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Retail-Revolution? Google bringt Produkt-Übersicht verschiedener Shops in die mobile Suche
© Rajeshwar Bachu - Unsplash

Retail-Revolution? Google bringt Produkt-Übersicht verschiedener Shops in die mobile Suche

Niklas Lewanczik | 16.01.20

Mit dem neuen Feature können User diverse Produkte verschiedener Shops schon in der Suche durchscrollen und vergleichen.

Wer online shoppt, nutzt häufig Amazon als Suchmaschine. Trotzdem wird die wichtigste Suchmaschine allgemein, Google, noch immer als Startpunkt für viele Einkäufe oder Produktsuchen genutzt. Über Google Shopping wird der Kauf von Produkten über diverse Shops leicht gemacht. Jetzt ermöglicht Google den Usern allerdings auch, für bestimmte Styles – bei Schuhen, Kleidung und mehr – Artikel verschiedener Shops direkt in der Suche zu begutachten. Damit wird der Produktvergleich und die Suche nach dem richtigen Modell stärker in Googles SERPs verlagert. Die Shops werden dort zwar mit mehr Artikeln angezeigt, doch für den Traffic und die Verweildauer der User könnte das Feature schlechte Nachrichten bedeuten.

Googles neue Search-Sektion: Schuhe, Accessoires und Co. vergleichen

Auf dem Google-Blog „The Keyword“ gab das Unternehmen bekannt, dass es für User der mobilen Suche nun eine neue Funktion geben wird. Diese soll vor allem dabei helfen, nicht nur zu entscheiden, was, sondern auch wo es gekauft werden kann – und das schon im Search-Kontext. Dabei ist die Sektion nicht eigens im Shopping-Reiter untergebracht. Kleidung, Schuhe und Accessoires sollen Usern entsprechend ihrer Suchanfrage bei verschiedenen Shops so angezeigt werden, dass unterschiedliche Varianten als Option zu sehen sind.

Jacken verschiedener Online Shops werden in der mobilen Google-Suche angezeigt, Screenshot Google
Jacken verschiedener Online Shops werden in der mobilen Google-Suche angezeigt, Screenshot Google

Damit wird die Google-Suche mehr zum Produktkatalog und digitalen Schaufenster. Denn die User haben die Möglichkeit, schon dort diverse Shops oder Marken anzusehen, sich durch die einzelnen Optionen zu klicken und sogar Bewertungen zu lesen.

Wird beispielsweise nach „running shoes“ gesucht, sammelt Google populäre Produkte verschiedener Shops, die den Suchenden dann allesamt dargestellt werden. Die User können bei der neuen Sektion nach Stil, Größe und anderen Angaben filtern. Erst wenn ein Produkt dann so gut gefällt, dass der User mehr erfahren oder es kaufen möchte, folgt der Klick auf die Website des Shops. So arbeitet Google weiter daran, die User in der Suche zu halten. Und No Click Searches dürften sich erhöhen, wenn nur nach Inspiration gesucht wird. Ob User allerdings statt zu Amazon, Zalando oder ihren favorisierten Marken-Shops auf Google gehen, um Kleidung herauszusuchen, bleibt zunächst fraglich. Die Übersicht der Produkte verschiedener Shops ist jedoch eine starke Vergleichsfunktion.

Produkte zu einer Suchanfrage bei verschiedenen Shops
Produkte zu einer Suchanfrage bei verschiedenen Shops, Screenshot Google

Und der schnelle Zugriff auf verschiedene Bewertungen der Produkte könnte Suchenden bei der Entscheidungsfindung über Google helfen.

Wie Google das neue Feature organisiert

Google indexiert Produkte von über einer Million Online Shops, die stets aktualisiert werden. Retailer, die in der neuen Sektion auftauchen, werden kostenfrei aufgenommen. Welche Art von Produkten in dem neuen Bereich auftauchen können, erfahren Retailer im Google Merchant Help Center. Strukturierte Daten für die Markups der Produkte zu nutzen, ist allerdings Voraussetzung, um in den Richt Product Results zu erscheinen. Mehr Informationen hierzu liefert der Developers-Blog.

Künftig soll das Feature für mehr Suchanfragen, Kategorien, Produkte und Geräte erweitert werden. Da es sich derzeit im Roll-out befindet, könnten einige User es noch nicht sehen, andere hingegen schon darauf zugreifen. Google will sich hiermit im riesigen digitalen Retail-Markt als zentrale Anlaufstelle behaupten. Zwar läuft die Produktsuche vieler User noch über manche andere Plattformen; aber Google ist in diversen anderen Kontexten ohnehin oft eine Station. Ob die Retailer von der Entwicklung profitieren, ist kaum abzusehen. Immerhin könnte es dadurch nur noch zu sehr spezifisch motivierten Click Throughs kommen – die viel weiteres Surfen auf der Shop Website ausschließen. Für die Shops, die bislang bei Google weniger prominent auftauchen, könnte dieses Feature jedoch mehr Aufmerksamkeit bringen.

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