Technologie
OpenAIs Top-KI-Modelle kommen in die Google Cloud

OpenAIs Top-KI-Modelle kommen in die Google Cloud

Larissa Ceccio | 23.10.26

Google holt sich die Konkurrenz ins eigene Haus und bietet künftig auch die leistungsfähigsten KI-Modelle von OpenAI an. GPT-6 und Codex sollen über Google Cloud verfügbar werden. Unternehmen, die bereits Google Cloud nutzen, bekommen dadurch mehr Auswahl bei ihren KI-Anwendungen, ohne den Cloud-Dienst wechseln zu müssen.

Mit ChatGPT und Gemini konkurrieren OpenAI und Google um Nutzer:innen und Unternehmenskund:innen. Nun arbeiten die beiden KI-Unternehmen trotz ihrer Rivalität zusammen. OpenAI bringt die Frontier-Modelle wie GPT-6 Astra, Sol und Luna sowie den Coding Agent Codex in die Google Cloud.

Unternehmen, die bereits Google Cloud nutzen, erhalten so auch Zugriff auf die OpenAI-Modelle, ohne dafür den Cloud-Dienst wechseln zu müssen. Wie OpenAI und Google angekündigt haben, erhalten zunächst ausgewählte Unternehmenskund:innen Zugang. In den kommenden Wochen sollen weitere User die Modelle über Google Cloud nutzen können.



Nach Astra:
OpenAI senkt mit Sol und Luna die Kosten für Agents und Coding

GPT-6 Sol und Luna als Sonne und Mond vor einem Sternenhimmel.
© OpenAI


Von GPT-6 bis Codex: So funktioniert die Integration

Die OpenAI-Modelle werden über Googles Model Garden verfügbar, einen Katalog, in dem Unternehmen KI-Modelle verschiedener Anbieter:innen vergleichen, testen und in eigene Anwendungen einbinden können. Je nach Aufgabe stehen unterschiedliche Varianten zur Auswahl: GPT-6 Astra ist für komplexe Aufgaben und Programmierung ausgelegt, GPT-6.1 Sol bietet einen Großteil dieser Fähigkeiten zu niedrigeren Kosten und GPT-6 Luna eignet sich vor allem für schnelle, häufige Anfragen.

Auch bestehende Codex Workflows lassen sich über Google Cloud ausführen. Entwicklungs-Teams können damit etwa Code schreiben, Fehler beheben oder umfangreichere Programmieraufgaben an KI-Agent übergeben. Geplant ist außerdem, die OpenAI-Modelle in Google Antigravity und den Gemini Agent einzubinden. Entwickler:innen könnten dann auch in diesen Google Tools zwischen Gemini und OpenAI-Modellen wählen.

Für Google ist die Zusammenarbeit ebenfalls von Vorteil: Das Unternehmen erweitert die Modellauswahl für Cloud-Kund:innen und kann damit auch Unternehmen ansprechen, die OpenAI-Technologie nutzen möchten, aber bereits mit Google Cloud arbeiten.

Was kostet die Nutzung und wie steht es um den Datenschutz?

Die Abrechnung läuft künftig über den Google Cloud Marketplace. Wer vertraglich zugesagt hat, einen bestimmten Betrag bei Google Cloud auszugeben, kann auch die Kosten für OpenAI-Modelle darauf anrechnen lassen. Unternehmen benötigen dafür keinen zusätzlichen Vertrag mit OpenAI.

Auch die Sicherheits- und Datenschutzfunktionen von Google Cloud stehen zur Verfügung. So lässt sich festlegen, welche Mitarbeiter:innen auf die Modelle zugreifen dürfen und wie Daten verarbeitet werden. Laut Google bleiben Eingaben und Antworten innerhalb der festgelegten Datenumgebung und werden nicht zum Training der KI-Modelle verwendet.

Noch ist der Zugang auf ausgewählte Unternehmen in einer geschlossenen Testphase beschränkt. Diese können die Modelle bereits über Programmierschnittstellen ausprobieren und erste Anwendungen entwickeln. Interessierte können sich zudem schon jetzt für einen Zugang anmelden.

OpenAI bei Google Cloud: Was bedeutet der Deal für Microsoft?

Microsoft hat Milliarden in OpenAI investiert, nutzt die KI-Modelle unter anderem für Copilot und stellt über Azure Rechenleistung bereit. Mittlerweile arbeitet OpenAI jedoch auch mit anderen Cloud-Unternehmen zusammen. Microsoft bleibt zwar die:der wichtigste Cloud-Partner:in, bekommt mit Google aber weitere Konkurrenz.

Denn Unternehmen, die bereits Google Cloud nutzen, müssen künftig nicht mehr zu Azure wechseln, um OpenAI-Modelle einzusetzen. Google verdient damit auch an der Nutzung von KI-Modellen, die mit Gemini konkurrieren. Microsoft wiederum kann Unternehmen nicht mehr allein mit dem Zugang zu OpenAI-Technologie von Azure überzeugen. Entscheidend wird zunehmend auch, über welche Cloud sich die gewünschten Modelle am einfachsten einsetzen lassen.



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