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YouTube vereinfacht Reaktion auf Copyright-Ansprüche
Kon Karampelas - Unsplash

YouTube vereinfacht Reaktion auf Copyright-Ansprüche

Niklas Lewanczik | 02.01.20

Creator, die mit Copyright-Ansprüchen von Dritten konfrontiert sind, können inzwischen betroffene Sequenzen unmittelbar aus ihren Videos ausschneiden.

Seit einigen Tagen können Creator bei YouTube urheberrechtlich geschützte Elemente unkomplizierter aus ihren Videos entfernen, wenn es zu einem Copyright-Anspruch gekommen. Mit diesem Feature werden den Creatorn im YouTube Studio aktuelle Ansprüche von Dritten und Möglichkeiten zur Reaktion angezeigt. Damit soll das Verständnis für diese Ansprüche und der Umgang mit ihnen vereinfacht werden.

Copyright-Ansprüche bei YouTube: Rechteinhaber könnten mitverdienen

Wann immer ein Creator in seinem Video bei YouTube Elemente integriert, die unter Copyright stehen, muss er damit rechnen, dass der Rechteinhaber Ansprüche an ihn stellt. So kann der Rechteinhaber ein Formular ausfüllen, um ein betreffendes Video bei YouTube entfernen zu lassen. Das geschieht meist dann, wenn der Creator ohne jegliche Berechtigung die geschützten Elemente verwendet hat; zum Beispiel Auszüge aus einem Song.

Allerdings kann es ebenso dazu kommen, dass der Rechteinhaber die Videos online duldet, aber entweder eine Monetarisierung ausschließt oder einen Anspruch auf Einnahmen aus einer solchen Monetarisierung stellt. Für Creator kann das dann zum Problem werden, wenn sie ihre Videos nur mit einigen Parts versehen haben, die die View-Erfahrung optimieren sollen, aber für das Video nicht zentral sind. Ihre Einnahmen wegen solcher Copyright-Ansprüche zu verlieren oder minimiert zu sehen, ist wirtschaftlich nachteilhaft. Und ein Takedown der Videos natürlich umso mehr.

Daher hat YouTube für das YouTube Studio jüngst neue Tools und Informationen bereitgestellt.

Bessere Übersicht, mehr Handlungsmöglichkeiten bei Copyright Strikes und Content-ID-Ansprüchen

Bei sogenannten Copyright Strikes, also Urheberrechtsverwarnungen, werden Videos wegen der Copyright-Ansprüche Dritter bei YouTube gesperrt. Solche Strikes werden Creatorn nun im YouTube Studio direkt im Dashboard angezeigt. Zusätzlich legt YouTube bei Copyright-Ansprüchen neuerdings ganz konkret dar, um welche spezifischen Elemente es in betroffenen Videos geht.

Copyright-Ansprüche können aber auch in Form von Content-ID-Ansprüchen gestellt werden. Unternehmen, die Eigentumsrechte haben, haben hierüber die Option zu entscheiden, dass bei Videos, in denen Elemente auftauchen, für die sie die Rechte halten, Werbung geschaltet wird. Die Einnahmen dieser Ads kommen dann diesen Unternehmen zugute.

Creator können auf die Ansprüche verschieden reagieren. Wollen sie aber einen Takedown des Videos oder das Abtreten von Werbeeinnahmen vermeiden, ist das Herausschneiden der geschützten Elemente aus dem eigenen Video eine Option. Das wird durch YouTubes kürzlich eingeführtes Assisted Trim Feature erleichtert. Dieses erlaubt den Creatorn, mit bereits angegebenen Time Stamps in kurzer Zeit die entsprechenden Stellen herauszuschneiden.

Eine so vorgefertigte Option dürfte mühevoll erstellte Videos jedoch stark beeinträchtigen und ist daher womöglich nur kurzfristig zweckdienlich. In der Folge könnte eine manuelle Bearbeitung des Videos unausweichlich werden, um dessen Charakter nicht einzubüßen.

Übersicht zu allen betroffenen Videos

Ein neuer Filter bei der Ansicht der eigenen Videos im YouTube Studio zeigt inzwischen sämtliche Videos an, bei denen Content-ID-Ansprüche oder Copyright Strikes vorliegen. Über den Reiter „Restrictions“ können die Creator mit einem Klick zu mehr detaillierten Informationen zu den einzelnen Ansprüchen gelangen.

Dank dieser Neuerungen, die seit Ende Dezember 2019 zur Verfügung stehen, kann die Vielzahl der YouTube Creator ein besseres Verständnis von Copyright-Ansprüchen erhalten – und gegebenenfalls schneller und informierter reagieren.

YouTubes CEO Susan Wojcicki hatte bereits im November 2019 berichtet, dass YouTube die finanziellen Anreize verringert habe, um Copyright-Ansprüche bei der Verwendung nur kleinster, mitunter nicht vorsätzlich eingebauter, geschützter Elemente zu minimieren. Denn während der Schutz des Urheberrechts für digitale Plattformen extrem wichtig ist, ist er bei der Masse der Inhalte nur schwierig zu gewährleisten. Und der Versuch, an den Videos der Creator mitzuverdienen, ist legitim, kompliziert mitunter aber die Kreativität.

Die jüngsten Änderungen bei YouTube helfen nun vor allem Creatorn, um bei etwaigen Verstößen besser reagieren zu können. Allerdings sollte jeder Creator von vornherein wissen, wann er ein Urheberrecht verletzt und was das für Folgen haben könnte; ob diese Informiertheit aber immer zugrunde liegt oder ob oft wider besseres Wissen gehandelt wird, lässt sich von außen nicht bewerten.

T. Koch am 03.01.2020 um 00:49 Uhr

Das Thema Copyright ist schon lange ein Problem bei Youtube und dort wird jetzt endlich mal nachgebessert. Eigentlich schon lange überfällig!

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