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iPhone Duo: Apple faltet das iPhone und setzt Preis und Erwartungen hoch

iPhone Duo: Apple faltet das iPhone und setzt Preis und Erwartungen hoch

Larissa Ceccio | 10.09.26

Mit dem iPhone Duo hat Apple das erste eigene faltbare iPhone vorgestellt. Aufgeklappt bietet es mehr Display als jedes Modell zuvor, kostet aber auch mehr als jedes andere iPhone. Das reguläre neue iPhone 18 kommt zudem später als erwartet. Der Name liefert Duolingo eine Marketing-Steilvorlage. Die Sprachlern-App spielt mit SEO-Panik, ruft sogar Duos langjährigen Crush Dua Lipa zu Hilfe und zieht Samsung mit in den Schlagabtausch.

„Völlig neu und doch bemerkenswert vertraut“: So beschreibt Apple selbst das iPhone Duo, das der Konzern am 9. September vorgestellt hat. Es ist das erste faltbare iPhone und zugleich das erste große neue iPhone-Design seit Jahren. Geöffnet ist das Duo zudem das dünnste iPhone, das Apple bislang gebaut hat. Mit mindestens 2.299 Euro verlangt Apple dafür allerdings auch mehr als für jedes bisherige iPhone.

Für Apple trug das Event noch aus einem anderen Grund besondere Bedeutung. Erstmals führte John Ternus als CEO durch die traditionelle Herbstpräsentation. Der langjährige Hardware-Chef übernahm Anfang September die Führung von Tim Cook und durfte bei seinem ersten großen Auftritt direkt eine der meist erwarteten Apple-Neuheiten der vergangenen Jahre enthüllen.

Fast eine Stunde nach Beginn der Veranstaltung griff Ternus dafür sogar auf einen der bekanntesten Sätze der Apple-Geschichte zurück: „There is one more thing …“. Dann zog er das iPhone Duo aus der Hosentasche. Eine Hommage an Apple-Mitbegründer Steve Jobs, der die Formulierung über Jahre für besondere Ankündigungen nutzte. Auch auf X präsentierte Ternus die neue Produktfamilie selbst:

Das reguläre iPhone 18 kommt jedoch später als sonst. Erstmals ändert Apple den iPhone-Rhythmus und bringt das Basismodell erst im Frühjahr 2027 auf den Markt. Pro und Pro Max starten hingegen wie gewohnt im September.



Jobs, Cook, Ternus:
CEO-Wechsel bei Apple ist da

Tim Cook und John Ternus auf Weg neben Grünanlage
© Apple via Canva


iPhone Duo: Das bringt das zweite Display wirklich

Je nach Situation können Nutzer:innen das iPhone Duo als kompaktes Smartphone, größere Arbeitsfläche, Multitasking-Gerät oder Kamera mit zusätzlicher Vorschau verwenden.

Apple bietet das Gerät in Sternenweiß und Nachthimmel an und passt auch iOS 27 sowie Apple Intelligence an den faltbaren Formfaktor an.

iPhone Duo in Sternenweiß und Nachthimmel, jeweils mit aufgeklapptem Display sowie sichtbarer Rückseite mit Dual-Kamera
Das iPhone Duo in den Farben Sternenweiß und Nachthimmel, jeweils von Vorder- und Rückseite, © Apple

2 Displays und Apples größtes iPhone Display

Zusammengeklappt lässt sich das Duo wie ein kompaktes iPhone nutzen und bietet ein 5,4 Zoll großes Display. Wer mehr Platz braucht, klappt das Gerät auf und bekommt mit 7,6 Zoll 50 Prozent mehr Bildschirmfläche als beim iPhone 18 Pro Max. Das hilft vor allem beim Lesen, Streamen, Bearbeiten von Dokumenten oder parallelen Nutzen mehrerer Apps.

iPhone Duo im Vergleich zwischen geschlossenem 5,4-Zoll-Außendisplay und aufgeklapptem 7,6-Zoll-Innendisplay in zwei Händen.
Das iPhone Duo geschlossen mit 5,4-Zoll-Display und aufgeklappt mit 7,6-Zoll-Display, © Apple

Apple versieht das innere Display mit einer Nanotextur, die Spiegelungen reduzieren und die Falte in der Mitte weniger auffällig machen soll. Später im Jahr können Nutzer:innen außerdem den Apple Pencil mit USB-C verwenden. Wie das Gerät außerhalb der Apple-Produktfotos wirkt, zeigt unter anderem Tech Creator Marques Brownlee.

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2 Apps gleichzeitig auf dem iPhone

Mit iOS 27 erlaubt Apple erstmals umfangreicheres Multitasking auf dem iPhone. Nutzer:innen können zwei Apps nebeneinander öffnen, zwei Fenster derselben App anzeigen und häufig genutzte Kombinationen speichern. So lassen sich etwa während eines Video-Calls Notizen machen, Informationen aus Safari direkt in eine Nachricht übernehmen oder zwei Webseiten vergleichen, ohne ständig zwischen Apps zu wechseln. Netflix, Zoom und Slack passen ihre Apps laut Apple bereits an das größere Display an.

Das iPhone Duo mit zwei Apps gleichzeitig auf dem aufgeklappten 7,6-Zoll-Display, © Apple

In beiden Hälften steckt jeweils eine Batterie. Das schafft mehr Platz für Akkukapazität, ohne das Duo unnötig dick zu machen. Laut Apple hält es bei gemischter Nutzung beider Displays bis zu 24 Stunden durch.

Die Kamera zeigt das Motiv auf beiden Seiten

Beim Fotografieren eröffnet das zweite Display einige praktische Möglichkeiten. Mit Duo Preview sieht die fotografierte Person den Bildausschnitt direkt auf dem äußeren Bildschirm und kann Pose und Ausschnitt selbst prüfen. Für Selfies können Nutzer:innen dadurch auch die höher auflösenden Kameras auf der Rückseite verwenden und sich trotzdem im Vorschaubild sehen.

Bei Smart Foto analysieren KI-Modelle die Szene direkt auf dem Gerät und lösen automatisch aus, sobald alle Personen passend stehen. Für Fotos mit Kindern zeigt Blickfang Peanuts-Animationen auf dem äußeren Display, damit Kinder Richtung Kamera schauen. Mit Duo FaceTime können außerdem Personen auf der anderen Seite des aufgeklappten Smartphones über das äußere Display an einem Videoanruf teilnehmen.

iOS 27 und Apple Intelligence nutzen den zusätzlichen Platz

Mit iOS 27 passt Apple die Bedienung an das größere, faltbare Display an. Bedienelemente rücken an die Ränder, Inhalte wechseln beim Aufklappen oder Drehen automatisch auf die passende Ansicht und die Dynamic Island sitzt seitlich. So bleibt mehr Platz für Apps und Nutzer:innen müssen Ansichten nicht ständig selbst anpassen.

Auch Apple Intelligence erweitert Apple um neue Werkzeuge. Nutzer:innen können Fotos nachträglich vergrößern oder neu ausrichten, während Image Playground künftig fotorealistische Bilder erstellen soll. Viele dieser Funktionen laufen direkt auf dem iPhone. Wenn das iPhone eine Anfrage nicht komplett selbst bearbeiten kann, schickt es nur die dafür nötigen Informationen an speziell abgesicherte Apple Server. Dort wird die Anfrage verarbeitet und das Ergebnis zurückgesendet.

Mit „Mitteilung an mich“ bekommt Safari zudem eine besonders alltagsnahe Funktion: Nutzer:innen können Webseiten beobachten lassen und erhalten eine Nachricht, sobald sich etwa ein Preis ändert oder ein ausverkauftes Produkt wieder verfügbar ist.

Apple rollt Apple Intelligence mit iOS 27 ab dem 14. September auf unterstützte Geräte aus, darunter auch Geräte mit deutscher Spracheinstellung.



Apple Intelligence jetzt in Deutschland
– KI-Integration verändert, wie wir schreiben, suchen und kommunizieren

Apple Intelligence auf Deutsch
© Apple via Canva


2.299 Euro: Apple steigt spät und teuer in den Foldable-Markt ein

Mit faltbaren Smartphones betritt Apple kein neues Terrain. Samsung verkauft faltbare Smartphones bereits seit 2019, auch Huawei und weitere Hersteller:innen bieten längst eigene Modelle an. Der Markt macht jedoch bislang nur etwa zwei Prozent des weltweiten Smartphone-Geschäfts aus. Trotzdem erwartet die Marktforschungsfirma IDC, dass Apple schnell aufholt und innerhalb eines Jahres die Führung im Foldable-Markt übernehmen könnte. Reuters berichtet unter Berufung auf IDC, dass Apple 2026 knapp ein Drittel und 2027 bereits 40 Prozent des Marktes erreichen könnte.

In Deutschland startet das iPhone Duo mit 256 Gigabyte Speicher bei 2.299 Euro. Kein anderes iPhone startete teurer. Zusätzlich bietet Apple Varianten mit 512 Gigabyte, einem Terabyte und zwei Terabyte Speicher an. Das Duo kann ab dem 16. Oktober vorbestellen werden, ab dem 23. Oktober verkauft Apple das Gerät regulär.

Neben dem Duo bringt Apple im September auch das iPhone 18 Pro ab 1.449 Euro und das iPhone 18 Pro Max ab 1.599 Euro auf den Markt. Beide bekommen unter anderem den A20 Pro, eine kleinere Dynamic Island und erstmals eine variable mechanische Blende, mit der Nutzer:innen Licht und Tiefenschärfe stärker beeinflussen können. Das reguläre iPhone 18 kommt dagegen später als gewohnt: Apple verschiebt das Basismodell erstmals ins Frühjahr 2027. Daneben präsentierte der Konzern die Apple Watch Series 12, die Apple Watch Ultra 4 und die AirPods 5.

Duo gegen Duo: Duolingo kontert Apples Namenswahl

Die unterhaltsamste Begleitgeschichte des Launchs spielte sich auf Social Media ab. Apple nennt das erste eigene Foldable iPhone Duo und wählt damit denselben Namen, den Duolingos grünes Eulen-Maskottchen Duo trägt. Das Social Media Team der Sprachlern-App reagierte prompt:

Dann schaltete sich Samsung ein. Der südkoreanische Konzern verkauft schon seit Jahren Foldables, scherzte deshalb, Apple habe auch bei Samsung kopiert, und erklärte sich mit Duolingo solidarisch.

Duolingo konterte mit einem Verweis auf ein sechs Jahre altes Internet-Meme und holte so auch Dua Lipa ins Spiel, für die das Maskottchen Duo seit Jahren öffentlich schwärmt.

Der Satz greift eine vermeintliche Fehde zwischen Dua Lipa und Beauty Creator James Charles aus dem Jahr 2020 auf. 2020 verwandelte sich Charles für ein virales YouTube-Video mit Make-up in die Sängerin, nachdem Fans beiden immer wieder Ähnlichkeit bescheinigt hatten. Später kursierte ein gefälschter Tweet, in dem Lipa angeblich auf einen „twinning“-Post mit „When an ugly stranger calls you twin. No b*tch“ reagierte. Der Tweet war fake, das Meme blieb.

Immerhin findet Duolingo noch einen Vorteil am neuen iPhone und verwies augenzwinkernd auf die zusätzliche Bildschirmfläche für Duolingo-Lektionen.



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