Technologie
OpenClaw 2.0 ist da: Das steckt im bislang größten Release

OpenClaw 2.0 ist da: Das steckt im bislang größten Release

Marié Detlefsen | 31.08.26

Nach fast sieben Wochen Entwicklungszeit ist OpenClaw 2.0 offiziell erschienen. Die bislang größte Version des KI-Agents bringt unter anderem eine vereinfachte Einrichtung, eine komplett überarbeitete Browser-Oberfläche und neue Möglichkeiten für automatisierte und kollaborative Workflows.

OpenClaw 2.0 ist erschienen. Hinter dem Update steckt die bislang umfangreichste Überarbeitung des Open-Source-KI-Agents, von der Installation über den Browser bis hin zu Zusammenarbeit, Automatisierung, Speicher und Sicherheit. Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie groß der Entwicklungsschritt tatsächlich ausfällt. Laut OpenClaw waren 933 Beitragende an der neuen Version beteiligt, darunter 569 Menschen, die zum ersten Mal am Projekt mitgewirkt haben. Insgesamt flossen mehr als 16.000 Pull Requests in den Release ein.

Wer OpenClaw bisher verfolgt hat, dürfte die ungewöhnlich lange Pause bemerkt haben. Zuvor waren innerhalb von 230 Tagen insgesamt 106 Versionen veröffentlicht worden – teilweise lagen zwischen zwei Releases gerade einmal ein oder zwei Tage. Diesmal wurde bewusst auf die Bremse getreten. Der Grund: Das Projekt war schneller gewachsen als seine ursprüngliche technische Basis und der bisherige Release-Prozess. Statt die nächste Version möglichst schnell herauszubringen, wurde deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig aufgeräumt. OpenClaw selbst verkündete aber endlich den Release der 2.0-Version:

Was ist neu bei OpenClaw 2.0?

Eine der auffälligsten Änderungen betrifft den Start mit OpenClaw. Die neue Version versucht stärker, das zu verwenden, was bereits auf dem Rechner vorhanden ist. Wer beispielsweise schon ein ChatGPT- oder Claude-Abonnement besitzt, API-Zugangsdaten eingerichtet hat oder lokale Modelle verwendet, soll diese Ausgangslage leichter nutzen können. Gleichzeitig wurde die anfängliche Konfiguration abgespeckt. Nicht jede Einstellung muss also schon beim ersten Start erledigt werden.

Noch stärker fällt die Überarbeitung der Browser-Oberfläche ins Gewicht. OpenClaw behandelt den Browser nicht mehr lediglich als zusätzliche Bedienoberfläche, sondern als einen zentralen Ort für die Arbeit mit dem Agent. Beim Öffnen landet man direkt in einer Unterhaltung mit dem eigenen Claw. Von dort aus lässt sich die Einrichtung fortsetzen, an laufenden Aufgaben weiterarbeiten oder beobachten, was der Agent gerade erledigt. Nutzer:innen müssen dadurch nicht mehr ständig zwischen verschiedenen Ansichten wechseln, um eine Aufgabe zu starten, ihren Fortschritt zu verfolgen oder anschließend wieder in die Unterhaltung einzusteigen.

Eine weitere wichtige Neuerung zeigt sich bei den Anwendungsmöglichkeiten. OpenClaw soll laut eigenen Angaben nun bessere Workflows bieten. Der Agent soll Informationen nicht nur finden, sondern sie auch über verschiedene Dienste hinweg verwenden können. Eine Nachricht kommt beispielsweise über einen Messenger und OpenClaw kann direkt darauf zugreifen und einzelne Schritte miteinander verbinden.


OpenClaw bekommt endlich eine App:

Agents in der Hosentasche

Verlinkung eines weiteren Artikel: OpenClaw bekommt endlich eine App: Agents in der Hosentasche
© OpenClaw via Canva


Für Teams gibt es ab sofort die Möglichkeit, Sitzungen gemeinsam zu nutzen. Über sogenannte Shared Cloud Sessions können Aufgaben und deren Kontext zwischen verschiedenen Personen beziehungsweise Geräten geteilt werden. Damit muss eine begonnene Arbeit nicht mehr zwangsläufig bei einer einzelnen Person oder auf einem einzelnen Gerät bleiben. Eine Person kann einen Workflow starten, eine andere kann später einsteigen und dort weitermachen, wo der vorherige Schritt aufgehört hat. Zudem können Sitzungen auf gekoppelte Geräte oder Cloud Worker verlagert werden. Bereits vorbereitete Maschinen und Projektzustände lassen sich für spätere Cloud-Sitzungen wiederverwenden.

OpenClaw 2.0 bringt außerdem eine Reihe kleinerer neuer Funktionen mit, die im Alltag aber schnell nützlich werden dürften:

  • Chat-Suche und Task Tracking: Vergangene Konversationen lassen sich gezielt durchsuchen, während laufende Tasks und Aktivitäten von Sub-Agents transparenter nachverfolgt werden können.
  • Interaktive UI-Elemente: Widgets lassen sich direkt in Sessions einbinden und in Dashboards ablegen. Ergebnisse können zudem als Bilder exportiert werden.
  • Berechtigungen und Credentials: Sensible Zugangsdaten können über geschützte Abfragen gehandhabt werden. Gleichzeitig lassen sich Berechtigungen für bestimmte Aktionen und Netzwerkziele gezielt steuern.
  • Persistente Automatisierungen: Wiederkehrende Aktionen können nach einmaliger Freigabe automatisiert ausgeführt werden, ohne bei jedem Durchlauf erneut eine Bestätigung einzuholen.
  • Multimedia-Support: Audio- und Videoinhalte werden stärker in Sessions integriert. Die nativen Apps unterstützen zudem die Wiedergabe und Video-Uploads.

So vielversprechend die neuen Möglichkeiten sind, OpenClaw bleibt ein Werkzeug mit erheblichen Zugriffsrechten. Und genau das macht die Sicherheitsfrage wichtig. Sicherheitsforscher:innen haben bereits mehrfach auf Risiken rund um OpenClaw hingewiesen. Dazu gehören unter anderem Prompt-Injection-Angriffe, manipulierte Skills und Angriffe über die Lieferkette. Auch ungewollte Cyberangriffe sowie konkrete Schwachstellen wurden in der Vergangenheit dokumentiert. Andere Tech-Unternehmen und -Konzerne wie NVIDIA und Meta haben bereits eigene an OpenClaw orientierte AI-Agent-Plattformlösungen entwickelt oder arbeiten daran. Diese sollen als Alternative zur OpenClaw-Nutzung dienen. Wie gut nun allerdings die neuen Updates laufen und wofür sie verwendet werden, wird sich daher erst in Zukunft zeigen.


Moltbot ist OpenClaw:

Sehr gefährlich und hilfreich zugleich

Verlinkung zu einem weiteren Artikel: Moltbot ist OpenClaw: Sehr gefährlich und hilfreich zugleich
© OpenClaw


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