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Social Media Marketing
Twitter: Aufforderung einen Artikel vor dem Retweet zu lesen, trägt Früchte
© MORAN - Unsplash

Twitter: Aufforderung einen Artikel vor dem Retweet zu lesen, trägt Früchte

Aniko Milz | 25.09.20

Seit einigen Monaten fordert Twitter seine User auf, den Artikel zu lesen, den sie teilen möchten. Nun teilt der Kurznachrichtendienst Insights darüber, wie effektiv diese Maßnahme ist.

Im vergangenen Juni führte Twitter eine neue Funktion ein. In einem Pop-up wurden User vor dem Retweet eines Artikels darauf hingewiesen, wenn sie diesen noch nicht geöffnet hatten. Sie wurden aufgefordert, diesen zu lesen, bevor sie ihn teilen. Da User teilweise Inhalte aufgrund ihrer Headline teilen, ohne sich näher mit dem Inhalt auseinandergesetzt zu haben, befand Twitter dies für einen guten Weg, um die Ausbreitung von Desinformationen einzudämmen. Nun, etwa drei Monate nach Einführung des Features für Android User, zieht Twitter eine Bilanz und veröffentlicht die Zahlen zur Auswirkung des Pop-ups.

Artikel wurden um 40 Prozent häufiger geöffnet

Untersucht wurde, wie effektiv die Aufforderung war und wie sich das User-Verhalten in den Monaten verändert hat.

Dazu sollte gesagt sein, dass die User nicht gezwungen wurden, den Artikel zu öffnen. Sie konnten genau so gut anklicken, dass sie den Beitrag, ohne ihn zu öffnen, teilen möchten. Und das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie ihn nicht gelesen haben. Schließlich gibt es Situationen, in denen User einen Artikel auf einer anderen Plattform lesen, dann Twitter öffnen und den besagten Artikel suchen und teilen. Bei Veröffentlichung des Features wurde dies kritisiert und einige User unterstellten Twitter, sich durch den Pop-up einen weiteren Einnahmekanal schaffen zu wollen, wobei sie nicht näher darauf eingingen, wie dieses Modell aussähe. Die erhobenen Zahlen sind beeindruckend und würden jede Menge zusätzlichen Traffic für die News-Seiten bedeuten. Allerdings gibt Twitter bisher keinen Hinweis darauf, worauf die Zahlen basieren und wie sie erhoben wurden.

Für einen informierteren Diskurs

Twitter möchte die Aufforderung im Pop-up global und für iOS ausrollen, diese jedoch etwas kleiner gestalten. Besonders so kurz vor den US-Wahlen dürfte es nicht schaden, User darauf aufmerksam zu machen, dass einige Headlines irreführend oder halsschreierisch sein könnten und der Inhalt des ungelesenen Artikels eventuell etwas anderes aussagt. Wenn durch Twitters Aufforderung, weniger Artikel ohne gelesen worden zu sein, geteilt werden, kann der Online-Diskurs eigentlich nur davon profitieren.

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