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Google AdSense: Zusätzliche Drittanbieter dürfen Anzeigen ausspielen
© Google

Google AdSense: Zusätzliche Drittanbieter dürfen Anzeigen ausspielen

Niklas Lewanczik | 03.07.20

Googles Werbedienst AdSense ermöglicht jetzt das Ausspielen von Anzeigen zusätzlicher Anzeigentechnologie-Drittanbieter. Damit könnten Website-Betreiber ihre Einnahmen steigern.

Für alle User von Googles Dienst AdSense gibt es eine grundlegende Neuerung. Denn auf der Website für die AdSense-Hilfe kündigte das Unternehmen an, dass über Adsense-Konten ab jetzt auch Ads zusätzlicher Third-Party-Anbieter für Anzeigentechnologie ausgeliefert werden können. Die User können diese Anbieter jedoch auch leicht blockieren.

Mehr Einnahmen dank der Anzeigen von Drittanbietern?

Der Gedanke, der hinter Googles Erweiterung der Optionen zur Ausspielung von Ads über AdSense steckt, ist simpel; so heißt es bei Google:

Wenn Sie weitere Anbieter zulassen, kommen mehr Anzeigen für Ihre Nutzer infrage. Das kann potenziell zu höheren Einnahmen führen.

SEO- und Google-Experte Barry Schwartz erklärt bei Search Engine Roundtable, dass die Drittanbieter zunächst einen Zertifizierungsprozess bei Google durchlaufen, bevor sie Anzeigen über AdSense ausspielen können. Dabei prüft Google, ob diese Werbenetzwerke Googles Anzeigenkriterien hinsichtlich Messgenauigkeit, Privatsphäre der User, Latenz und Übereinstimmung mit den Vorgaben für Ad Creatives gerecht werden.

AdSense-Kontoinhaber können die Anzeigen durch Dritte leicht verwalten

Wer AdSense nutzt, kann sein Werbeinventar nun also noch mehr Drittanbietern zur Verfügung stellen. Allerdings können die Kontoinhaber auch ganz einfach einstellen, ob zusätzliche Drittanbieter akzeptiert werden sollen. Denn über das neue Tab „Anzeigenbereitstellung“ können diese auch blockiert werden. Dazu müssen die User folgende Schritte ausführen:

  1. Melde dich in deinem AdSense-Konto an
  2. Klicke auf „Blockierungen“
  3. Klicke auf dein Produkt. Wähle zum Beispiel „Content für AdSense“ für Content-Seiten
  4. Klicke auf „Werbenetzwerke verwalten“
  5. Neue Google-zertifizierte Werbenetzwerke zulassen oder blockieren:
    • Klicke oben auf der Seite auf den Schieberegler, um anzugeben, ob du künftig automatisch Anzeigen aus Google-zertifizierten Werbenetzwerken zulassen oder blockieren möchtest. Dies bezieht sich nur auf Werbenetzwerke, die von Google in Zukunft möglicherweise zertifiziert werden, nicht auf bereits zertifizierte Werbenetzwerke
  6. Aktuelle Google-zertifizierte Werbenetzwerke zulassen oder blockieren:
    • Klicke auf das Steuerelement neben dem Namen des Werbenetzwerks, um es zuzulassen oder zu blockieren

Wer die Optionen von Drittanbietern blockiert, könnte jedoch Einnahmepotentiale bei AdSense ungenutzt lassen, warnt Google:

Wenn Werbenetzwerke blockiert sind, sind keine Käufe Ihres Inventars durch diese Netzwerke mehr möglich. Es bleibt jedoch in ihren Targeting-Tools sichtbar. Richtet ein Käufer Anzeigen des blockierten Werbenetzwerks auf Ihr Inventar aus, werden die Anzeigen nicht ausgeliefert.

Die gesamte Liste der (Dritt)Anbieter für Anzeigentechnologie, die auch für AdSense infrage kommen, listet Google auf der Support-Seite für den Ad Manager auf – von AppNexus bis Yandex. Googles Werbedienst AdSense stellt Werbeanzeigen außerhalb der eigenen Plattformen dar. Mithilfe des Service können Website-Betreiber ihre Inventare monetarisieren, indem Google auf der Seite automatisch Anzeigen platziert, die zum Layout und meist auch Inhalt der Website passen.


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Webdesign aus Braunschweig am 08.08.2020 um 09:00 Uhr

Können Sie etwas über die Perspektive von Adsense für Publisher sagen?
Der Artikel vermittelt einen Eindruck, dass die Schaltung der Werbung noch umfangreicher wird.
Das geht jedoch nicht einher mit der Feststellung, dass nur 0,1% der Besucher Marketingcookies akzeptieren (gelesen auf raidboxes).
Meines Wissens nach funktioniert Adsense nur mit Marketingcookies.

Vorausgefüllte Cookie Consent Formulare wären ja zumindest mal ein Lichtblick.
Haben Sie dazu aktuelle Informationen?

Einige Webseiten scheint das alles gar nicht zu interessieren (z.B. golem.de). Die machen die Seite mit Werbung voll und haben lediglich einen banalen Cookie Banner…
Vielleicht eine Sache der Kalkulation. Soviel einnehmen, dass man einen Rechtsstreit aus der Portokasse bezahlt?!

Was können Sie von Onlinemarketing.de dazu sagen?

Viele Grüße,
C. Gniadek

Antworten
Niklas Lewanczik am 10.08.2020 um 10:28 Uhr

Hallo C. Gniadek,

das sind nun eine Menge Fragen auf unterschiedlichen Leveln. Zunächst lässt sich sagen, dass Google von AdSense-Partnern fordert, dass eine DSGVO-konforme Einwilligung eingeholt wird:

https://support.google.com/adsense/answer/7670013

Dabei muss gegenüber den Nutzern angegeben werden, welche Anzeigentechnologieanbieter ausgewählt werden. Werden nun auch Anzeigenflächen für Drittanbieter zur Verfügung gestellt, beeinträchtigt das laut Google aber nicht die Einstellungen zum Consent Management:

„Diese Option wirkt sich nicht auf Ihre Einstellungen zur EU-Nutzereinwilligung, zum kalifornischen Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern (California Consumer Privacy Act, CCPA) oder zu anderen gesetzlichen Regelungen aus. Die Liste der zulässigen Werbenetzwerke in Ihrem Konto bleibt ebenfalls unverändert“. (https://support.google.com/adsense/answer/3234887#additional_ad_technology_vendors)

Die Werbung könnte dank der Neuerung insofern „umfangreicher“ werden, als Publisher durch eine größere Nachfrage mehr Inventar verkaufen könnten. Ob dann User die Cookies für die Marketingzwecke akzeptieren, ist schwer zu ermitteln. Der Bericht von Raidboxes nennt die Zahl von 0,1 Prozent im Kontext einer (kleinen) Erhebung, für den Fall, dass bei der Cookie-Information keine Checkbox vorausgefüllt ist (was nach dem jüngsten EuGH-Urteil in diesem Kontext auch so sein sollte, aber realiter womöglich nicht immer gegeben ist). Es bedarf einer aktiven Einwilligung der User, daher sind vorausgefüllte Formular mit Vorsicht zu genießen (abhängig von der Art der Cookies und was diese als Verarbeitungszweck haben).

https://onlinemarketing.de/unternehmensnews/bgh-urteil-cookie-zustimmung-darf-nicht-voreingestellt-sein

Wie bestimmte Websites die Frage nach der Einwilligung lösen, muss individuell betrachtet werden. Allerdings ist die Marketing-Szene ohnehin im Umbruch, da das Werben über Third Party Cookies wohl nur noch einige Zeit für sich beanspruchen kann. Dann braucht es Alternativlösungen, die beispielsweise auch von Google (Privacy Sandbox, Trust Tokens) vorangetrieben werden.

Beste Grüße

Antworten
Webdesign aus Braunschweig am 11.08.2020 um 09:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Lewanczik,

ich weiss Ihre ausführliche Antwort sehr zu schätzen und werde gespannt verfolgen, wie die von Ihnen genannten Technologien Privacy Sandbox und Trust Tokens in Zukunft für das Onlinemarketing eingesetzt werden können.

Viele Grüße aus Braunschweig,
C. Gniadek

Antworten
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