Technologie
GIFs in ChatGPT erstellen und animieren: OpenAI launcht Images 2.6

GIFs in ChatGPT erstellen und animieren: OpenAI launcht Images 2.6

Larissa Ceccio | 05.11.26

Mit ChatGPT Images 2.6 lassen sich Fotos und Zeichnungen animieren oder GIFs allein per Textbeschreibung erstellen. Dazu kommen gespeicherte Referenzbilder und schnellere Bildmodelle. Wir haben die neue Funktion mit unserem Logo ausprobiert.

Laut OpenAI entstehen über ChatGPT, Codex und die API inzwischen rund vier Milliarden Bilder pro Woche. Noch im September waren es etwas mehr als drei Milliarden. Mit der neuen GIF-Funktion könnte die Nutzung weiter zunehmen. Denn mit ChatGPT Images 2.6 können User jetzt auch Fotos und Skizzen animieren oder GIFs allein durch eine Textbeschreibung erstellen. Die Animationen lassen sich anschließend verändern, in ihrer Geschwindigkeit anpassen und als Endlosschleife teilen.

Das Update folgt knapp zwei Monate nach dem Launch von ChatGPT Images 2.5 und rund acht Monate nach der Einstellung der KI-Video-App Sora, die unter anderem wegen Deepfake-Risiken in der Kritik stand. Mit Images 2.5 hat OpenAI die Bildtreue sowie die Bearbeitung einzelner Bildelemente über mehrere Arbeitsschritte hinweg verbessert. Nun kommen Animationen und gespeicherte Referenzbilder hinzu. Die Bildgenerierung soll außerdem um 50 Prozent schneller werden.



ChatGPT Images 2.5:
Ändere Details, nicht gleich das ganze Bild

Collage mit verschiedenen von ChatGPT Images 2.5 erstellten Motiven und OpenAI-Symbolen auf weißem Hintergrund.
© OpenAI via Canva


Das ist neu bei ChatGPT Images 2.6

Mit Images 2.6 erweitert OpenAI die Bildgenerierung um Animationen und neue Bearbeitungsfunktionen. Damit konkurriert das Unternehmen nicht nur mit GIF-Plattformen wie Giphy und Googles Tenor, sondern auch mit Bild-KI-Angeboten wie Googles Nano Banana 2.1 und Metas Muse Image, das unter anderem KI-Effekte für Instagram Stories ermöglicht. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • GIFs erstellen und bearbeiten: Fotos und Skizzen animieren oder GIFs per Textbeschreibung generieren. Auch die Wiedergabegeschwindigkeit lässt sich anpassen.
  • Referenzbilder wiederverwenden: Fotos von Personen, Haustieren oder Figuren einmal speichern und in späteren Chats erneut nutzen.
  • Bilder schneller erstellen: Die Generierungszeit soll laut OpenAI gegenüber der bisherigen Version um 50 Prozent sinken.
  • Einzelne Bildbereiche verändern: Über Markierungen lässt sich festlegen, welche Teile eines Motivs bearbeitet werden sollen.
  • Grafiken als SVG exportieren: Generierte Grafiken als skalierbare Vektordateien für Websites, Apps oder Druckprodukte ausgeben.

Für Entwickler:innen stellt OpenAI außerdem zwei neue API-Modelle bereit. GPT-Image-2.6 Flare soll Bilder schneller generieren, wenn beispielsweise mehrere Varianten eines Motivs benötigt werden. Sunburst ist auf höhere Bildqualität und konsistentere Bearbeitungen ausgelegt. Ein zusätzlicher Parameter ermöglicht es, den Planungsaufwand der KI vor der Bilderstellung einzustellen.

So erstellst du GIFs mit ChatGPT Images 2.6

Wer bereits Bilder mit ChatGPT erstellt, kann diese nun im selben Chat animieren und weiterbearbeiten. Für Social Media lassen sich damit beispielsweise eigene Reaktions-GIFs oder animierte Markenfiguren erstellen, ohne eine passende Animation auf Giphy oder Tenor suchen zu müssen. OpenAI demonstriert die Funktion anhand verschiedener Motive, die per Textanweisung in Bewegung versetzt werden.

OpenAI demonstriert die GIF-Funktion mit drei unterschiedlichen Motiven, © OpenAI

Wir haben die Funktion ebenfalls ausprobiert und unser OnlineMarketing.de-Logo animieren lassen. Dafür haben wir das Logo hochgeladen und ChatGPT angewiesen, eine Sonnenbrille auf den Schriftzug fallen zu lassen. In der generierten Animation landet die Brille auf dem Logo, ein Lichtreflex erscheint und die Bewegung wiederholt sich.

Animiertes OnlineMarketing.de-Logo, auf das eine schwarze Sonnenbrille fällt.
Unser Test mit ChatGPT Images 2.6: Eine Sonnenbrille landet auf dem OnlineMarketing.de-Logo, © OnlineMarketing.de, erstellt mit ChatGPT Images 2.6

Dafür brauchten wir keine zusätzliche Animations-Software. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass sich vorhandene Motive im selben Chat animieren und verändern lassen. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Bereits animierte GIFs, die User selbst hochladen, kann ChatGPT derzeit nicht bearbeiten.

ChatGPT Images 2.6 ist weltweit für alle ChatGPT User sowie in Codex verfügbar, im Web, auf dem Desktop und auf dem Smartphone. Die GIF-Erstellung wird schrittweise freigeschaltet. Wie lang die GIFs maximal sein dürfen und ob es besondere Nutzungslimits gibt, hat OpenAI bislang nicht angegeben.

Referenzbilder speichern und in neuen Chats wiederverwenden

Mit ChatGPT Images 2.5 hatte OpenAI bereits die Wiedererkennbarkeit von Personen und anderen Motiven bei Bildbearbeitungen verbessert. In Images 2.6 lassen sich Referenzbilder nun auch speichern und in späteren Chats verwenden, ohne sie erneut hochzuladen. Das soll die Arbeit mit wiederkehrenden Markenmotiven vereinfachen, etwa wenn ein Maskottchen in unterschiedlichen Kampagnen eingesetzt wird. OpenAI zeigt beispielsweise, wie aus einem hinterlegten Hundefoto ein Weltraum-Selfie entsteht.

Drei ChatGPT-Ansichten zeigen das Speichern eines Hundefotos und die Erstellung eines Weltraum-Selfies.
OpenAI zeigt, wie ein gespeichertes Hundefoto für ein KI-generiertes Weltraum-Selfie verwendet wird, © OpenAI via X

50 Prozent schneller: Das können Flare und Sunburst

Neben den neuen Funktionen verspricht OpenAI kürzere Wartezeiten und eine höhere Bildqualität. Entwickler:innen können dafür zwischen zwei neuen API-Modellen wählen:

  • GPT-Image-2.6 Flare ist auf Geschwindigkeit ausgelegt und soll ein Bild bei niedriger Qualitätseinstellung in nur sechs Sekunden generieren können. Das kann beispielsweise die Erstellung mehrerer Varianten eines Werbemotivs beschleunigen.
  • GPT-Image-2.6 Sunburst soll dagegen eine höhere Bildqualität liefern und bei Änderungen dafür sorgen, dass andere Bildbereiche möglichst unverändert bleiben. Das ist etwa dann relevant, wenn bei einem Produktfoto nur der Hintergrund ausgetauscht werden soll.
Zwei KI-generierte Porträts im Vergleich: Flare zeigt eine Frau mit rosa Eiscreme, Sunburst dieselbe Szene mit schmelzendem Eis und mehr Details.
OpenArt vergleicht die Bildqualität von GPT-Image-2.6 Flare (links) und Sunburst (rechts), © OpenArt

Auch bei der Bildbearbeitung über die API gibt es neue Möglichkeiten. Entwickler:innen können einzelne Bildbereiche markieren und beschreiben, was dort verändert werden soll. Neu sind außerdem der Export als skalierbare SVG-Datei und ein Complexity-Parameter, mit dem sich einstellen lässt, wie viel Planungsaufwand die KI vor der Bilderstellung verwendet. Beide Modelle sind bereits über die API verfügbar.

Zwei Grafiken zeigen die neuen OpenAI-Bildmodelle Sunburst in Orange und Rosa sowie Flare in Blau und Türkis.
OpenAI stellt die beiden neuen Bildmodelle Sunburst für höhere Bildqualität und Flare für schnellere Generierung vor, © OpenAI via X

Neue GIF-Funktion birgt bekannte Deepfake-Risiken

Die Deepfake-Kritik, mit der OpenAI bereits bei Sora konfrontiert war, betrifft auch die neue GIF-Funktion. Fotos realer Personen lassen sich zwar schon länger mit KI manipulieren, mit Images 2.6 können sie nun aber auch in ChatGPT animiert werden. Gespeicherte Referenzbilder erleichtern zudem die wiederholte Verwendung derselben Person in unterschiedlichen Szenen. Damit sinkt auch der Aufwand, Personen ohne ihre Einwilligung in erfundenen Situationen darzustellen.

OpenAI hat für GIFs zusätzliche Sicherheitsprüfungen eingeführt, die dabei helfen sollen, problematische Inhalte zu erkennen, die erst durch die Bewegung mehrerer Einzelbilder entstehen. Die Ergebnisse der System Card zu Images 2.6 zeigen allerdings, dass die Erkennung weiterhin Lücken aufweist.

Bei einem Test mit 310 GIFs, die gegen die Nutzungsrichtlinien von OpenAI verstießen, lag die Erkennungsquote bei knapp 78 Prozent. Mehr als jeder fünfte Verstoß blieb damit unentdeckt. Bei sexualisierten Inhalten lag die Quote ebenfalls bei rund 78 Prozent, bei Gewaltdarstellungen wurden dagegen knapp 90 Prozent erkannt.



Stelle OnlineMarketing.de als bevorzugte Quelle auf Google ein

Wenn du OnlineMarketing.de auf Google als bevorzugte Quelle einstellen möchtest, um auch in den Schlagzeilen auf Google immer aktuelle News und Tipps aus der Welt des Marketing und der Tech-Entwicklungen zu finden, kannst du einfach die Google-Quelleneinstellungen aufrufen und die Seite anwählen. Über das Stern-Icon neben den Top Stories kannst du ebenfalls bevorzugte Quellen für die spätere Suche speichern.

Kommentare aus der Community

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*