickeln, um mit OpenAI zu konkurrieren. Dabei war er sogar selbst maßgeblich am Aufbau des Start-ups beteiligt.


Elon Musk plant ChatGPT-Konkurrenz

© OpenAI, Duncan.Hull (eigenes Werk) – Wikipedia.de, CC BY-SA 3.0 (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)


KI-Sprachmodell auf Basis von riesigen Twitter-Datensätzen

Einem Bericht von Business Insider zufolge beinhaltet das KI-Projekt von Musk laut einer mit der Angelegenheit anvertrauten Person ein KI-Sprachmodell für Twitter. Der Publisher erklärt vor diesem Hintergrund, dass ein sogenanntes LLM eine KI ist, die mit großen Datensätzen trainiert wird – und Twitter hat riesige Datenmengen, die ein LLM trainieren können. Tatsächlich nutzte OpenAI zunächst sogar Twitter-Daten, um die eigenen GPT-Modelle zu trainieren, bevor die Social-Plattform Ende vergangenen Jahres den Zugriff sperrte.

Jetzt erforscht Musk die Möglichkeiten für ein eigenes KI-Projekt, für das die riesigen Datenbestände von Twitter nützlich sein könnten. Schon im Februar wurde bekannt, dass Musk ein Entwickler:innen-Team zusammengestellt haben soll, um eine Konkurrenz-KI zu OpenAIs Lösungen aufzubauen. Musks Bestrebungen hinsichtlich des KI-Twitter-Projekts könnte beispielsweise zu generativeren KI-Tweets führen, automatisierte Service Tools in Twitter DMs zulassen zu oder visuelle Eingabeaufforderungen, die auf Tweet-Eingabeaufforderungen reagieren, ermöglichen. Eine generative KI wie etwa der Chatbot ChatGPT dürfte somit die Funktionalitäten der Social-Plattform erweitern und dem zuletzt weniger erfolgreichen Unternehmen wieder mehr Werbekund:innen bescheren.

Was steckt hinter Musks Kritik an rasanten KI-Entwicklungen und OpenAI?

Seine Forderung nach einer sechsmonatigen Pause für die Weiterentwicklung von KI-Technologie könnte aufgrund seiner eigenen Bemühungen auf diesem Feld weniger als Besorgnis und mehr als Versuch, OpenAI daran zu hindern, Geld basierend auf seiner Anfangsinvestition zu verdienen, gewertet werden. Musk ist ein offener Kritiker des ChatGPT-Unternehmens, das er 2015 mitgegründet hat und dem er in seiner Anfangsphase als gemeinnützige Organisation 100 Millionen US-Dollar spendete. Er bemängelt, dass aus dem einstigen Non-Profit-Unternehmen, das sich der KI-Forschung verschrieb, eine gewinnorientierte Firma geworden ist.

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