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Canva Craft: Was der neue KI-Bildgenerator kann

Canva Craft: Was der neue KI-Bildgenerator kann

Marié Detlefsen | 23.10.26

Mit Canva Craft bringt Canva ein eigenes KI-Modell zur Bilderstellung an den Start. Es soll Prompts genauer interpretieren, eigene Grafiken erzeugen und komplexe Layouts besser umsetzen. Die Funktion ist weltweit verfügbar, doch wie unterscheidet sie sich von anderen Bildgeneratoren?

Canva steigt tiefer in die Entwicklung eigener KI-Modelle ein: Mit Canva Craft veröffentlicht das Unternehmen den ersten eigenentwickelten Bildgenerator. Das Modell wurde von Canva Research von Grund auf trainiert und soll nicht nur realistische Bilder erzeugen, sondern auch gestalterische Zusammenhänge wie Bildaufbau, Typografie und Abstände berücksichtigen. Laut Canva erreichten die generierten Bilder in einem externen Vergleich bereits Spitzenplatzierungen in mehreren Kategorien. Diese Angaben stammen allerdings aus einer vom Unternehmen vorgestellten Auswertung.

Der technische Ansatz unterscheidet sich zum Teil von anderen Bildgeneratoren. So erstellt Craft ein Bild nicht unmittelbar aus einer Texteingabe, sondern arbeitet in zwei Phasen. Zunächst analysiert ein Planungsmodell den Prompt und legt fest, welche Elemente vorkommen, wo sie platziert werden und wie sie zueinander stehen sollen. Auch gewünschte Schrift und visuelle Gewichtungen fließen in diesen Entwurf ein.

Anschließend setzt ein separates Modell den Plan in ein fertiges Bild um. Das Ergebnis kann laut Canva eine Auflösung von bis zu 2.000 Pixeln erreichen. Mehr als 30 Seitenverhältnisse stehen zur Auswahl, außerdem lassen sich eigene Formate festlegen. Texteingaben werden in verschiedenen Sprachen unterstützt; Schrift im generierten Bild soll in 55 Sprachen möglich sein.

Der Fokus liegt damit nicht allein auf möglichst realistischen Motiven. Craft soll auch Grafiken für Social Media, Poster, Präsentationen, Werbung und andere Formate liefern, bei denen die Anordnung von Text und Bild entscheidend ist.

Was bietet Canva Craft?

Ein Schwerpunkt ist die Verbindung mit Canvas Bearbeitungswerkzeugen. Über die Funktion Magic Layer sollen sich generierte Bilder in einzelne, editierbare Bestandteile zerlegen lassen. Dadurch können Nutzer:innen bestimmte Elemente verändern, ohne zwangsläufig das gesamte Motiv neu erstellen zu müssen. Wie zuverlässig das bei unterschiedlichen Bildtypen funktioniert, wird sich im praktischen Einsatz erst zukünftig zeigen.

Craft gehört bereits zu den bestbewerteten Bildgeneratoren auf der unabhängigen Vergleichsplattform DesignArena. In einem Post auf X stellt das Unternehmen die Ergebnisse vor: Mit 1.340 Elo-Punkten landet Craft auf Platz vier, hinter den drei OpenAI-Modellen GPT-Image-2.5 Sunburst, GPT-Image-2.5 Flare und GPT Image 2. Dahinter folgen Reve 2.1 und MAI-Image-2.6. Besonders gut schneidet Craft bei Menschen und Porträts sowie Landschaften und Naturmotiven ab. In beiden Kategorien erreicht das Modell laut Canva Platz eins, bei abstrakten Motiven und Mustern Platz zwei.

Ein weiteres unabhängiges Ranking zeigt, dass Canva inzwischen zu den meistgenutzten KI-Anwendungen gehört und neben Angeboten wie ChatGPT und Gemini an Bedeutung gewinnt. In der siebten Ausgabe der Consumer AI Top 100 schaffte es Canva in mehreren Kategorien unter die Top Ten.

Craft ist über Dream Lab und die öffentliche API abrufbar

Canva Craft ist ab sofort weltweit für alle Canva-Nutzer:innen verfügbar. Der Einstieg erfolgt über Dream Lab, das sich im linken Seitenbereich der Canva-Oberfläche befindet. Eine zusätzliche Möglichkeit bietet die öffentliche API: Entwickler:innen und Unternehmen können das Modell damit in eigene Anwendungen integrieren, etwa in Marketing- oder E-Commerce-Plattformen.

Eine Anbindung von Craft an den bereits verfügbaren Canva MCP Server ist ebenfalls geplant. Damit sollen KI-Assistants künftig auch das neue Bildmodell nutzen können, um Bilder innerhalb automatisierter Arbeitsabläufe zu erstellen. Diese Integration wird laut Ankündigung allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein.

Für die Nutzung gelten zudem Canvas Sicherheitsmaßnahmen unter dem Namen Canva Shield. Dazu gehören die Prüfung von Ein- und Ausgaben sowie die Möglichkeit, problematische oder irreführende Inhalte zu melden. Wie bei anderen generativen KI-Systemen bleibt es dennoch wichtig, Ergebnisse vor der Veröffentlichung auf Fehler, irreführende Darstellungen und mögliche Rechteprobleme zu überprüfen.


Consumer AI Top 100 2026:

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