Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Technologie
Nach Facebook-Ausfall: Signal und Co. erleben starken User-Zuwachs

Nach Facebook-Ausfall: Signal und Co. erleben starken User-Zuwachs

Nadine von Piechowski | 05.10.21

Es war DIE Nachricht am Montagabend: WhatsApp, Instagram und Facebook sind down. Der Ausfall der Plattformen hatte aber auch positive Effekte – vor allen Dingen für die Konkurrenz.

Bis zu sechs Stunden mussten viele User gestern auf die Apps der Facebook-Familie verzichten. Der Ausfall betraf nicht nur die Facebook-Plattform selbst, sondern auch die Tochterunternehmen Instagram und WhatsApp. Der Messenger-Dienst sowie die sozialen Netzwerke meldeten sich über ihren Twitter Account bei den Nutzer:innen und entschuldigten sich für die Unannehmlichkeiten. Die Konkurrenz-Plattform Twitter profitierte ohnehin von dem Ausfall der Facebook Apps. Denn der Kurznachrichtendienst konnte in den Stunden, in denen es Probleme bei der Konkurrenz gab, einen erheblichen Nutzer:innenzuwachs verzeichnen. Twitter begrüßte die zahlreichen User auf humorvolle Art:


Aber nicht nur die Plattform profitierte von dem Ausfall von Facebook, Instagram und WhatsApp. Auch einzelne Nutzer:innen und Accounts haben seit dem Vorfall einen erheblichen Follower-Zuwachs verzeichnen können. So posteten beispielsweise sowohl Social-Media-Experte Matt Navarra als auch das Profil WABetaInfo, dass sie in der Nacht von Montag auf Dienstag viele neue Mitglieder in ihrer Community auf Twitter begrüßen konnten.


Und das ist auch keine Überraschung, schließlich informierten beide Accounts über Updates zu Instagram und WhatsApp. Viele Nutzer:innen erhofften sich also mutmaßlich auf den Profilen Informationen zu bekommen, sobald die Facebook-Plattformen wieder verfügbar sein würden.

Signal, Telegram und Co.: Messenger-Alternativen profitieren vom WhatsApp-Ausfall

Besonders schwer ins Gewicht dürfte der Ausfall des Messenger-Diensts WhatsApp für Facebook fallen. Denn viele der über zwei Milliarden aktiven Nutzer:innen wichen in der Zeit, in der die Nachrichten-App nicht verfügbar war, auf alternative Chat-Dienste aus. Der umstrittene Messenger Telegram sorgte mit einem Tweet bei vielen Followern für Belustigung:


Der datenschutzfreundliche Chat-Dienst Signal hingegen freute sich öffentlich über den großen Zuwachs an Nutzer:innen. Allerdings verkündete der Messenger, dass derartig große User-Zuströme auch zu eigenen Problemen geführt hätten. Diese sind im Vergleich zum Ausfall bei WhatsApp allerdings marginal.


Fehler behoben: Facebook-Sprecher erklärt Ausfall der Apps

Anders als Telegram wünschte Signal den Mitarbeiter:innen bei WhatsApp außerdem viel Erfolg bei der Lösung des Problems. Und das scheint gewirkt zu haben. In der Nacht von Montag auf Dienstag sind die Plattformen augenscheinlich repariert worden. Anfänglich wurde von vielen Usern vermutet, dass die Ursache des Ausfalls ein Hacker-Angriff war. Dies wurde aber schnell von zahlreichen Expert:innen verneint. Denn die Systeme von Instagram, WhatsApp und Facebook seien zu unterschiedlich, um sie mit einer Attacke alle gleichzeitig lahmlegen zu können.

Facebook selbst konnte den Grund für den Ausfall mittlerweile ermitteln. In einem Blogpost schreibt Santosh Janardhan, VP Infrastructure bei Facebook:

Our engineering teams have learned that configuration changes on the backbone routers that coordinate network traffic between our data centers caused issues that interrupted this communication. 

Weiter schreibt Janardhan, dass es bisher keine Hinweise darauf gäbe, dass Daten von Nutzer:innen gestohlen oder beschädigt worden seien.

Kehren die User nach dem Ausfall wieder zu den Facebook-Diensten zurück?

Auch nachdem die Facebook Apps wieder für die meisten Nutzer:innen verfügbar sind, bleibt die Frage: Wechseln die User wieder zurück zu den Plattformen des Social-Konzerns? Zumindest bei WhatsApp dürften viele Nutzer:innen überlegen, ob sie nicht bei dem alternativen Messenger bleiben. Denn diese bringen – so wie Signal – den Vorteil, dass sie meist datenschutzfreundlicher sind als Facebooks Messaging App.

Bei Instagram und der Facebook-Plattform hat der Ausfall gezeigt, wie abhängig User und Unternehmen von den Apps sind, um beispielsweise mit ihrer Community und potentiellen Käufer:innen in Kontakt zu bleiben. Und das obwohl Facebook in den vergangenen Wochen vermehrt in der Kritik stand. Erst kürzlich offenbarte eine Whistlebowerin, welche fragwürdigen Patriken der Social-Konzern verfolgt, um Profit zu machen. Vielleicht ist der Ausfall für viele also ein Impuls, die eigene Nutzung der Facebook Apps nochmal zu überdenken.

Kommentare aus der Community

Jürgen Wirtz am 05.10.2021 um 23:54 Uhr

Daten konnten ja nicht gestohlen werden, weil der Angriff, wenn es denn einer war, nicht den Daten galt, sondern es wurde das DNS-System / IP-Adressen komplett von den Servern gelöscht! Somit hätten Hacker auch nichts stehlen können, weil einfach der Zugriff auf irgendwelche Daten nicht mehr gegeben war!
Da Facebook selbst anscheinend keinen echten Backup-Server hat, / hatte, konnten sie auch nicht so einfach wieder an auf die Server kommen, um die IP-Adressen einzupflegen. Deshalb hat das auch so lange gedauert.
Und für einen Test / Ausfallsicherheit wäre so ein Vorgehen (ohne BAckupsicherheit) idiotisch durchdacht – alos eher unwahrscheinlich, weil alles bei Facebook nur über einen DNS-Server: Facebook.com! geroutet wird mit insgesamt vier Nameservern!
Bleibt denn nur entweder doch ein Hackerangriff – Anonymus? oder ein Test, der viel weiter oben verantwortlich angesiedelt ist – wobei man dann allerdings den Einnahmeverlust von Facebook irgendwie ausgleichen müßte, wenn Facebook nicht involviert worden ist!
Auf JEDEN Fall waren es Insider, die die Zugangsmöglichkeiten zu den Nameservern kannten!!!

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*