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KI ohne Filter: Perplexity bringt unzensierte DeepSeek-R1-Version
R1 1776 auf Basis von Deepseeks RI-Modell, © Perplexity

KI ohne Filter: Perplexity bringt unzensierte DeepSeek-R1-Version

Larissa Ceccio | 19.02.25

Mit einer neuen DeepSeek R1-Version bringt Perplexity eine unzensierte KI auf den Markt, die maximale Informationsfreiheit verspricht. Doch mit der neuen Informationsfreiheit kommt auch Verantwortung: Entwickler:innen und Nutzer:innen müssen sensibel mit unzensierten Inhalten umgehen. Während Zensur weltweit heiß diskutiert wird, könnte R1 1776 Transparenz und kritisches Denken fördern – aber auch unkontrollierbare Risiken schaffen.

Stell dir vor, eine Künstliche Intelligenz könnte dir immer ungefilterte Informationen liefern – ganz ohne politische oder kulturelle Zensur. Mit R1 1776, einem Open-Source-Modell der DeepSeek-R1-KI wird genau das Realität. Das Start-up Perplexity ist bekannt für präzise KI-Modelle und hat kürzlich bekannt gegeben, dass das neueste Modell R1 1776 ab sofort als Open Source zur Verfügung steht. Die Besonderheit: Es liefert „uncensored, unbiased, and factual information“, so Perplexity auf LinkedIn.


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© DeepSeek


DeepSeek: Chinas KI-App überholt ChatGPT in den Charts

Das chinesische Start-up DeepSeek hat sich mit seinem Modell DeepSeek-R1 als ernstzunehmende Konkurrenz für die großen Tech-Player positioniert. Angetrieben von der leistungsstarken DeepSeek-V3-Architektur, kombiniert das Unternehmen innovative Technologie mit einer Open-Source-Strategie und minimalen Entwicklungsbudgets. Bereits Ende Januar 2025 erklomm die DeepSeek App den ersten Platz der kostenlosen Apple App Store Charts in den USA – ein Erfolg, der in der KI-Branche für Aufsehen sorgt.

Warum überhaupt ein unzensiertes KI-Modell? Das steckt hinter DeepSeeks R1 1776

DeepSeek R1 1776 basiert auf dem bewährten DeepSeek R1-Modell, das bereits zu den führenden KI-Systemen im Bereich logisches Denken zählt. In Benchmarks kann es sich mit anderen Top-Modellen wie o1 und o3-mini messen.

Auf Threads ansehen

Die Gegenüberstellung der Antworten zeigt deutlich den Unterschied zwischen dem unzensierten Ansatz von R1 1776 und der zensierten Darstellung durch DeepSeek-R1. Besonders bei politischen und sensiblen Themen liefert R1 1776 eine ausgewogenere und kritischere Analyse, während DeepSeek-R1 die offizielle chinesische Regierungslinie wiedergibt. Perplexity erklärt auf Threads.

We aim to always provide accurate answers, but had to address R1’s censorship before using its reasoning capabilities.

Die Entwickler:innen haben für R1 1776 ein umfangreiches, multilinguales Evaluierungsset mit über 1.000 Beispielen geschaffen. Mithilfe von menschlichen Annotator:innen und speziell entwickelten LLM-Jurys wurde geprüft, ob das Modell Fragen ausweicht oder zu sehr beschönigt.

So wurde R1 1776 trainiert

Um R1 1776 von Zensur zu befreien, setzte Perplexity auf ein spezielles Nachtraining des Modells. Ein wichtiger Teil des Prozesses war das Sammeln hochwertiger Daten zu zensierten Themen in China. Dies geschah durch menschliche Expert:innen, die rund 300 bekannte Zensurthemen identifizierten. Anschließend wurde ein multilingualer Zensurklassifikator entwickelt, der gezielt User-Anfragen filterte. Das Modell wurde dann mit 40.000 mehrsprachigen Eingaben nachtrainiert. Wichtig bei der Überarbeitung war, dass die mathematischen und logischen Fähigkeiten des Modells nicht beeinträchtigt werden. Perplexity betont:

Benchmark evaluations showed it performed on par with the base R1 model, indicating that uncensoring had no impact on core reasoning capabilities.

Performance Benchmarks: R1 1776 und DeepSeek-R1 im direkten Vergleich, © Perplexity

Die Benchmark-Tests zeigen, dass das neue R1 1776 Modell von Perplexity insbesondere bei anspruchsvollen mathematischen und logischen Aufgaben überzeugen kann. Im Vergleich zum DeepSeek-R1-Modell erreicht R1 1776 bessere Ergebnisse im AIME 2024 Benchmark, bleibt jedoch in anderen Kategorien nahezu gleichauf.

Ein Schritt in Richtung Informationsfreiheit? Was R1 1776 für die Nutzer:innen bedeutet

R1 1776 könnte besonders für Forschende, Journalist:innen und Content Creator interessant sein, die auf unzensierte und objektive Informationen angewiesen sind. Doch mit dieser neuen Freiheit geht auch Verantwortung einher: Sowohl Entwickler:innen als auch Nutzer:innen müssen sensibel mit unzensierten Inhalten umgehen. Während Zensur weltweit ein kontroverses Thema bleibt, bietet Perplexity mit R1 1776 eine spannende Alternative, die Transparenz und kritisches Denken fördern kann.

Interessierte können die Modelle R1 und R1 1776 auf HuggingFace herunterladen oder über die Sonar API darauf zugreifen.


Mit OpenEuroLLM:
EU kontert DeepSeek, OpenAI und Co.

OpenEuroLLM
OpenEuroLLM, © European Commission via Canva

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