Technologie
Spotify launcht Ad Exchange sowie Gen AI Ads – und verändert, wie Marken Audio denken
Spotify präsentiert beim ersten Spotify Advance Event neue Ad-Lösungen wie SAX und Gen AI Ads, © Spotify

Spotify launcht Ad Exchange sowie Gen AI Ads – und verändert, wie Marken Audio denken

Larissa Ceccio | 03.04.25

Mit SAX und Gen AI Ads macht Spotify Werbung programmatisch, skalierbar und kreativ – und rückt Audio stärker ins Zentrum digitaler Strategien. Was hinter den neuen Tools steckt und warum sie den Ton angeben könnten.

Wenn Audio zur Strategie wird: Auf dem ersten Spotify Advance Event in New York präsentierte Spotify zwei Tools, die das Potenzial haben, den Audiowerbemarkt grundlegend zu verändern. Mit der neuen Spotify Ad Exchange (SAX) öffnet das Unternehmen erstmals die eigene Audioplattform für programmatische Echtzeitauktionen – adressierbar, datenbasiert und skalierbar. Gleichzeitig bringen die Gen AI Ads eine neue Dimension der kreativen Automatisierung in die Audioproduktion: KI-generierte Skripte und Voiceovers ermöglichen Audioanzeigen auf Knopfdruck – ohne Mehrkosten und mit voller Integration im Spotify Ads Manager.

Auf Threads ansehen

Spotify positioniert sich damit zunehmend als ganzheitliche Marketing-Plattform – nicht nur für große Agenturen, sondern auch für kleine Unternehmen, Creator und Marken, die mit Audio in Echtzeit performen wollen. Gleichzeitig betont das Unternehmen die eigene Relevanz für die Gen Z in dem aktuellen Culture Next Report 2024. Denn wenn diese Generation ihren Alltag vertont, dann meist über Spotify.

SAX is here to play: Spotify launcht Ad Exchange für Echtzeitaudioauktionen

Mit der Spotify Ad Exchange, kurz SAX, bringt Spotify erstmals programmatischen Einkauf in Echtzeit auf die Plattform – komplett adressierbar und inklusive voller Messbarkeit. Werbetreibende können SAX aktuell über The Trade Desk, Google Display & Video 360 und Magnite nutzen. Adform und Yahoo DSP sollen bald folgen. Damit öffnet Spotify die eigene Plattform für datengetriebene Kampagnenstrategien – ein Schritt, der zeigt, wie ernst es dem Audiounternehmen mit dem eigenen B2B-Wachstum ist. Spotify richtet sich mit diesem Schritt nicht nur an große Marken und Mediaagenturen, sondern explizit auch an kleinere Advertiser. Laut Lee Brown, Spotifys Global Head of Advertising, sei man jetzt

a platform that can deliver results for advertisers, whatever their goal, whatever their size.

Für Marken bedeutet das: mehr Reichweite, mehr Daten, mehr Präzision – und ein ganz neuer Zugang zu den über 600 Millionen aktiven Nutzer:innen, darunter Millionen junger Hörer:innen, die täglich zwei Stunden auf Spotify verbringen. Wer tiefer einsteigen und erfahren will, wie Spotify Audiowerbung und Podcast-Kooperationen strukturiert, findet in unserem Artikel mehr Informationen dazu.


Mit Videos mehr Geld verdienen:
Spotify startet Partner Program für Podcast Hosts in Deutschland

Collage des Spotify Partner Programs, Text, Listen, Visuals, grün, weiß und violett
© Spotify via Canva


Gen AI Ads: Audiokreation auf Knopfdruck

Neben programmatischem Einkauf setzt Spotify auf Kreativ-Power – und zwar durch KI. Die neuen Gen AI Ads im Spotify Ads Manager erlauben es Werbetreibenden in den USA und Kanada, Audioanzeigen inklusive Skript und Voiceover automatisiert zu erstellen. Generative KI erstellt die Inhalte auf Basis weniger Eingaben – kostenlos, schnell und skalierbar. Großbritannien ist der nächste Roll-out-Markt. Marketer in Deutschland müssen sich noch etwas gedulden und abwarten, wann das Tool für sie verfügbar ist.

Damit schlägt Spotify zwei Fliegen mit einer Klappe: Kampagnen werden günstiger und gleichzeitig kreativer. Besonders spannend ist das für Startups, Creator und Unternehmen mit geringem Produktionsbudget. Mit dem Tool wird Audio-Advertising zugänglich wie nie – ohne Einbußen bei Qualität oder Individualität.

Culture Next 2024: Wie Gen Z Spotify nutzt – und was Marken davon lernen können

Spotify weiß, wie Gen Z tickt – und macht diese Erkenntnisse für Marken nutzbar. Der Culture Next Report 2024 zeigt: Diese Generation nutzt Spotify nicht nur zum Musikhören, sondern auch als emotionalen Kompass. Drei zentrale Insights:

  • Verbindung statt Beschallung: Gen Z nutzt Spotify, um Beziehungen zu stärken – etwa durch gemeinsame Playlists oder Features wie Jam.
  • Soundtrack des Lebens: Ob Umzug, Trennung oder Marathontraining – für viele junge Hörer:innen ist Spotify der Soundtrack zu Lebensphasen.
  • Trend goes Mainstream: Überraschenderweise bewegen sich die Vorlieben der Gen Z wieder stärker in Richtung Mainstream – ein Vorteil für Marken, die sich an breiten Popkulturströmungen orientieren wollen.

Die Relevanz von Spotify für die Gen Z zeigt sich auch in den Zahlen des aktuellen Culture Next Reports 2024: Über 251 Millionen junge Nutzer:innen weltweit nutzen Spotify täglich – nicht nur zum Musikhören, sondern auch zur Selbstverortung im digitalen Alltag. 71 Prozent der Gen Z sehen die Plattform als wirksames Gegenmittel zum Doomscrolling, 77 Prozent fühlen sich von Marken verstanden, die stimmungsbasierte Playlists anbieten. Und fast die Hälfte gibt an, dass Sponsoring von Live-Musik-Events ihre Kaufbereitschaft gegenüber einer Marke erhöht. Für Brands ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Wer diese Generation erreichen will, muss nicht nur präsent sein – sondern im Takt ihres Alltags mitschwingen.

Infografik aus dem Culture Next Report 2024 von Spotify Advertising mit Statistiken zur Gen Z: 251 Millionen nutzen Spotify täglich, 71Prozent sehen Spotify als Gegenmittel zum Doomscrolling, 77 Prozent empfinden markenspezifische Playlists als lebensnah, 49 Prozent würden bei Marken kaufen, die Live Events sponsern.
Infografik aus dem Spotify „Culture Next Report 2024“: So nutzt die Gen Z die Plattform als digitalen Zufluchtsort und kulturellen Kompass, © Spotify Advertising

Creator wie Eric Sedeño, Jules Terpak und Clarke Peoples teilen im Report, wie sie Spotify kreativ nutzen – von KI-generierten Playlists bis hin zu Video-Podcasts. Dabei zeigt sich: Audio wird immer visueller, interaktiver und ganzheitlicher gedacht. Oder wie Terpak es formuliert:

Music bridges the digital and physical worlds the best out of all the industries right now.

Mehr zum Wachstum der Hörer:innenschaft und den strategischen Plänen von Spotify erfährst du in unserem Artikel.


Immer mehr hören Spotify
– sogar Analyst:innen überrascht

Welcome to Spotify-Schriftzug Person davor
© Spotify via Canva


AUX und Creative Lab: Spotify wird zur Kreativagentur

Auch auf konzeptioneller Ebene will Spotify enger mit Marken zusammenarbeiten. Die hauseigenen Kreativ-Teams Creative Lab und AUX entwickeln individuelle Kampagnenformate, die nicht nur im Feed funktionieren, sondern auch im kulturellen Kontext. AUX – Spotifys Inhouse-Musikberatung – bringt Marken wie Visa oder Kona Big Wave mit Künstler:innen und Musiktrends zusammen. So entstehen Kampagnen, die Teil des Spotify-Erlebnisses sind – nicht bloß Werbebeilagen. Diese kreative Verzahnung zeigt sich beispielsweise in der Kooperation mit Coke Studio, die auf dem Event als Beispiel für gelungene Branded Experiences hervorgehoben wurde.

Die globale Musikinitiative von Coca-Cola bringt Newcomer und etablierte Artists zusammen, um genreübergreifende Klangwelten zu schaffen – und Marken dabei zu helfen, auf organische Weise kulturelle Relevanz aufzubauen. AUX fungiert dabei als kuratierende Schnittstelle zwischen Musik, Marke und Community. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist der Support für Künstler:innen wie Amilli, deren Sound eine neue Generation von Hörer:innen anspricht. So wird Musik nicht nur zum Branding-Element, sondern zum integralen Bestandteil der Markenidentität.

Neue Ziele, bessere Messung: App Installs und Brand Lift

Was nützt die beste Ad, wenn man ihren Effekt nicht messen kann? Auch in Sachen Messbarkeit hat Spotify aufgerüstet. Mit einem verbesserten Spotify Pixel, neuen Drittanbieter:innenkooperation (unter anderem DoubleVerify, IAS, AppsFlyer) und dem App Installs Objective sollen Marketer künftig einfacher die Performance ihrer Kampagnen erfassen. Das neue Spotify Brand Lift Tool ergänzt die Suite und liefert direkte Insights zum Marken-Impact – ein Feature, das vor allem bei Awareness-Kampagnen relevant wird.

Spotify wird zur All-in-One-Ad-Plattform

Mit SAX, Gen AI Ads und seinen Inhouse Agencies bringt sich Spotify als ernstzunehmender Player im digitalen Advertising Game in Stellung. Die Plattform ist dabei, sich von einem Streaming-Unternehmen zur umfassenden Marketing-Plattform zu entwickeln – mit kreativen Tools, datengetriebenem Einkauf und starker Zielgruppenkenntnis. Wer heute Audio nicht als strategischen Kanal versteht, verpasst nicht nur einen Trend, sondern echte Nähe zur nächsten Generation von Konsument:innen. Und die sind bekanntlich nicht nur „always on“, sondern auch „always listening“.


Auch OnlineMarketing.de ist mit stets aktuellen Folgen des Digital Bash Podcast Weekly Update auf Spotify zu finden.

Kommentare aus der Community

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*