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OpenAI holt OpenClaw-Macher an Bord und verabschiedet sich von Kultmodell GPT-4o
© OpenAI und OpenClaw via Canva

OpenAI holt OpenClaw-Macher an Bord und verabschiedet sich von Kultmodell GPT-4o

Larissa Ceccio | 16.02.26

„The lobster is taking over the world“, schreibt OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger zu seinem Wechsel zu OpenAI. Gleichzeitig verabschiedet sich das Unternehmen vom umstrittenen GPT-4o-Modell, während GPT-5.3-Codex-Spark und neue agentische Coding Workflows in den Fokus rücken.

OpenClaw gilt für viele als möglicher Gamechanger. Das Open-Source-Projekt erlaubt es Usern, eigene AI Assistants geräteübergreifend zu betreiben, unabhängig vom Betriebssystem, und sie über Messenger wie WhatsApp, Slack oder Google Chat zu steuern. Gleichzeitig ist OpenClaws Ansatz wegen weitreichender Gerätezugriffe und möglicher Sicherheitsrisiken umstritten. Hinter dem viralen AI-Assistance-Hit steht der Entwickler Peter Steinberger. Und genau dieser wechselt jetzt zu OpenAI. Dort soll er an der nächsten Generation persönlicher KI-Agents arbeiten.

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Parallel dazu hat OpenAI das umstrittene ChatGPT-Modell GPT-4o endgültig eingestellt. Das Unternehmen kündigte außerdem die Research Preview von GPT-5.3-Codex-Spark an. Gleichzeitig nennt OpenAIs CEO Sam Altman neue Wachstumszahlen. Allein in Indien zählt ChatGPT laut ihm inzwischen rund 100 Millionen wöchentlich aktive Nutzer:innen, berichtete TechCrunch.



Moltbot ist OpenClaw:
Sehr gefährlich und hilfreich zugleich

OpenClaw-Grafik mit Hummer in Rot und Schriftzug vor schwarzem Hintergrund mit Sternen
© OpenClaw


„Ein Agent, den sogar meine Mutter bedienen kann“ – Steinberger geht zu OpenAI

Wie unter anderem heise online berichtet, soll Peter Steinberger künftig bei OpenAI an persönlichen KI-Agents arbeiten, die miteinander interagieren und eigenständig Aufgaben ausführen können. Sam Altman bezeichnete ihn auf X als „genius with a lot of amazing ideas about the future of very smart agents interacting with each other to do very useful things for people“. Steinberger selbst freut sich über den Schritt und erklärt in einem Statement:

My next mission is to build an agent that even my mum can use. That’ll need a much broader change, a lot more thought on how to do it safely, and access to the very latest models and research.

OpenClaw selbst soll dabei Open Source bleiben. Laut Altman wird das Projekt in eine Stiftung überführt und weiterhin unterstützt. OpenAI verfolgt damit ein Modell, bei dem community-getriebene Entwicklung und eigene Produktstrategie enger verzahnt werden. Auf X kündigte das Unternehmen außerdem bereits ein Gespräch zwischen Steinberger und dem Dev Team an, das am 23. Februar veröffentlicht werden soll.

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OpenClaw steht exemplarisch für den aktuellen Shift hin zu agentischen Systemen. KI entwickelt sich dabei vom reinen Dialog-Interface zur ausführenden Infrastruktur. Der Agent läuft lokal, kann Gerätefunktionen nutzen und lässt sich über bestehende Messaging-Umgebungen orchestrieren, also genau dort, wo Workflows ohnehin stattfinden. Statt einzelner Chat-Modelle rücken zunehmend modulare Agent Setups in den Fokus, die Aufgaben ausführen, Tools ansteuern und perspektivisch miteinander kooperieren.

Vor diesem Hintergrund stärkt OpenAI mit der Verpflichtung von Steinberger und der Erfahrung aus dem viel beachteten OpenClaw-Projekt den Bereich der KI-Agents, der für kommende Produktgenerationen an Bedeutung gewinnt – und verschafft sich im Wettbewerb um die nächste Generation agentischer KI-Systeme womöglich wichtige Vorteile.

GPT-4o ist Geschichte, Codex-Spark rückt nach

GPT-4o galt lange als besonders dialogstark, wurde aber immer wieder wegen seiner teils übermäßig bestätigenden Antworten kritisiert. Das Modell neigte dazu, User zu stark zuzustimmen, statt kritisch oder ausgewogen zu reagieren. Wie unter anderem Engadget berichtet, hat OpenAI GPT-4o am 13. Februar nun aus ChatGPT entfernt. In der Community sorgte das für gemischte Reaktionen, denn trotz der Debatten hatte das System eine treue Nutzer:innenbasis. Schon im August hatte OpenAI das Modell zeitweise aus der Auswahl genommen, um das damals neue GPT-5 stärker zu priorisieren. Nach zahlreichen Rückmeldungen kehrte GPT-4o noch einmal zurück, allerdings ohne Garantie auf dauerhafte Verfügbarkeit. Diesmal scheint die Entscheidung gegen das Modell endgültig zu sein.

Parallel dazu richtet sich der Blick stärker auf produktive Workflows. Auf X kündigte OpenAI kürzlich GPT-5.3-Codex-Spark als Research Preview an, ein System, das schnelleres Entwickeln und direktes Arbeiten mit Code ermöglichen soll. Der Roll-out startet zunächst für ChatGPT Pro User in der Codex App sowie über CLI und IDE Extension.

Der Schritt knüpft an die Einführung von GPT-5.3-Codex und der Plattform Frontier Anfang Februar an. Ziel ist es, KI-Agents stärker in reale Arbeitsprozesse zu integrieren, sodass mehrere Systeme gemeinsam Aufgaben übernehmen, Kontext verstehen und Workflows automatisieren können.



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