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Apple Intelligence mit iOS 27: Neue Funktionen für Siri AI, Safari und Fotos

Apple Intelligence mit iOS 27: Neue Funktionen für Siri AI, Safari und Fotos

Larissa Ceccio | 15.09.26

Mit iOS 27 bekommt Apple Intelligence neue Funktionen für Siri AI, Safari, Fotos und Kurzbefehle. Siri AI soll persönlichen Kontext einbeziehen und Aufgaben über mehrere Apps hinweg erledigen, Safari Änderungen auf Websites verfolgen. Einige Cloud-Funktionen sind allerdings täglich begrenzt und könnten künftig mehr kosten.

Dein Wunschprodukt ist ausverkauft? Safari meldet künftig, wenn es wieder verfügbar ist oder der Preis fällt. Mehrere Schritte für die Abendroutine? Eine kurze Beschreibung soll reichen, um daraus automatisch einen Kurzbefehl zu erstellen. Und Siri AI soll dich besser verstehen, persönlichen Kontext einbeziehen und Aufgaben direkt in verschiedenen Apps erledigen.

Seit gestern ist iOS 27 da. Apple veröffentlicht damit die nächste Generation von Apple Intelligence für iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Vision Pro. Mit dabei sind neue KI-Funktionen für Fotos, Safari, Smart Home und Bedienungshilfen. Bei der technischen Basis greift Apple teilweise auf Googles Gemini-Technologie zurück. iOS 27 trifft zudem auf eine neue Gerätegeneration. Mit dem iPhone Duo hat Apple vergangene Woche das erste eigene faltbare iPhone vorgestellt, das mit iOS 27 auch den zusätzlichen Platz des großen Innendisplays nutzt.

Bei Apple Intelligence gibt es allerdings Nutzungslimits; einige Cloud-Funktionen können Nutzer:innen pro Tag nur begrenzt verwenden. Wer mehr braucht, soll künftig extra zahlen können. Bei Siri AI kommt eine weitere Einschränkung hinzu. Die neue Siri wird zunächst als Beta auf Englisch ausgerollt und ist in der EU auf iPhone, iPad und Apple Watch vorerst nicht verfügbar. Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch sollen im Oktober folgen. Einen Termin für Deutsch nennt Apple bislang nicht. Verantwortlich macht Apple die EU-Regulierung und insbesondere den DMA.



iPhone Duo:
Apple faltet das iPhone und setzt Preis und Erwartungen hoch

Geöffnetes iPhone Duo mit großem faltbarem Display, gehalten in zwei Händen, mit Widgets, Apps und Fotoansicht auf dem Bildschirm.
© Apple


Siri AI versteht mehr Kontext und übernimmt Aufgaben in Apps

Siri AI soll Anfragen in natürlicher Sprache verstehen und auf Informationen zugreifen können, die bereits auf dem Gerät gespeichert sind. Dadurch müssen Nutzer:innen Aufgaben weniger kleinteilig formulieren und können sie im selben Gespräch ergänzen, Rückfragen stellen oder über mehrere Apps hinweg weiterführen. Apple stellt Siri AI im App Store entsprechend als eine der zentralen Neuerungen von iOS 27 vor.

iPhone-Sperrbildschirm mit einer Safari-Mitteilung von Notify Me, die auf eine erkannte Änderung auf einer Website hinweist.
Safari informiert mit Notify Me, wenn sich Inhalte auf einer beobachteten Website ändern, © Apple

Things zeigt bereits, wie Siri AI in Apps funktioniert. In der To-do-App können Nutzer:innen mit Version 3.24 Aufgaben per Sprache anlegen und im selben Gespräch Notizen, Startdaten oder Erinnerungen ergänzen. Things macht bestehende Aufgaben und Projekte zusätzlich über Spotlight auffindbar. Dadurch kann Siri AI gespeicherte Inhalte in der systemweiten Suche berücksichtigen und in Anfragen einbeziehen. Wer das nicht möchte, kann die Spotlight-Integration in Things deaktivieren. Für Nutzer:innen in Deutschland ist das zum Start allerdings noch ein Ausblick.

Was bei Things mit Aufgaben beginnt, setzt sich beim Surfen fort: Nutzer:innen können Änderungen bei Preisen oder Verfügbarkeiten automatisch verfolgen lassen.

Safari beobachtet Preise und Verfügbarkeiten

Mit „Mitteilung an mich“ können Nutzer:innen Änderungen auf Websites verfolgen lassen. Dabei legen sie fest, worüber sie informiert werden möchten, sobald sich etwas Bestimmtes ändert, zum Beispiel der Preis eines Produkts oder dessen Verfügbarkeit. Sinkt der zuvor festgelegte Preis oder ist das Produkt wieder erhältlich, verschickt Safari eine Mitteilung. Beim Online Shopping müssen Nutzer:innen Produktseiten damit nicht mehr selbst im Blick behalten.

Safari ordnet offene Tabs automatisch nach Themen und soll so vor allem bei vielen gleichzeitig geöffneten Seiten für mehr Übersicht sorgen. Mit „Describe an Extension“ können Nutzer:innen außerdem kleine Safari-Erweiterungen selbst erstellen, ohne programmieren zu müssen. Dafür beschreiben sie einfach, welche Funktion sie brauchen. Apple nennt als Beispiel eine Schaltfläche, mit der sich ausprobierte Rezepte im Browser speichern und bewerten lassen.

Safari nimmt Nutzer:innen vor allem Recherche und Organisation ab. In Fotos kommt die KI direkt bei der Bildbearbeitung zum Einsatz.

KI-Bildbearbeitung in Fotos und fotorealistische Bilder mit Image Playground

Mit Spatial Reframing können Nutzer:innen die Perspektive eines Fotos nach der Aufnahme verändern. Apple Intelligence generiert nur die Bildbereiche neu, die durch den veränderten Blickwinkel zusätzlich sichtbar werden. So lässt sich ein ungünstiger Bildausschnitt nachträglich verbessern, ohne das gesamte Foto neu erstellen zu müssen.

Apple Intelligence: Spatial Reframing in Photos, © Apple

Mit dem Extend Tool ergänzt Apple Intelligence fehlende Bildbereiche. Das schafft mehr Spielraum bei Zuschnitt und Format. Nutzer:innen können etwa mehr Platz um ein Motiv schaffen, ein Bild für ein anderes Seitenverhältnis anpassen oder einen schiefen Horizont begradigen, ohne wichtige Bildteile zu verlieren. Auch das „Bereinigen“-Tool wurde überarbeitet. Die KI soll störende Objekte selbst in komplexeren Szenen realistischer entfernen und damit aufwendige Nachbearbeitung reduzieren.

Porträt einer Frau vor roten Blumen mit eingeblendeten Bearbeitungsoptionen Clean Up, Extend und Reframe in der Fotos-App von Apple.
Apple Intelligence erweitert die Fotobearbeitung um Funktionen wie Clean Up, Extend und Reframe, © Apple

Mit einem neuen generativen KI-Modell kann Image Playground künftig auch fotorealistische Bilder erstellen. Die Verarbeitung läuft dabei über Apples Private Cloud Compute. Nutzer:innen können Bilder per Beschreibung verändern oder einzelne Objekte antippen, einkreisen oder markieren und anschließend verschieben oder vergrößern. Damit lassen sich Motive schneller an unterschiedliche Einsatzzwecke anpassen, etwa für Sperrbildschirme, Kontaktposter, Websites oder Flyer.

iPhone mit Image Playground: Eine Texteingabe beschreibt eine Frau im Schlafanzug auf einer Wolke, darunter ist das fotorealistisch erzeugte Bild zu sehen.
Image Playground erstellt mit Apple Intelligence fotorealistische Bilder anhand von Texteingaben, © Apple

Später im Jahr kommt außerdem SynthID hinzu. Apple will damit die meisten Bilder kennzeichnen, die mit Image Playground erstellt oder mit den neuen KI-Werkzeugen bearbeitet wurden. Das unsichtbare Wasserzeichen soll erkennbar machen, ob KI bei der Erstellung oder Bearbeitung zum Einsatz kam.

Aber nicht nur Bildinhalte lassen sich einfacher verändern, sondern auch Abläufe. Statt jeden Schritt selbst einzurichten, beschreiben Nutzer:innen nur noch, was passieren soll.

Apple Intelligence übernimmt mehr Aufgaben im Alltag, könnte künftig aber extra kosten

Mit „Beschreibe einen Kurzbefehl“ können Nutzer:innen Automationen künftig in natürlicher Sprache erstellen. Nutzer:innen beschreiben dafür einfach den gewünschten Ablauf. Aus der Beschreibung entsteht automatisch ein Kurzbefehl mit den nötigen Schritten. Apple nennt als Beispiel eine Abendroutine, die „Nicht stören“ aktiviert, das Display dimmt, eine Meditations-App öffnet und einen Wecker stellt. Auch spätere Änderungen lassen sich per Beschreibung ergänzen, etwa eine andere Weckzeit am Wochenende.

Mit Describe a Shortcut erstellt Apple Intelligence Kurzbefehle anhand einer einfachen Beschreibung, © Apple

Auch in der Home App kommen neue KI-Funktionen hinzu. Bei HomeKit Secure Video können automatisch erstellte Beschreibungen zusammenfassen, was in mehreren Kamera-Clips passiert ist. Aufnahmen lassen sich zudem per natürlicher Sprache durchsuchen. Wer etwa nach einer Paketlieferung sucht, muss sich dadurch nicht mehr durch einzelne Videos klicken. Zusammengehörige Mitteilungen kann die Home App außerdem zu einer laufenden Aktivität bündeln.

Bei den Bedienungshilfen erweitert Apple ebenfalls mehrere Funktionen mit Apple Intelligence. VoiceOver liefert ausführlichere Bildbeschreibungen, über die Live-Erkennung können Nutzer:innen Fragen zu ihrer Umgebung stellen und die Sprachsteuerung versteht Bedienelemente auch anhand einer Beschreibung. Dadurch müssen Nutzer:innen genaue Namen oder Nummern von Schaltflächen seltener kennen.

Für einige Apple-Intelligence-Funktionen gelten künftig tägliche Limits, darunter Siri AI, KI-Tools für Fotos und Image Playground. Wer mehr davon nutzen möchte, soll später zusätzlichen Zugang gegen Bezahlung erhalten. Preis und Starttermin nennt Apple noch nicht. Damit könnten besonders rechenintensive KI-Funktionen künftig teilweise kostenpflichtig werden.

Apple Intelligence läuft mit den neuen Betriebssystemen unter anderem auf iPhone-16-Modellen und neuer sowie dem iPhone 15 Pro und 15 Pro Max. Hinzu kommen kompatible iPads und Macs, die Apple Vision Pro sowie aktuelle Apple Watch-Modelle. Deutsch wird unterstützt, einzelne Funktionen hängen aber weiterhin von Gerät, Sprache und Region ab.

Für die neuen Funktionen setzt Apple auf eine neue Generation eigener KI-Modelle. Bei der Entwicklung arbeitet der Konzern eng mit Google zusammen.

Google Gemini steckt in Apple Intelligence

Apple entwickelt die neue Generation der eigenen KI-Modelle nicht allein. Die fünf neuen Apple Foundation Models entstanden gemeinsam mit Google und wurden mit Googles Gemini-Modellen entwickelt. Für AFM 3 Cloud Pro, Apples leistungsfähigstes Server-Modell, nutzt Apple Nvidia GPUs in Google Cloud. Für Nutzer:innen bleibt Google trotzdem im Hintergrund. Siri AI, Image Playground und andere Funktionen erscheinen weiterhin als Apple Intelligence. Anders als bei der bisherigen ChatGPT-Anbindung wählen Nutzer:innen Gemini also nicht als externen Dienst aus.

Persönliche Nutzer:innenanfragen sollen dabei nicht an Google weitergegeben werden. Apple wickelt Cloud-Anfragen weiterhin über Private Cloud Compute ab. Persönliche Daten sollen dort weder gespeichert noch für Apple oder Google zugänglich sein.



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© Apple via Canva


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